Stefan Everts über das Suzuki-Aus

Von Thoralf Abgarjan
Stefan Everts wollte bei Suzuki vielleicht zu viel bewegen

Stefan Everts wollte bei Suzuki vielleicht zu viel bewegen

Stefan Everts hat mit allen 4 japanischen Herstellern gewonnen, Suzuki, Honda, Kawasaki und Yamaha. Nach seiner Karriere als Fahrer wurde er Team-Manager bei KTM. Dann folgte der traurige Suzuki-Ausstieg aus der WM.

Im 'Interview der Woche' fragte ich Stefan Everts, wie er die Lage mit etwas Abstand beurteilt. 

Du hast mit viel Leidenschaft begonnen, und ich vermute, du hast auch viel Geld investiert. Du warst aber auch als Teamchef sehr erfolgreich mit Suzuki. Jeremy Seewer kam schon sehr nah an die KTM-Armada heran. Du hast auch Talente wie Arminas Jasikonis entdeckt. Letztlich beendete Suzuki das Werksengagement Ende 2017. Es gibt auch viele Gerüchte und es ist ein vielschichtiges Thema, aber mit ein paar Worten mit der Distanz von heute, was kannst du dazu sagen?

«Erstens: Das Einzige, was ich weiß, es waren finanzielle Gründe, die bei Suzuki den Ausschlag für den Rückzug aus der Motocross-WM gegeben haben. Das ist das einzige offizielle Statement, das ich kenne. Das inoffizielle ist: Ich weiß es selbst nicht genau, warum sie das getan haben. In diesen zwei Jahren habe ich viele große Veränderungen im Team durchgesetzt. Das Fahreraufgebot, das ich aufgebaut hatte in dieser kurzen Zeit war wirklich eindrucksvoll. Wenn man sich anschaut: Mit AJ [Arminas Jasikonis] und Jeremy Seewer. Ich hatte Hunter Lawrence, Jett Lawrence. Liam war im Hintergrund. Wir hatten Zachary Pichon. Wir hatten viele großartige junge Fahrer für die Zukunft, um damit etwas Großes auf die Beine zu stellen. Dann kam dieser plötzliche Rückzug. Für mich war das eine sehr große Enttäuschung. Besonders, dass ich allen meinen Leuten sagen musste, dass sie entlassen sind. Und das zur absoluten Unzeit. Die Teamplätze waren vergeben. Für einige Fahrer war es in dieser Situation sehr schwierig, ein gutes Team zu finden. Das war eine verdammt harte Zeit. Ich verstehe bis heute nicht, warum das passiert ist. So wie es voran ging mit dem Team, waren wir auf einem guten Weg. Andere Leute mögen da anderer Meinung sein.»

Absolut, denn auch die Ergebnisse stimmten, man kann sie auf dem Papier nachlesen. Wir führen diese Art von Interviews durch, weil im Moment keinerlei Rennen stattfinden. Letzte Woche sprach ich mit Jeremy Seewer. Er stimmte auch darin überein, dass es für ihn eine gute Situation im Team war. Er war zufrieden damit. Auch er konnte nicht nachvollziehen, was da passiert ist.
«Das geht jedem so. Wir können die Japaner an dieser Stelle nicht verstehen. Sie sind einfach Champions in Geheimhaltung oder Dinge im Verborgenen zu halten. Aber es ist wie es ist. Wir müssen es akzeptieren und weiter vorangehen.»

Hören Sie, was Stefan Everts selbst zum Thema sagt. Über den traurigen Suzuki-Ausstieg spricht er ab 14:37:

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