Superbike-WM: Was Toprak über Stoppies sagt

Maverick Viñales (Aprilia/4.): Potenzial für Siege

Von Friedemann Kirn
Wie schon im Sprint am Samstag kam Aprilia-Star Maverick Viñales auch im Hauptrennen des Austin-GP schlecht vom Start weg. Er zündete aber den Nachbrenner und kämpfte sich auf den 4. Platz.

Die Startszenen der beiden Tage waren sich ähnlich: Während seine Gegner wie Torpedos davon schnellten, wirkte Viñales mit seiner Aprilia, als fahre er mit angezogener Handbremse los. Erst wurde er am Startplatz zum Hindernis, dann, in der engen Linkskehre nach dem berühmten Bergaufstück am Ende der Zielgeraden, fiel er noch weiter zurück, weil er im Gemenge des Hinterfelds keine Kollision heraufbeschwören wollte.

Am Samstag erklärte er noch, es sei seine persönliche Aufgabe, die Starts in den Griff zu kriegen. Am Sonntag dann, als ihm das Missgeschick erneut passiert war, sprach er von einem Job für das gesamte Team. «Es ist ärgerlich, denn wir haben das Potenzial für Siege, oder zumindest, um Siege mitzufahren. Wenn ich die Startszenen mit meinen Teamkollegen und mit anderen Fahrern vergleiche, ist offensichtlich, dass sich meine Aprilia anders verhält als die Bikes der Konkurrenten», erklärte er. «Meiner Meinung nach ist es ein Kupplungsproblem. Nicht, dass die Kupplung zu aggressiv wäre. Wir müssen einfach das richtige Setting für die Elektronik und den Motor finden, so dass in jedem Drehzahlbereich die optimale Leistung abgerufen wird. Es ist unabdingbar, dass wir das als Aprilia-Team verbessern, und ich bin fest überzeugt, dass es uns gelingen wird.»

Denn mit einem optimalen Start wäre ein Podestplatz, vielleicht sogar ein Duell um den Sieg mit Alex Rins in Reichweite gewesen.

«Das Resultat am Sonntag war gut, und es gibt keinen Grund zur Sorge, denn wir haben den nötigen Speed. Doch wenn wir von Anfang an vorn dabei sein und um Siege kämpfen können, dann ist es umso besser», zog der Spanier Bilanz, der schon in den viereinhalb Jahren beim Yamaha oft die Startphase verhaute.

Während Viñales in seiner Vergangenheit als Yamaha-Werkspilot oft einknickte, wenn sich Probleme wiederholten, zuweilen gar als Mimose galt, trägt er derzeit einen unerschütterlichen Optimismus zur Schau. «Im Vergleich zu früheren Jahren fühle ich mich stark und konkurrenzfähig. Ich bin in der Lage, zu kämpfen, und wenn ich auf der letzten Runde in Schlagdistanz bin, kann ich meinen Gegner auf der Bremse austricksen. Ich habe auf der Bremse alle Zuversicht der Welt. Andere Fahrer ausbremsen zu können, ist fantastisch», schwärmte der 28-jährige. «Zudem ist das Bike sehr schnell auf den Geraden, trotz der Winglets, was meine Aufgabe heute leichter gemacht hat. Doch unser wirklich starker Punkt ist das Bremsen, auch wenn wir die Abstimmung der Motorbremse immer noch um einige Nuancen verbessern können.»

Insgesamt sei er nach den ersten drei Rennen schneller und auf einem höheren Niveau, als er gedacht habe, fügte Viñales hinzu.

«Der Regen in Argentinien hat viel ruiniert, denn ohne diese Probleme dort wären wir jetzt nur 4 oder 5 WM-Punkte im Rückstand», rechnete er vor.

Auf der Termas de Rio Hondo-Piste war er im trockenen Qualifying auf Platz 5 vorgestoßen, wurde im nassen Rennen aber ebenso abgeduscht wie sein Teamkollege Aleix Espargaró und kam wegen Traktionsmangel als bester Aprilia-Werkspilot auf Rang 12 ins Ziel. Am Freitag lag das Aprilia-Duo in Südamerika noch auf den Plätzen 1 und 2.

