Nicki Pedersen nach Grand-Prix-Aus bitter enttäuscht

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP
Hat alles gewonnen: Nicki Pedersen

Hat alles gewonnen: Nicki Pedersen

Seit 2001 fuhr der dreifache Speedway-Weltmeister Nicki Pedersen ununterbrochen im Grand Prix. Der 41-Jährige gewann sieben WM-Medaillen, war aber auch mehrfach auf eine Dauer-Wildcard angewiesen.

Kein anderer Speedwayfahrer spaltete die Grand-Prix-Fangemeinde in der letzten Dekade wie Nicki Pedersen. Der streitbare Däne war nie um einen Rempler verlegen und pfefferte auch Mal den Sturzhelm in die Ecke, wenn es nicht nach Wunsch lief. Seine Mechaniker mussten sich viel anhören und einiges ertragen – Nicki glich das dadurch aus, dass er abseits der Rennstrecke ein freundlicher und geselliger Zeitgenosse ist. Gegenüber den Medien ist er professioneller als jeder andere derzeitige Speedway-Fahrer.

«Das Fernsehen und die Zeitungen lieben mich. Ich denke nicht viel darüber nach, sondern nütze es für mich», sagte er vor Jahren im SPEEDWEEK-Interview zu seinem Bad-Boy-Image.

Mit drei WM-Titeln (2003, 2007, 2008) gehört Pedersen zu den Größten des Sports, vier weitere Medaillen sind in seiner Sammlung. Der Däne konnte seinen Titel sogar verteidigen, das gelang sonst nur Jack Young (1951/1952), Barry Briggs (1957/1958), Ove Fundin (1960/1961), Ivan Mauger (1968/1969/1970), Bruce Penhall (1981/1982), Erik Gundersen (1984/1985), Hans Nielsen (1986/1987) und Tony Rickardsson (1998/1999 und 2001/2002). Mit Dänemark siegte er viermal im World-Cup, 2016 gelang ihm mit dem Triumph in der Europameisterschaft sein letzter internationaler Titel.

«Das Ende einer Ära, mein Speedway-GP-Abenteuer ist zu einem Ende gekommen», schrieb Pedersen, als er davon erfuhr, dass er 2019 nicht im Grand Prix dabei sein wird. Platz 11 in diesem Jahr war nicht genug, da reichte nicht einmal der GP-Sieg in Malilla. Dass Promoter BSI dem stark fahrenden Dänen Leon Madsen für nächste Saison den Vorzug gibt, liegt auch daran, dass Pedersen seit 2010 viermal auf eine Dauer-Wildcard angewiesen war.

«Ich bin wirklich enttäuscht. Aber das Leben hat mich gelehrt: Wenn es nicht auf deinem Weg geht, liegt es an dir, einen neuen Weg zu schaffen», so Pedersen. «Jetzt ist es an der Zeit für mich, neue Ziele zu erreichen. Ich verspreche euch, 2019 wird voll sein mit neuen Zielen.»

Welche das sein werden, lässt der 41-Jährige offen: Gewonnen hat er bereits alles.

Seine beeindruckende Grand-Prix-Statistik:

1015 Heats
336 Laufsiege
1972 Punkte
64 Finalteilnahmen
17 Grand-Prix-Siege

WM-Platzierungen:

2018: 11. (Sieg in Malilla)
2017: 20.
2016: 13.
2015: 3. (Sieg in Thorn, Malilla, Tampere)
2014: 3.
2013: 5.
2012: 2. (Sieg in Gorican, Prag)
2011: 10. (Sieg in Lissa)
2010: 10.
2009: 6. (Sieg in Bromberg)
2008: 1. (Sieg in Prag)
2007: 1. (Sieg in Krsko, Lonigo, Breslau, Prag)
2006: 3. (Sieg in Krsko, Bromberg)
2005: 4.
2004: 5.
2003: 1. (Sieg in Cardiff)
2002: 12. (Sieg in Königshütte)
2001: 11.

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