Bahnsport 2021: Livestreams als Teil der Lösung?

Von Manuel Wüst
Speedway
Für Livestreams ist einige Technik notwendig

Für Livestreams ist einige Technik notwendig

Bahnsport fiel 2020 in Deutschland weitgehend aus – verständlich, wenn Clubs ohne Zuschauereinnahmen einen Rennbetrieb planen sollen. Eine Lösung, um Rennen für Fans zugänglich machen zu können, sind Livestreams.

Die Speedway-Europameisterschaft gab’s 2020 für läppische 6,99 € im Monat im Eurosport-Player zu sehen. Den Speedway-Grand-Prix konnte man im Pay-TV über Sport1+ oder Anbieter wie Waipu.TV verfolgen, die Rennen aus der polnischen Liga über polnische Streamingdienste. Auch das britische Einzelfinale konnte mittels Livestream angeschaut werden. Immer mehr Sportarten gehen diesen Weg, zum Beispiel Eishockey, Basketball oder auch die dritte deutsche Fußball-Liga. Sie sind nur bedingt live im TV zu sehen, können aber allesamt Mittels Stream über das Angebot der Telekom über Magenta-Sport verfolgt werden.

Es gibt vielseitige Angebote, im vergangenen Jahr konnte man den Speedway-Paar-Cup live und legal im Internet aus der One-Solar-Arena in Landshut anschauen. Vor allem wenn die Zulassung von Zuschauern fraglich ist, bieten die Streams eine Alternative. «Ein Thema, mit dem man sich in diesen Zeiten auseinandersetzen muss», betont Gerald Simbeck vom AC Landshut. «Wenn Zuschauer nicht ins Stadion dürfen, muss dieser tolle Sport in die Wohnzimmer. Außerdem können so neue Einnahmequellen erschlossen werden, die gerade in diesen schwierigen Zeiten erforderlich sind.»

Ein Livestream bietet die Möglichkeit, den Fans die Bindung zum Sport zu erhalten, indem sie ihre Helden live auf der Bahn verfolgen können. Für die Clubs bietet ein Stream die Chance, seine Sponsoren zu präsentieren: Zum Beispiel als Einblendung oder durch Nennung. Wer weiß, ob es das halbstündige Speedway-Grand-Prix-Magazin «Talking-Dirt» in den sozialen Medien ohne die Corona-Pandemie gegeben hätte.

Ein gut produzierter Stream bringt jedoch Arbeit mit sich und verlangt viel Planung, wie Simbeck gegenüber SPEEDWEEK.com verdeutlichte. «Das ist mit Aufwand verbunden und im Vorfeld muss einiges auf die Beine gestellt werden, wenn man auch eine gewisse Qualität sicherstellen möchte. Wo bekommt man das Equipment her? Wie läuft die Verkabelung? Reicht die Internetgeschwindigkeit? Wer sind die Kameraleute und Moderatoren? Wie ist der Ablauf, wer kommt zu Interviews, und, und, und. Die Liste ist zunächst scheinbar unendlich, denn schließlich ist es live.»

Schaut man sich das Angebot von Sportdeutschland.TV an, wo der Stream des Rennens aus Landshut lief, so findet man etliche Inhalte, die man den Randsportarten zuordnet. Wenn es möglich ist, Kanu-Rennen oder Ju-Jutsu-Wettkämpfe zu streamen, dann sollte es auch machbar sein, einen Stream von einem Speedway-Bundesligarennen zu produzieren. Der Langbahn-GP wurde auch bereits live auf YouTube und mit überschaubarem Aufwand übertragen.

Letztlich steht und fällt so ein Angebot mit dem Interesse: Sind genügend Fans bereit dafür zu bezahlen, sind die Ausgaben für einen Club zu rechtfertigen.

Wären Sie bereit, für Livestreams zu bezahlen, um so Rennen verfolgen zu können? Unabhängig ob in Folge von Corona-Beschränkungen oder zum Beispiel aus regionalen Gründen. Wir freuen uns auf Ihre sachliche Meinung.

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