Marco Melandri verlangt neue Aprilia-Philosophie

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Aprilia hat Marco Melandri eingekauft, um Superbike-Weltmeister zu werden. Nach acht Läufen liegt der Italiener aber bereits 39 Punkte hinter Tom Sykes (Kawasaki). Vor Imola forderte er drastische Änderungen.

«Die Arbeitsweise von Aprilia und mir ist nicht gleich», kritisierte Marco Melandri vor seinem Heimrennen in Imola. «Es muss sich etwas ändern.» Was harmlos klingt, stellt das Weltbild von Aprilia auf den Kopf. Trotzdem hörte Rennchef Romano Albesiano seinem Star geduldig zu und leitete Änderungen in die Wege.

«Marco hat bis heute kein perfektes Gefühl für das Motorrad gefunden, das ist wahr», räumte Albesiano gegenüber SPEEDWEEK.com ein. «Manchmal haben wir in verschiedene Richtungen gearbeitet. Letzten Dienstag hatten wir ein Treffen in Noale, bei dem wir einen neuen Plan ausgearbeitet haben. In Imola versuchen wir einige radikale neue Dinge, die zu funktionieren scheinen.»

In der Tat: Das erste Qualifying beendete Melandri als Fünfter (+0,568 sec), das zweite als Dritter (+,0,114 sec). «Am Freitag hat Marco gesehen, dass wir in die Richtung arbeiten, um die er gebeten hat», so Albesiano weiter. «Er hat die Philosophie der Motorrad-Abstimmung komplett in Frage gestellt. Es ist nicht so, dass wir in grundlegend verschiedenen Richtungen gearbeitet haben. Manchmal ist aber schwierig zu verstehen, was ein Fahrer haben möchte und was er braucht. Es war nicht unsere Intention es anders zu machen, als er es haben wollte.»

Aprilia wittert viel Potenzial

Melandri möchte einen anderen Weg einschlagen als jenen, den Testfahrer Alex Hofmann, Teamkollege Sylvain Guintoli oder die ehemaligen Piloten Max Biaggi und Eugene Laverty vorgegeben haben. «Was er haben möchte, ist neu für Aprilia», bestätigt der Aprilia-Corse-Boss.

Was genau sein Star anders haben möchte, verrät er indessen nicht.

«Marco hat kein perfektes Gefühl für das Bike, aber schau dir die Rennen an», verdeutlicht Albesiano. «Im ersten Lauf in Australien wurde er Zweiter. Im zweiten Lauf machte er einen Fehler, er hätte aber erneut auf dem Podium stehen können. In Aragón entschieden wir uns im ersten Lauf gemeinsam für den falschen Reifen. Das zweite Rennen hätte er fast gewonnen. Obwohl er sich auf dem Bike nicht wohl fühlt, hätte er einige Rennen fast gewonnen. Er ist sehr konkurrenzfähig. Schlecht ist nur, dass wir viele Punkte verloren haben. Aber das Potenzial ist großartig. Wenn wir es schaffen, Motorrad und Fahrer auf die gleiche Linie zu bekommen, dann sind wir auch erfolgreich.»

Dass Melandri vor Imola und nach nur vier WM-Events bereits 39 Punkte hinter WM-Leader und Titelverteidiger Tom Sykes (Kawasaki) liegt, macht dem Rennchef kein Kopfzerbrechen. Für ihn ist die WM noch nicht verloren: «Sicher ist es möglich, Sykes einzuholen. Im Rennsport können sich Dinge sehr schnell ändern. Perfekt für uns wäre gewesen, wenn sich schon zu Saisonbeginn die optimale Harmonie eingestellt hätte. Wir sind etwas spät dran, haben aber noch Zeit.»

In zirka zwei Wochen wird Marco Melandri erstmals Vater. Lenkt ihn das derzeit von der Arbeit ab? «Ich glaube eher, dass das einen positiven Einfluss auf ihn hat», meint Albesiano.

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