«Dieses Rennen hat uns gezeigt, dass wir uns im Nassen verbessern müssen, denn es werden in diesem Jahr noch mehr Regenrennen auf uns zukommen», vermutet Viñales. «Es war eine Lektion zum richtigen Zeitpunkt, ebenso wie unsere Startprobleme. In gewisser Hinsicht ist es gut, dass all dies jetzt passiert ist, weil wir eine lange Saison vor uns und immer noch genügend Zeit haben, unsere Schwachstellen auszuräumen. Mein Ziel ist, bei Jahresmitte und vor allem nach der Sommerpause wirklich stark zu sein und voll anzugreifen.»

Ergebnisse MotoGP Austin/USA (16.4.):

1. Alex Rins (E), Honda,
2. Luca Marini (I), Ducati, +3,498 sec
3. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +4,936
4. Maverick Viñales (E), Aprilia, +8,318
5. Miguel Oliveira (P), Aprilia, +9,989
6. Marco Bezzecchi (I), Ducati, +12,049
7. Johann Zarco (F), Ducati, +12,242
8. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +20,399
9. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +27,981
10. Augusto Fernández (E), KTM, +28,217
11. Michele Pirro (I), Ducati, +32,370
12. Jonas Folger (D), KTM, +1:08,065 min
13. Brad Binder (ZA), KTM, +1:23,012
– Stefan Bradl (D), Honda, 2 Runden zurück
– Takaaki Nakagami (J), Honda, 9 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 12 Runden zurück
– Pecco Bagnaia (I), Ducati, 13 Runden zurück
– Jack Miller (AUS), KTM, 14 Runden zurück
– Raúl Fernández (E), Aprilia, 14 Runden zurück
– Aleix Espargaró (E), Aprilia, 1. Runde nicht beendet
– Jorge Martin (E), Ducati, 1. Runde nicht beendet
– Alex Márquez (E), Ducati, 1. Runde nicht beendet

MotoGP-Ergebnis Sprint, Austin (15.4.):

1. Bagnaia, Ducati, 10 Rdn in 20:35,270 min
2. Rins, Honda, + 2,545 sec
3. Martin, Ducati, + 4,706
4. Aleix Espargaró, Aprilia, + 5,052
5. Brad Binder, KTM, + 8,175
6. Bezzecchi, Ducati, + 8,877
7. Marini, Ducati, + 9,453
8. Oliveira, Aprilia, + 10,768
9. Miller, KTM, + 12,448
10. Viñales, Aprilia, + 12,739
11. Zarco, Ducati, + 14,251
12. Mir, Honda, + 14,988
13. Nakagami, Honda, + 15,592
14. Morbidelli, Yamaha, + 16,534
15. Raúl Fernández, Aprilia, + 19,290
16. Augusto Fernández, KTM, + 23,128
17. Di Giannantonio, Ducati, + 25,626
18. Bradl, Honda, + 25,787
19. Quartararo, Yamaha, + 27,169
20. Folger, KTM, + 46,973
– Alex Márquez, Ducati, 4 Runden zurück
– Michele Pirro, Ducati, 5 Runden zurück

WM-Stand nach 6 von 42 Rennen:

Bezzecchi, 64 Punkte. 2. Bagnaia 53. 3. Rins 47. 4. Viñales 45. 5. Zarco 44. 6. Marini 38. 7. Quartararo 34. 8. Alex Márquez 33. 9. Binder 30. 10. Morbidelli 29. 11. Martin 29. 12. Miller 26. 13. Aleix Espargaró 18. 14. Oliveira 16. 15. Augusto Fernández 14. 16. Di Giannantonio 13. 17. Nakagami 7. 18. Marc Márquez 7. 19. Mir 5. 20. Pirro 5. 21. Folger 4. 22. Raúl Fernández 2.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 103 Punkte. 2. Honda 54. 3. Aprilia 51. 4. KTM 49. 5. Yamaha 43.

Team-WM:

1. Mooney VR46 Racing, 102 Punkte. 2. Prima Pramac 73. 3. Aprilia Racing 63. 4. Monster Energy Yamaha 63. 5. Ducati Lenovo 58. 6. Red Bull KTM 56. 7. LCR Honda 54. 8. Gresini Racing 46. 9. CryptoDATA RNF 18. 10. GASGAS Tech3 18. 11. Repsol Honda 12.


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