Neue BMW: Razgatlioglu ist in einem Albtraum erwacht
BMW hat für die Superbike-WM 2025 ein neues Homologationsmodell der M1000RR. Champion Toprak Razgatlioglu prangert die Regeländerungen an und betont, dass sie die ganze harte Arbeit zerstört haben.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Dieses Motorsport-Portal hat über den Winter ausführlich über die Änderungen der technischen Regeln in der Superbike-WM berichtet und welche Auswirkungen diese auf Titelverteidiger BMW mit seinen Fahrern Toprak Razgatlioglu und Michael van der Mark haben.
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Der deutsche Hersteller gewann die Weltmeisterschaft 2024 auch, weil er einen Spezialrahmen einsetzen durfte. Das erlaubt das diesjährige Regelbuch nicht mehr, die BMW-Piloten müssen mit dem Standardchassis des neuen Homologationsmodells der M1000RR fahren. In den Augen von Chris Gonschor, dem Technischen Leiter bei BMW, entbehrt dieser Schritt jeglicher Logik. "Concessions erhält man, um eine Komponente zu verbessern, die nicht wettbewerbsfähig war", verdeutlichte der Bochumer gegenüber SPEEDWEEK.com. "Das haben wir 2023 gezeigt. Dann konnten wir diese Komponente über die Concession-Parts verändern und haben dadurch ein wettbewerbsfähiges Motorrad bekommen. Dann wurden wir damit Weltmeister. Wenn ich dann das wettbewerbsfähige Bauteil wieder rausnehme, mache ich einen Schritt zurück auf 2023. Die Argumentation, ihr seid Weltmeister geworden und deshalb braucht ihr das nicht mehr, würde technisch bedeuten, dass das Problem gelöst ist. Das Problem ist aber nur gelöst mit genau dieser Komponente."
Was wir diese Woche bislang auf Phillip Island zu sehen bekommen, ist eine Ducati-Show. Zwar betonen die Panigale-Piloten, dass sie bei den Rennen am Samstag und Sonntag mit Toprak rechnen, der zweifache Weltmeister ist sich dessen aber nicht sicher. "Wir sind nicht so schnell wie letztes Jahr, wir sind schlechter", hielt er beim Treffen mit SPEEDWEEK.com fest. "Ich habe kein Vertrauen auf dem Motorrad und fahre wie auf Eis. Wir haben mit der Abstimmung alles versucht, aber noch nichts gefunden."
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FP1 beendete Razgatlioglu am Freitag als Sechster, über 0,8 sec hinter dem Schnellsten Nicolo Bulega (Aruba.it Ducati). Im FP2 wurde er mit beinahe identischem Rückstand Dritter, in der kombinierten Zeitenliste vom Freitag bedeutet das Position 5 – hinter den vier Ducatisti Bulega, Iannone, Bautista und Petrucci.
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"Ich fuhr zwei Runden hinter Bulega, er kann sein Motorrad ganz leicht fahren, in die Kurven einbiegen und ans Gas gehen", beschrieb der Türke. "Ich hingegen kämpfe auf meinem Bike. Ich weiß, dass ich hier nicht so stark bin. Aber wenn ich letztes Jahr mit diesem vergleiche, dann ist alles anders. Dieses Motorrad ist grundlegend anders. Das Bike lässt sich nicht leicht verzögern, in der Rollphase lässt sich keine Richtung machen und es hat keinen Grip. Bulegas Ducati hat unglaublichen Grip. Bei mir dreht das Hinterrad mit neuem Reifen bereits in der ersten Runde durch. Er ist auf einem anderen Level. Ich sage zu mir selbst, dass das eben eine Ducati ist. Aber ich habe nicht mehr den Rhythmus wie letztes Jahr, weil mein Bike nicht mehr das gleiche ist. Eine sehr schwierige Situation für mich."
"Ich gebe euch ein Beispiel: Für mich ist der Unterschied so, als fährst du mit einem Auto auf Asphalt und anschließend auf Schnee. So fühlt sich das neue Motorrad für mich seit dem ersten Test an. Wenn ich in die Kurve fahre, bekomme ich weder vom Vorder- noch vom Hinterreifen Rückmeldungen. Ich kann das Bike nicht spüren, egal was wir ändern. Und mit steigender Streckentemperatur wird es schlimmer. Wenn die Temperatur steigt, funktioniert das Motorrad null. Ich weiß nicht, wie ich so gegen die ganzen Ducati an der Spitze kämpfen soll. Von Bulega rede ich gar nicht: Der ist extrem stark und hat eine unglaubliche Pace." "Ich verstehe nicht, weshalb die Dorna diese Regeln durchgesetzt hat", kritisierte der Red-Bull-Athlet. "2019, 2022 und 2023 fuhr Alvaro Bautista an der Spitze, Ducati lag immer vorne. Heute ist es wieder so. Warum wurden die Regeln geändert? Weil ich vorne fuhr? Es geht ja auch nicht nur um mich, sondern auch um Mikey. Sein Bike funktioniert auch nicht, wir sind zerstört."
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Werden diese Schwierigkeiten auf allen Strecken auftreten oder sind sie auf Phillip Island besonders ausgeprägt, fragte SPEEDWEEK.com nach. "Auf Stop-and-go-Pisten wie Portimao und in England war die BMW nicht schlecht, ich weiß aber nicht, wie dieses Modell dort sein wird", grübelte der 57-fache Laufsieger. "Unser Test in Portimao war gut, aber das ist nicht die Realität. Damals gab es nasse Stellen auf der Strecke, da haben vielleicht nicht alle Ducati-Fahrer voll gepusht. Ich war ja auch beim Test hier nicht schlecht. Aber sobald es etwas wärmer wird, kann ich nicht glauben, was passiert."
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