Superbike-WM in Malaysia: Keine Erfolgsgeschichte

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Die SBK-Action in Sepang war gut, die Tribünen aber leer

Die SBK-Action in Sepang war gut, die Tribünen aber leer

Alle in der Superbike-WM engagierten Werke wünschen sich Rennen in Asien. Die seriennahe Motorradweltmeisterschaft hat es dort aber schwer, Fuß zu fassen. Drei Versuche in Malaysia gingen daneben.

Seit Gründung der Superbike-WM gab es Bestrebungen, einer Weltmeisterschaft gerecht zu werden und Veranstaltungen auf den wichtigsten Kontinenten abzuhalten. Damals wie heute ist vor allem der asiatische Raum ein schwieriges Terrain für die seriennahe Meisterschaft.

In Japan wurde zuletzt 2003 (in Sugo) gefahren, in Indonesien 1994 (Sentul). Nachdem Thailand 2018 den Zuschlag für die MotoGP erhielt, stürzten die Zuschauerzahlen beim SBK-Event in den Keller. 2019 wurde zum vorerst letzten Mal in Buriram gefahren.

Ebenfalls nicht durchsetzen konnte sich die Weltmeisterschaft mit käuflichen Motorrädern in Malaysia, dabei mangelte es nicht an Versuchen. Egal ob Sha-Alam, Johor oder auf der hochmodernen Piste in Sepang – dauerhaft etablieren konnte sich die Superbike-WM nicht.

Nach Sha-Alam kam der Tross Anfang der 1990er. Fabrizio Pirovano (1990/Yamaha) und Raymond Roche (1991/Ducati) feierten jeweils Doppelsiege. Die abwechslungsreiche Piste mit 3,7 km Länge, 14 Links- und 10 Rechtskurven hat europäische Wurzeln. Sie wurde vom Niederländer John Hugenholtz gezeichnet und musste mittlerweile einem Baugebiet weichen.

Anschließend versuchte die Superbike-WM die Piste in Johor aus, wo nur Ducati-Piloten Siege feiern konnten: 1992 teilten sich Roche und Doug Polen die Laufsiege, 1993 dominierte Carl Fogarty in beiden Rennen. Heute liegt die 3,6 km lange Piste brach. Pläne zur Wiederinbetriebnahme wurden verworfen, stattdessen wurde die neue Piste «Fasttrackcity» errichtet.

In der Neuzeit nutzte Promoter Dorna 2014 seine guten Kontakte zur Rennstrecke in Sepang, um die Superbike-WM in Malaysia zu etablieren. Aber die Besucherzahlen waren und blieben unter den Erwartungen zurück, nach drei Jahren wurde erneut der Stecker gezogen. Als letzter Sieger schrieb sich 2016 der ein Jahr später bei einem Fahrradunfall tödlich verunglückte Nicky Hayden in die Liste ein.

Generell hat das Scheitern der Superbike-WM in Asien verschiedene und vielfältige Gründe. Die meisten Menschen in Thailand können sich nur den Besuch eines Motorsport-Events im Jahr leisten und gaben ihr Geld bevorzugt für die Superbike-WM aus – das löste den Besucherschwund aus. Meetings in Japan sind dagegen für die Teams sehr teuer.

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