Massimo Rivola: «Oliveira hat Weltmeister-Potenzial»

Von Günther Wiesinger
Aprilia Racing hat in der ersten Saisonhälfte mit Aleix Espargaró und Viñales nicht die erhofften MotoGP-Ergebnisse erreicht. Auch das RNF-Team hat bisher enttäuscht. Aprilia-Rennchef Rivola nennt die Hintergründe.

Erstmals in der MotoGP-Ära und in der «premier class» überhaupt setzt Aprilia Racing mit dem Crypto DATA RNF-Team ein Kundenteam ein. Doch Miguel Oliveira und Raúl Fernández sind bisher bei den ersten acht Grand Prix einiges schuldig geblieben. 

Besonders für Oliveira begann die Saison gleich beim Heim-GP bitter, als er Chancen auf einen Podestplatz hatte, jedoch von Marc Márquez abgeschossen wurde und dann bei drei Grand Prix pausieren musste. Danach passierte gleich der nächste Crash in Jerez (Schulterluxation bei einem unverschuldeten Sturz); das Comeback musste bis zum Sachsenring warten. Le Mans und Mugello wurden verpasst. Doch im Sachsenring-Training wurde die Schulter bei einem Crash neuerlich in Mitleidenschaft gezogen.

«Ja, wir können vorläufig nicht viel sagen, da Miguel sogar in Assen noch nicht 100-prozentig fit war. Das ist klar. Wir haben ja eigentlich erwartet, dass er erst in Silverstone zurückkehren kann», sagt Aprilia-Racing-CEO Massimo Rivola. «Was er in Deutschland und in den Niederlanden geleistet hat, war alles ein Bonus. Ich schätze Miguel als Topfahrer ein; für mich ist er ein potenzieller Weltmeister. Man gewinnt nicht zufällig fünf MotoGP-Rennen…»

Das bisherige Saison-Highlight für den Portugiesen: Platz 5 am Sonntag in Texas.

Raúl Fernández hat 2021 mit acht Siegen als Moto2-Rookie den 2011-Rekord von Marc Márquez (sieben Saisonsiege) übertroffen und machte sich als Moto2-Vizeweltmeister vor der Saison 2022 große Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch in der MotoGP-Klasse auf der KTM RC16 des Tech3-Teams.

«Als Raúl seine Tätigkeit bei uns aufgenommen hat, war er körperlich nicht bereit. Sein Zustand bessert sich jetzt zusehends, aber seine Operation hat ihn bisher behindert. Es war nicht eine einfache Arm-pump-OP, war es viel komplizierter», räumt Rivola ein. «Wir müssen jetzt herausfinden, was Raúl braucht, um schnell zu sein. Er ist ein sehr instinktiver Fahrer. Wir müssen herausfinden, wie wir seinen Instinkt leiten und wie wir damit umgehen können. Vielleicht müssen wir ihm von der elektronischen Seite her helfen. Eventuell braucht er unsere Unterstützung auch bei anderen Aspekten.»

Bei KTM hatte Raúl Fernández den Ruf, wenig hilfreiche Informationen für die Motorradabstimmung beitragen zu können.

Rivola nimmt den Moto2-Vizeweltmeister von 2021 in Schutz. «Ich erwarte von einem 20-jährigen Rookie nicht, dass er ein Genie auf dem Gebiet des Motorrad-Set-ups darstellt. Das ist unsere Aufgabe. Wir müssen herausfinden, welche Bedürfnisse Raúl hat und was er vom Bike braucht.»

MotoGP-Ergebnisse, Assen (25. Juni):

1. Bagnaia, Ducati, 26 Rdn in 40:37,640 min
2. Bezzecchi, Ducati, + 1,223 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,925
4. Brad Binder*, KTM, + 1,528
5. Martin, Ducati, + 1,934
6. Alex Márquez, Ducati, + 12,437
7. Marini, Ducati, + 14,174
8. Nakagami, Honda, + 14,616
9. Morbidelli, Yamaha, + 29,335
10. Augusto Fernández, KTM, + 33,763
11. Savadori, Aprilia, + 35,084
12. Raúl Fernández, Aprilia, + 39,622
13. Bradl, Honda, + 42,504
14. Folger, KTM, + 45,609
– Di Giannantonio, Ducati, 8 Runden zurück
– Lecuona, Honda, 12 Runden zurück
– Oliveira, Aprilia, 14 Runden zurück
– Bastianini, Ducati, 20 Runden zurück
– Viñales, Aprilia, 23 Runden zurück
– Quartararo, Yamaha, 24 Runden zurück
– Zarco, Ducati, 24 Runden zurück
– Miller, KTM, 25 Runden zurück

*= ein Platz zurück («track limits»-Vergehen)

Ergebnisse MotoGP-Sprint Assen (24. Juni):

1. Bezzecchi, Ducati, 13 Rdn in 20:09,174 min
2. Bagnaia, Ducati, +1,294 sec
3. Quartararo, Yamaha, +1,872
4. Aleix Espargaró, Aprilia, +2,245
5. Brad Binder*, KTM, +4,582
6. Martin, Ducati, +5,036
7. Viñales, Aprilia, +5,876
8. Bastianini, Ducati, +10,102
9. Alex Márquez, Ducati, +10,525
10. Marini**, Ducati, +10,556
11. Miller, KTM, +11,191
12. Nakagami, Honda, +11,473
13. Zarco, Ducati, +15,439
14. Augusto Fernández, KTM, +17,754
15. Morbidelli, Yamaha, +19,508
16. Savadori, Aprilia, +19,664
17. Marc Márquez, Honda, +19,916
18. Raúl Fernández, Aprilia, +20,583
19. Oliveira, Aprilia, + 24,269
20. Lecuona, Honda, +24,727
21. Folger, KTM, +32,056
22. Bradl, Honda, +35,372
– Di Giannantonio, Ducati, 10 Runden zurück
*= erhielt 3 sec Strafe
**= erhielt 0,5 sec Strafe

WM-Stand nach 16 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 194 Punkte. 2. Martin 159. 3. Bezzecchi 158. 4. Binder 114. 5. Zarco 109. 6. Marini 98. 7. Miller 79. 8. Aleix Espargaró 77. 9. Quartararo 64. 10. Alex Márquez 63. 11. Morbidelli 57. 12. Viñales 56. 13. Rins 47. 14. Augusto Fernández 42. 15. Nakagami 34. 16. Di Giannantonio 34. 17. Oliveira 27. 18. Bastianini 18. 19. Marc Márquez 15. 20. Pedrosa 13. 21. Savadori 9. 22. Folger 9. 23. Raúl Fernández 8. 24. Pirro 5. 25. Petrucci 5. 26. Mir 5. 27. Bradl 5.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 285 Punkte. 2. KTM 153. 3. Aprilia 121. 4. Honda 89. 5. Yamaha 82.

Team-WM:

1. Prima Pramac Racing, 268 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 256. 3. Ducati Lenovo Team 222. 4. Red Bull KTM Factory Racing 193. 5. Aprilia Racing 133. 6. Monster Energy Yamaha 121. 7. Gresini Racing 97. 8. LCR Honda 84. 9. GASGAS Factory Racing Tech3, 51. 10. CryptoDATA RNF 39. 11. Repsol Honda 20.

 

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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
Mit 31 Jahren startet der achtfache Weltmeister in den Herbst seiner Karriere. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Die MotoGP wäre sehr viel ärmer ohne ihn.
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