Miguel Oliveira (Aprilia/18.): «Die Pace ist besser»

Von Toni Schmidt
Miguel Oliveira: Die Aerodynamik der RS-GP24 ist umfangreich, inklusive Batmobil-Heck

Miguel Oliveira: Die Aerodynamik der RS-GP24 ist umfangreich, inklusive Batmobil-Heck

Für Miguel Oliveira ging ein arbeitsreicher Sepang-Test zu Ende. Im neu formierten Aprilia-Kundenteam von Trackhouse muss er sich nicht nur an seine RS-GP24 gewöhnen, es gibt auch in der Teamstruktur eine Änderung.

Nach drei Tagen intensiver Tests – darunter auch mit dem Aero-Rake am Heck, um Daten zum Luftstrom zu erfassen – blieb der Durchbruch beim schnellsten Zahnarzt der Welt aus: Auf Francesco Bagnaia fehlten Miguel Oliveira 1,3 Sekunden, mit Rang 18 in der kombinierten Zeitenliste des Sepang-Tests blieb er für viele Beobachter hinter den Erwartungen zurück.

Die gute Nachricht ist: Dieses Ergebnis spiegelt nicht das tatsächliche Leistungsniveau wider. «Es stimmt, dass ich Probleme habe, auf eine schnelle Runde zu kommen, da müssen wir uns verbessern, um konkurrenzfähig zu sein. Doch es gibt gute Gründe dafür. Wir haben am Donnerstag das passende Zeitfenster für einen Zeitangriff verpasst, wir waren zu spät dran. Wir haben an den Einstellungen einiges geändert und sind den ganzen Tag mit diesen gefahren, damit ich die Aprilia besser verstehen kann. Unser Renntempo ist besser», versicherte der Portugiese.

Zwar merke Oliveira, dass er mit der RS-GP24 einen Fortschritt gegenüber seinem Vorjahres-Bike gemacht habe, dennoch gebe es noch Schwachpunkte. «Vor allem in Sachen Einlenkverhalten bei hohem Speed gibt es Verbesserungspotenzial, das konnte ich in Sepang nicht lösen. Wir werden dies in Katar angehen.»

Angesprochen auf die bedingt durch die höhere Downforce schwerer zu händelnde Aprilia und die damit verbundene körperliche Anstrengung äußerte sich der Trackhouse-Fahrer wie folgt: «Es kommt immer darauf an, ob sich die Anstrengungen mit der Rundenzeit decken, dann ist alles gut. Gibst du alles, aber es kommt keine gute Zeit heraus, frustriert dich das. Jetzt ist das nicht der Fall. Fakt ist: Die Aprilia ist etwas schwerer geworden, vor allem in den schnellen Richtungswechseln. Wir werden aber einen guten Kompromiss finden.»

«Wir haben einige Arbeit mit der Elektronik gemacht, insbesondere mit der Traktionskontrolle sehe ich eine gute Basis», äußerte sich der Portugiese in diesem Bereich zufrieden, der auch einen Technologiesprung von zwei Jahren hinter sich hat. Im Vorjahr fuhr er noch das 2022er-Modell des Herstellers aus Noale. «Nun habe ich viel mehr Möglichkeiten, die ich noch nicht alle probiert habe. Es gibt so viel zu entdecken, womit wir auch auf eine Runde schneller werden können. Das Bike, Reifen und die Elektronik, diese drei Komponenten müssen harmonieren, um dieses Ziel zu erreichen.»

Während des Sepang-Tests wurde auch bekannt, dass mit Davide Brivio einer der beliebtesten Manager der vergangenen Jahre in die MotoGP zurückkehrt und die Rolle als Team Principal bei Trackhouse übernehmen wird. «Ihn an Bord zu haben ist sehr gut für das Team», kommentierte Oliveira den prominenten Neuzugang. «Wir haben eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt und die Rolle von Davide ist es herauszufinden, was wir Fahrer benötigen, um uns komfortabel zu fühlen. Ich freue mich darauf, ihn zu treffen.»

MotoGP-Test Sepang, kombinierte Zeiten (6. bis 8. Februar):

1. Bagnaia, Ducati, 1:56,682 min
2. Martin, Ducati, + 0,172 sec
3. Bastianini, Ducati, + 0,233
4. Alex Márquez, Ducati, + 0,256
5. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,409
6. Marc Márquez, Ducati, + 0,588
7. Binder, KTM, + 0,625
8. Di Giannantonio, Ducati, + 0,661
9. Acosta, KTM, + 0,683
10. Mir, Honda, + 0,692
11. Quartararo, Yamaha, + 0,843
12. Viñales, Aprilia, + 0,846
13. Nakagami, Honda, + 1,083
14. Miller, KTM, + 1,169
15. Bezzecchi, Ducati, + 1,185
16. Rins, Yamaha, + 1,197
17. Zarco, Honda, + 1,260
18. Oliveira, Aprilia, + 1,318
19. Marini, Honda, + 1,326
20. Crutchlow, Yamaha, + 1,991
21. Augusto Fernández, KTM, + 2,058
22. Savadori, Aprilia, + 2,132
23. Pirro, Ducati, + 2,183

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