Motocross der Nationen-EM

Gespann-Team-EM Schwedt: Grandioser Nationen-Krimi

Von - 12.10.2015 11:21

Nach den Resultaten in der Einzel-WM schien in der Motocross-Gespann-Team-EM alles auf einen Dreikampf hinauszulaufen. Bis zum letzten Lauf blieb der Titel im Tiefsand von Schwedt offen.

Obwohl Deutschland einmal mehr Gastgeber der Team-EM war, trat – anders als bei der ebenfalls im ostdeutschen Schwedt stattfindenden Quad-Team-EM – nur eine heimische Formation an. Österreich brachte keine Mannschaft zustande, ebenso wenig die Schweiz. Dort wurde zeitgleich das Finale zur SAM-Meisterschaft ausgetragen, welches für die führenden eidgenössischen Gespanne einen höheren Stellenwert hat.

Der erste Lauf begann turbulent. Nach einem Startcrash fanden sich Etienne Bax/Kaspars Stupelis, Jan Hendrickx/Ben van den Bogaart, Daniel Willemsen und sein neuer Beifahrer Peter Beunk sowie Stuart Brown/Josh Chamberlain unversehens am Ende des Feldes wieder. Valentin Giraud/Elvijs Mucenieks blieben gar mit streikendem Motor am Start stehen und gingen erst mit geraumer Verspätung auf die Reise. Davon profitierten Jason van Daele/Gianni D'Hondt und Brett Wilkinson/Steve Kirwin. Doch die Stars fackelten nicht lange und machten aus ihrer zunächst misslichen Situation das Beste. Mit einem Sieg von Hendrickx und einem dritten Platz für van Daele brachten sich die Belgier zunächst in die beste Position. Bax hätte trotz Kupplungsproblemen mit um den Sieg kämpfen können, doch nach einem Sturz fiel der Weltmeister kurzzeitig auf Platz 6 zurück. Das estländische Gespann Raido Riim/Arno Peever ließ mit dem sechsten Rang vor den Cermak-Brüdern aufhorchen.

Im zweiten Lauf stellte das neu firmierte Duo Daniël Willemsen/Peter Beunk seine Schlagkraft mit einem Sieg unter Beweis. Van Daele trat nach Problemen mit seinem eigenen Gespann mit der Zweitmaschine des Teamkollegen Jan Hendrickx an und wurde prompt disqualifiziert. Zunächst kein Drama, denn die Youngster Marvin Vanluchene/Edouard Soenens holten mit dem zweiten Rang für Belgien die Kastanien aus dem Feuer. Noch konnte man den Totalausfall von van Daele als Streichresultat deklarieren.

Im dritten Lauf mussten Hendrickx und Vanluchene jedoch gleichermaßen Top-Platzierungen einfahren, um gegen die niederländische Equippe noch ihre Siegchance zu wahren. Bis zur dritten Runde sah für die schlagkräftigen Belgier alles gut aus. Doch dann zog sich Vanluchene-Beifahrer Edouard Soenens auf der mittlerweile von Löchern gespickten Strecke eine Handverletzung zu. Eine Weiterfahrt war unmöglich und damit der Traum vom Sieg ebenso wie vom Vize-EM-Titel ausgeträumt. Letzteren holten die Briten mit respektablen Leistungen, der Ausfall von Nick Jarvis/Dan Chamberlain im dritten Lauf war – Stichwort Streichresultat – dabei verschmerzbar.

Die deutschen Teams agierten auf dem aus der WM gewohnten Niveau. Martin Walter trat mit dem international unerfahrenen Philipp Reimann als Beifahrer an, Axel Richter mit Schulterblessur. Top-Ten-Resultate verpassten auch Tobias Blank/Michael Klooz knapp. So war gegen die Franzosen mit den von Technikpech eingebremsten Vizeweltmeistern Giraud/Micenieks nicht mehr als der siebte Rang möglich. Dass das Team aus Estland deutlich besser abschnitt und sogar in Reichweite der Podiumränge agierte, ist in diesem Zusammenhang jedoch bemerkenswert. Die ehedem ruhmreichen Letten sind seit dem Rückzug von Maris Rupeiks und den Daiders-Brüdern ebenfalls völlig in der Versenkung verschwunden und brachten kein halbwegs schlagkräftiges Trio zusammen.

