Auch ohne Jonas Folger: Bonovo BMW in SBK-WM 2022

Von Ivo Schützbach
BMW hat Tom Sykes für die Superbike-WM 2022 ein «attraktives Angebot» unterbreitet. Doch der Engländer pokert, obwohl er in diesem Fahrerlager keine Alternative zum Bonovo-Team hat.

Als Tom Sykes Mitte August von BMW offenbart wurde, dass für nächstes Jahr der von Ducati kommende Scott Redding seinen Platz bei Shaun Muir Racing erhält, waren bereits fast alle Türen in reizvollen Teams zugefallen. Lediglich im Werksteam von Honda durfte sich der Engländer noch Chancen ausrechnen. Doch inzwischen deutet alles darauf hin, dass die Honda Racing Corporation die beiden Spanier Iker Lecuona (21) und Xavier Vierge (24) auf die CBR1000RR-R setzen wird. Alvaro Bautista kehrt zu Ducati zurück und Leon Haslam voraussichtlich in BSB.

Damit hat Sykes nur noch zwei Möglichkeiten: Er nimmt das Angebot von BMW an, oder er wechselt in die Britische Superbike-Meisterschaft.

Laut BMW Motorsport Direktor Marc Bongers wurde Sykes ein «attraktives Angebot» unterbreitet, das «seiner Klasse entspricht».

Kein BSB-Team kann da finanziell mithalten, außer Promoter MSVR hilft nach. Dem Vernehmen nach hat Sykes ein Angebot von Paul Bird Motorsport, dem Ducati-Werksteam in BSB. Mit einem ordentlichen Grundgehalt und saftigen Boni für Siege.

Doch Sykes sagt auch: «Ich habe unzweifelhaft den Speed für die Weltmeisterschaft.»

Sykes unterschreibt aus verschiedenen Gründen noch nicht bei BMW: Zum einen ist er gekränkt, wie er aufs Abstellgleis befördert wurde. Und zum anderen pokert er natürlich um sein Gehalt und Zusagen, etwa seine Crew betreffend.

Bonovo würde im Fall der Verpflichtung von Sykes, Eugene Laverty oder einem anderen Fahrer durch BMW das Team nötigenfalls von einem auf zwei Fahrer aufstocken, denn Jonas Folger hat von Eigentümer Jürgen Röder bereits die Zusage für 2022. Doch der 28-Jährige ist sich nicht sicher, ob er auf der BMW weitermachen möchte. «Wenn ich selber dran glaube, dass ich es nächstes Jahr schaffen kann, mit diesem Paket einen guten Schritt nach vorne zu machen, dann unterschreibe ich», hielt der Bayer fest. «Ich rede von den Top-10, sonst brauche ich nicht in der WM fahren.»

Folger kann sich auch vorstellen, nächste Saison Supersport- oder Endurance-WM zu fahren – Hauptsache, er hat wieder Freude am Fahren. Die Rückkehr in die IDM schließt er aus.

Unabhängig von Folgers Entscheidung, wird das deutsche Bonovo-Team mit BMW in der Superbike-WM weitermachen.

Die Gedankengänge von Folger sind auch Michael Galinski nicht verborgen geblieben. «Jürgen Röder stärkt ihm den Rücken», erzählte der Bonovo-Teammanager beim Treffen mit SPEEDWEEK.com in Spanien. «Aber wenn es eine Quälerei wird, dann wird Jonas darüber nachdenken, das nicht mehr zu machen. Es sieht mehr und mehr danach aus. Wir haben viel am Motorrad gemacht und Jonas hat auch mit dem van der Mark gesprochen. Das fand ich gut, das war ein ganz offenes Gespräch. Van der Mark hat ihm gesagt, dass er die Front der BMW auch nicht spürt, während einem die Yamaha jegliche Rückmeldungen gibt. Er meinte auch, dass man das Motorrad trotzdem in die Kurven reinhauen muss. Und wenn du übers Vorderrad auf die Nase fällst, dann war das das Limit. Der Schlüssel ist, dass man aus der BMW keine Yamaha machen kann. BMW macht nach wie vor viel, aber ich glaube, Jonas hat ein bisschen aufgegeben. Ich verstehe alles, was er sagt. Aber dann muss er vielleicht ein anderes Motorrad fahren. Vielleicht passt das einfach nicht, das haben wir auch schon bei Rossi oder Zarco gesehen. Ich fühle, dass es so nicht weitergeht, aber Herr Röder hat ihm die Option gelassen.»

Die Superbike-Werksteams 2022:

Kawasaki: Jonathan Rea (GB), Alex Lowes (GB)

Aruba.it Ducati: Alvaro Bautista (E), Michael Rinaldi (I)

BMW Motorrad: Michael van der Mark (NL), Scott Redding (GB)

Pata Yamaha: Toprak Razgatlioglu (TR), Andrea Locatelli (I)

Team HRC: Iker Lecuona? Xavier Vierge?

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