Güstrow: Tschechien U19-Champion, starke Deutsche

Von Gunnar Mörke
Speedway
Chlupac vor Wahlqvist und Kvech

Chlupac vor Wahlqvist und Kvech

Weil der DMSB sich für sämtliche Teamwettbewerbe 2020 abgemeldet hat, fuhr das deutsche Trio im Speedway-U19-Paar-Cup-Finale in Güstrow außer Konkurrenz. Sonst wäre es eine Medaille geworden.

Am Ende des Renntags stand das Güstrower Team doch noch auf dem Siegerpodest, zwar allein, dafür unter dem ungeteilten Applaus des Güstrower Publikums. «Die Jungs haben eine Top-Leistung gebracht, im Team perfekt zusammengearbeitet und sich gegenseitig in der Box unterstützt. Es hat richtig Spaß gemacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten», lobte der an diesem Tag als Teamchef agierende Tobias Busch den Auftritt von Norick Blödorn und Ben Ernst gegen die europäische Konkurrenz. «Es ist natürlich schade, dass sie außer Konkurrenz starten mussten. Wenn man dann in ihre Augen schaut und sieht, dass sie nicht den Lohn ihrer Leistung bekommen, macht mich das richtig traurig. Aber das kann die Leistung der beiden nicht schmälern.»

Genauso sah es das Güstrower Publikum, denn es feierte das Team, das unter den Vereinsfarben angetreten war, entsprechend.

Vorher mussten alle, die eine Karten für dieses Rennen ergattert hatten, viel Geduld und Vertrauen in die Vorbereitung des MC Güstrow mitbringen. Den ganzen Nachmittag über regnete es ununterbrochen und es gehörte schon eine Portion Optimismus dazu, an ein Rennen zu glauben. Aber genau diese Einstellung der vielen Helfer war es, die die Veranstaltung möglich machte. Sehr viel Aufwand musste für die Organisation unter Corona-Bedingungen betrieben werden. Als der Regen dann endlich aufhörte, waren Mensch und Technik im unermüdlichen Einsatz, um die Bahn von den knapp 5000 Quadratmetern Plane zu befreien, mit der das Oval vorher abgedeckt war.

Im anschließenden Rennen hielt die Bahn und bot den 1000 zugelassenen Zuschauern guten Sport der jungen Piloten. Durchaus überraschend gestaltete sich der Rennverlauf. Das lettische Team unter Leitung von Maksim Bogdanovs startete gut ins Match und vor allen Ricards Ansviesulis, der mit 16 Zähler Punktbester wurde, hatte mit seiner Leistung einen großen Anteil daran, dass er am Ende gemeinsam mit Ernests Matjusonoks und Francis Gusts auf dem zweiten Platz landete. Die polnische Vertretung begann nicht so gut, fuhr aber immer Punkte ein und kam so auf den dritten Gesamtrang. Den Europacup holte das tschechische Team, in dem Jan Kvech nicht nur der schnellste Fahrer war, sondern auch gut mit Petr Chlupac und Daniel Klima harmonierte.

Die Güstrower Vertretung, die aufgrund des vom DMSB angeordneten Rückzugs aller Teams von internationalen Prädikaten außer Konkurrenz startete, kam auf insgesamt 22 Zähler und erkämpfte damit nur einen Punkt weniger als die Sieger aus Tschechien.

Ben Ernst begann mit zwei Laufsiegen und holte insgesamt drei, auf die gleiche Anzahl kam Norick Blödorn. Beide kämpften verbissen und nutzen den Vorteil der Bahnkenntnis, um gegen die internationale Konkurrenz mitzuhalten. Im letzten Lauf des Tages trafen sie auf den schon feststehenden Europacupsieger. Dieser Heat wurde zur Jubelfahrt der beiden. Mit einem Raketenstart schnellten sie gemeinsam an die Spitze und unter der Anfeuerung der begeisterten Fans konnten sie zum Abschluss der Veranstaltung einen Doppelsieg einfahren. Mit dieser Leistung zeigten sie, dass sie zur europäischen Spitze in ihrer Altersklasse gehören. Diese Erkenntnis bleibt ganz unabhängig von der offiziellen Wertung bei diesem denkwürdigen Rennen in Erinnerung.

Ergebnisse Speedway-U19-Paar-EM Güstrow/D:

1. Tschechien, 23 Punkte: Jan Kvech 11, Petr Chlupac 7, Daniel Klima 5.
2. Lettland 20: Ernest Matjusonoks 3, Ricards Ansviesulis 16, Francis Gusts 1.
3. Polen 19: Jakub Miskowiak 3, Mateusz Cierniak 14, Mateusz Swidnicki 2.
4. Dänemark 17: Marcus Birkemose 6, Esben Hjerrild 8, Emil Breum 3.
5. Schweden 14: Philip Hellström-Bängs 3, Noel Wahlqvist 7, Casper Henriksson 4.
6. Großbritannien 11: Jordan Palin 7, Jason Edwards 4.
Außer Konkurrenz: Team Güstrow 22: Norick Blödorn 11, Ben Ernst 11, Lukas Wegner N.

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