Bardahl Evan Bros: Falsche Zeit für Wechsel zu BMW?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Das Team Bardahl Evan Bros dominiert die Supersport-WM

Das Team Bardahl Evan Bros dominiert die Supersport-WM

Das italienische Team Bardahl Evan Bros hat 2020 zum zweiten Mal in Folge die Supersport-WM gewonnen und denkt über den Aufstieg in die Superbike-Klasse nach. Das größte Hindernis ist die schlechte Wirtschaftslage.

2019 triumphierte das Team Bardahl Evan Bros Yamaha in der Supersport-WM mit Randy Krummenacher, dieses Jahr mit Andrea Locatelli. Die Truppe um Fabio Evangelista hat sich mit hervorragender Arbeit für höhere Aufgaben empfohlen. Der Italiener würde gerne in die Superbike-WM aufsteigen, als Partner kommen Yamaha und BMW in Frage.

Yamaha hat mit Crescent, GRT und Ten Kate bereits drei Teams, dort hat Evangelista mittelfristig keine Chance, über den Status eines Kundenteams hinauszukommen.

BMW hingegen sucht für 2021 ein Satelliten-Team, als einziger der fünf Hersteller in der Superbike-WM haben die Bayern nur zwei Motorräder im Einsatz und entsprechend wenig Daten für die Entwicklung zur Verfügung.

Nach mehreren Gesprächen mit Evangelista war BMW Motorsport Direktor Marc Bongers zuversichtlich, dass eine Zusammenarbeit klappen könnte.

Doch davor gilt es einige Hindernisse zu überwinden. «Ich fürchte mich etwas vor dem Wechsel in die Superbike-WM, er ist nicht so einfach, wie die Leute meinen», erzählte Evangelista SPEEDWEEK.com. «BMW müsste das Material stellen und die nötige Unterstützung leisten, sonst ist es unmöglich. Wir haben ein Angebot von BMW, ich habe ihnen ehrlich mitgeteilt, was ich zu dem Projekt beitragen kann. Ich hatte vor Barcelona drei Sponsorengespräche in Mailand: Es ging um 100.000, 200.000 und bei einer sehr großen Firma um 800.000 Euro, die auch das Formel-1-Team von Ferrari unterstützt. Sie sagten mir sehr deutlich, dass sie momentan nicht mal einen Bruchteil des angefragten Betrags ausgeben können, die gleichen Antworten bekam ich von den anderen beiden Firmen. Danach war mir klar, dass ich nicht darauf hoffen brauche, bis Weihnachten das nötige Geld zu finden.»

Der Teamchef unterstreicht: «Wenn BMW uns als Satelliten-Team möchte, dann können wir diese Aufgabe bewältigen. Dafür müssen sie aber großen Einsatz bringen. Ein Gratis-Motorrad hilft uns dabei nicht. Momentan habe ich keine Frist für meine Entscheidung, wir können bis zum Ende der Meisterschaft warten oder sogar darüber hinaus. Das bringt mich aber in die Schwierigkeit, dass ich bis dahin mit keinem Fahrer über 2021 reden kann.»

Bei BMW gibt es kein fixes Budget für ein Satelliten-Team. «Es gibt Leute, die wollen eins zu eins ein Werksbike fahren, was wir natürlich darstellen könnten», erklärte Bongers. «Ob das teils subventioniert ist oder nicht – es gibt kein Paket, das wir einfach anbieten. Das ist bei jedem Team eine individuelle Diskussion. Anhand von dem, was sie uns bieten können, können wir darauf reagieren. Das ist je nachdem, wie viel Nutzen daraus entsteht. Wenn es ein Kundenteam ist, von dem ich null Nutzen habe, dann ist es ein Kundenteam, das seine Rechnungen bezahlen muss.»

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