Der Hai hat scharfe Zähne

Kolumne von Eckart Rösinger
Internationale Sidecar Trophy
Eckart Rösinger und Andy Kolloch mit der Haifischschnauze

Eckart Rösinger und Andy Kolloch mit der Haifischschnauze

Endlich ging die Saison für mich und meinen Beifahrer Andy Kolloch beim ersten Event der International Sidecar Trophy auf dem Schleizer Dreieck so richtig los.

Nach einem langen Winter mit etlichen Änderungen am Gespann und den erfolgreichen Testfahrten in «Carlos Trainingslager» riefen die ersten beiden Wertungsläufe zur International Sidecar Trophy 29 Teams nach Schleiz auf Deutschlands ältester Naturrennstrecke. Die Rennen fanden im Rahmen der Seitewagen-Weltmeisterschaft statt, also unter Beobachtung der «Großen» des Sports. Wir fuhren bereits mittwochmittags los, galt es ja als auch Organisator der Sidecar Trophy das Fahrerlager für die Teams zu regeln. Es lief alles völlig entspannt und ohne Zeitdruck. Aufbauen, eine ruhige Nacht, dann die Papier- und technische Abnahme. Freitagmittag ging es dann das erste Mal auf die Strecke.

Erstmalig fahren wir ja mit der Startnummer 1 als Sieger der Sidecar Trophy 2010. Das ist schon ein gutes Gefühl. Nach den zwei Trainingssitzungen lagen wir auf Platz 3. Immerhin konnten wir einen der Favoriten hinter uns lassen. Ausserdem haben wir uns weiter als schnellstes F2-Gespann im Feld behauptet, auch wenn es nur Zehntelsekunden waren. Wir haben nach dem ersten Training noch die Federvorspannung vorne verändert, ansonsten hat die Abstimmung gepasst, die wir schon im letzten Jahr erarbeitet haben. Freitagabend sind noch Schrauber Manni und Motorenmann Ralf Unfried eine nicht gerade sitzende Bremszange aufgefallen. Mit Scheiben im Zehntel Millimeterbereich haben die beiden dann die Zange ausdistanziert. Gute Arbeit Jungs, man hat es dann am Ablaufbild der Bremsbeläge gesehen. Später kam dann erstmalig in dieser Saison die Hai-Nase drauf. Wir wollen sie nur zum Rennen einsetzen. Das Echo am morgen im Fahrerlager war gross, hatten wir dies ja auf der Webseite angekündigt, aber gesehen haben sie bis dahin die wenigsten.

Das erste Sprintrennen sollte über sieben Runden gehen. Wir kamen am Start super weg, im Gegendsatz zum Rest der ersten Startreihe. Von hinten aus der dritten Reihe kam noch das Französische Team Hergott/Josse vorbei, so konnten wir uns auf dem zweiten Platz einreihen. Auf den üblichen Superstart unseres belgischen Freundes Chris Baert habe ich vergebens gewartet. Normalerweise macht er immer zwei bis drei Reihen gut. Ich nutze den Windschatten des vor uns fahrenden F1-Gespannes aus. Im Lauf der ersten Runde kamen dann noch Schmitz/Lehnertz und Knapton/Miller vorbei. Sie sind klar schneller, wenn sie nicht gerade den Start verpennen. Hinter diesem D-Zug aus drei F1-Gespannen konnten wir uns schnell um mehr als drei Sekunden von unseren direkten Verfolgern, den Gärner-Brüdern auch auf einem F2-Gespann, absetzten. Sie hatten es mit dem Belgier Chris Baert/Knut Wassiak zu tun und haben so den Anschluss an uns verloren. Als Manni dann ein «Plus 7» auf der Boxentafel anzeigte, nahm ich etwas Druck heraus. Nach vorne ging nichts mehr, nach hinten hatten wir alles im Griff. Ein guter vierter Platz im Rennen, Sieger bei den 600ern, das war die erhoffte Ausbeute. Später stellten wir fest, dass wir unsere Trainingszeit noch um fast zwei Sekunden unterboten hatten. Die alte Hackordnung war damit vorläufig wieder hergestellt. Gewonnen haben die Briten Knapton/Miller.

Der Start zum zweiten Rennen über dann 12 Runden war für 17.35 Uhr angesetzt. Auf Grund von Verzögerungen im Zeitplan wurde dann erst kurz nach 18.00 Uhr gestartet. Auch hier hatten wir einen guten Start, die Anderen aus unserer Startreihe allerdings auch. Die drei schnellsten F1-Gespanne des Wochenendes quetschten sich noch vor der ersten Linkskurve an uns vorbei, aber der erneute vierte Platz war voll okay für uns. Diesmal ging es allerdings vor uns sehr wild zu. Alle drei Gespanne berührten sich mehrfach und tauschten diverse Lackschichten aus. Wir hielten uns daher in der ersten Runde mit etwa zwei Sekunden Abstand zurück, immer einen Dreher oder Unfall erwartend. Aber irgendwie ging dann doch alles glimpflich ab. Am Ende der ersten Runde steckte dann mal Chris Baert seine Verkleidung kurz vor. Mit einem harten Bremsmanöver verfrachtete ich ihn dann wieder hinter uns. Dann gelangen mir drei perfekte Runden und sofort hatten wir ein «Plus 4» auf der Tafel. Danach vergrößerte ich den abstand nach hinten um eine Sekunde pro Runde.

Vorne, gerade noch in Sichtweite, behakten sich Schmitz/Lehnerts heftigst mit den Franzosen Hergott/Josse. Auf der Geraden spielte der Franzose seine BMW-Power aus, in den Ecken und in den Bremszonen machte «Schmitze» Boden gut. Die Sache endete wie es zu erwarten war. Beim Überrunden gingen den Beteiligten die Strasse aus. Schmitz/Lehnertz büssten einige Teile am Kühlerschacht ein und mussten das Rennen aufgeben. Von unserem Logenplatz aus konnte ich mir ein Grinsen unter dem Helm nicht verkneifen. Denn damit lagen wir auf Podiumskurs. Den brachten wir mit der nötigen Routine ins Ziel. Jetzt sind wir Dritter in der Gesamtwertung und führen die interne F2-Trophy an. Das Zwischenziel ist vorläufig erreicht. Sofort am Montag haben wir dann das Gespann zerlegt, um es für den Start auf der Isle of Man vorzubereiten.
 

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