Doch bleibt auch festzuhalten, dass die Australier – dank Commonwealth-Status als Europäer akzeptiert – nicht als Schlusslichter aus Schwedt abreisten. Immerhin ließen sie die glücklosen Schweden und die Dänen hinter sich. Da bleibt zu hoffen, dass die Gespanncrosser von Down Under in Zukunft häufiger den weg nach Europa finden.

Für die Niederländer gab es einen weiteren Grund zum Feiern: Mike van Grinsven, Joe Maessen und Ingo ten Vregelaar gewannen die Quad-EM vor den Letten und dem stark auftrumpfenden Gastgeber-Team mit Julian Haas, Stefan Schreiber und Manfred Zienecker. Österreich musste sich mit dem zwölften Rang bescheiden: Vertreten war die Alpenrepublik durch David Freidinger, Christoph Kerscher und Klaus Fleckinger. Team Deutschland II mit Maximilian Flemming, Marvin Krause und Wilhelm Rudolph wurde mit Rang 14 Vorletzter. Die drei ostdeutschen Quad-Racer traten ohne finanzielle Unterstützung des DMSB an.

Ergebnisse Motocross-Gespann-Team-EM Schwedt/D:

1. Lauf: 1. Jan Hendrickx/van den Bogaart (B/NL), WSP-Husqvarna. 2. Bax/Stupelis (NL/LV), WSP-Zabel. 3. Van Daele/D'Hondt (B), WHT-Husqvarna. 4. Wilkinson/Kirwin (GB), WHT-Zabel. 5. D.Willemsen/Beunk (NL), WSP-Zabel. 6. Riim/Peever (EST), WSP-Zabel. 7. Cermak/Cermak (CZ), WSP-Zabel. 8. Brown/J.Chamberlain (GB), WSP-Zabel. 9. Rozehnal/Rozhenal (CZ), VMC-Zabel. 10. Giraud/Mucenieks (F/LV), WHT-KTM. 11. Richter/Nicke (D), WHT-Zabel.12. Walter/Reimann (D), WHT-Zabel.

2. Lauf: 1. Willemsen/Beunk. 2. Vanluchene/Soenens (B), WSP-Zabel. 3. Wilkinson/Kirwin. 4. Hermans/Van Gaalen (NL), WSP-Zabel. 5. Cermak/Cermak (CZ), WSP-Zabel. 6. Cerny/Musil (CZ) WSP-Jawa. 7. Varik/Kurpnieks (EST/LV), WSP-Zabel. 8. Jarvis/ D.Chamberlain (GB), WHT-KTM. 9. Gordejev/Mill(EST), WSP-Zabel. 10.Hydulphe/Chopin (F), WSP-KTM. 11. Walter/Reimann. 13. T.Blank/Klooz (D), VMC-Zabel.

3. Lauf: 1. Bax/Stupelis. 2. Hendrickx/Van den Bogaart. 3. Giraud/Mucenieks. 4. Brown/Chamberlain. 5. Hermans/Van Gaalen. 6. Riim/Peever. 7. Rozehnal/Rozehnal. 8. Gordejev/Mill. 9. Cerny/Musil. 10. Stenborg/Stenborg (S), VMC-Zabel. 11. Blank/Klooz. 17. Richter/Nicke.

Gesamtstand: 1. Niederlande, 13 Punkte. 2. Großbritannien 27. 3. Belgien 33. 4. Tschechien 34. 5. Estland 36. 6. Frankreich 57. 7. Deutschland 58. 8. Italien 78. 9. Irland 80. 10. Litauen und Australien je 86.

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