Kremer-Racing unter neuer Leitung

Von Guido Quirmbach
Sportwagen Sonstiges
Höhepunkt von Kremer-Racing: Le Mans-Sieg 1979

Höhepunkt von Kremer-Racing: Le Mans-Sieg 1979

Der traditionsreiche Rennstall aus Köln wird auch in Zukunft weiter existieren.

Der Kölner Unternehmer und Hobby-Rennfahrer Eberhard Baunach hat den traditionsreichen Rennstall Kremer-Racing übernommen, der früher unter dem Namen Porsche-Kremer zu weltweitem Ruhm gelang.

Der Rennstall wurde 1962 von den Brüdern Erwin und Manfred Kremer gegründet, wobei Erwin selbst aktiv und auch erfolgreich ans Lenkrad griff.

In den 1970er Jahren waren die Duelle in der Deutschen Rennsport Meisterschaft mit dem ebenfalls aus Köln stammenden Rennstall von Georg Loos ein gefundenes Fressen für die Medien, zumal sie nicht nur auf der Piste sondern auch verbal ausgetragen wurde.

1979 war das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte, mit dem in Eigenregie weiterentwickelten Porsche 935 mit dem Zusatz K3 gewann Porsche-Kremer die 24h von Le Mans (Klaus Ludwig/Don + Bill Whittington) und dazu mit Ludwig die Rennsport-Meisterschaft und den Porsche-Cup.

In diesem Zeitraum starteten die besten Sportwagen-Piloten der Welt für Kremer, Bob Wollek war jahrelang Stammpilot, Stefan Bellof gab 1982 in Hockenheim auf einem Porsche 936 bei Kremer sein Sportwagen-Debüt, in Le Mans 1983 starteten Vater und Sohn Andretti für die Kölner in Le Mans. Aber es gab auch schwarze Stunden, sowohl Manfred Winkelhock als auch Jo Gartner starben in von Kremer eingesetzten Porsche 962.

Bis 1993 war Kremer ausschliesslich als Porsche-Team unterwegs, zumal man auch selbst in Köln einen Porsche-Handel betrieb. Es gab dann auch Gastspiele mit Honda oder auch private Einsätze mit einem Lola. Doch zumeist blieb man Porsche treu. 1995 erzielte man mit dem Porsche K8, ein in Eigenregie weiterentwickelter Spyder auf Basis des 962 den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona (Marco Werner/Christophe Bouchut/Jürgen Lässig/Giovanni Lavaggi), es war der bis heute letzte grosse internationale Erfolg des Teams.

Als Erwin Kremer im Herbst 2006 plötzlich verstarb, war die Zukunft des Rennstalls ungewiss. Nun ist diese gesichert. Eine Rückkehr in den internationalen Spitzensport ist allerdings nicht zu erwarten, den zukünftigen Schwerpunkt von Kremer sieht Eberhard Baunach im historischen Rennsport, wo er auch selbst in alten Kremer-Autos aktiv ist.

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