Louis Krages alias «John Winter»

Von Guido Quirmbach
Sportwagen Sonstiges
Le Mans 1988: John Winter zwischen Stanley Dickens (li) und Franz Konrad

Le Mans 1988: John Winter zwischen Stanley Dickens (li) und Franz Konrad

Heute vor 10 Jahren setzte einer der erfolgreichsten deutschen Privatfahrer seinem Leben ein Ende.

Louis Krages wurde 1949 als Sohn des gleichnamigen Bremer Holzhändlers geboren. Er selbst wuchs bereits in jungen Jahren in die Geschäftsführung des Unternehmens herein und betrieb Rennsport von Anfang an als Hobby. Um dieses kostspielige Unterfangen vor der Familie geheim zu halten, wählte er das Pseudonym «John Winter».

Er wurde Kunde bei bekannten Porsche-Rennställen, Ender der 1970er Jahre zunächst bei Kremer, dann bei Reinhold Jöst. Beim Interserie-Finale 1983 in Hockenheim sass er erstmals in einem von Joest-Racing vorbereiteten Porsche 956, jenem Auto und dem Nachfolger 962, mit dem er seine erfolgreichste Zeit im Rennsport hatte.

Besonders in der Interserie war er immer wieder erfolgreich, 1986 konnte er die einst so populäre Sportwagen-Serie sogar in der Gesamtwertung gewinnen.

Seinen international grössten Erfolg war der Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Dort stand er gemeinsam mit seinen Joest-Kollegen Klaus Ludwig und Paolo Barilla auf dem Sieger-Balkon. WM-Punkte gab es dafür nicht, denn der Bremer sass weniger als eine Stunde während des Rennens am Steuer. Aber der Popularität tat dies keinen Abbruch, auch seine Mutter sah das Gesicht nun im Fernsehen und wusste, wer sich hinter «John Winter» verbarg.

Seinen letzten grossen Sieg feierte er 1991, als er ebenfalls auf einem Joest-Porsche die 24 Stunden von Daytona gewann. Er hatte dort die Ehre, den Wagen ins Ziel zu fahren.

Ohne grossen Erfolg absolvierte «Winter» dann nach vorherigen Gelegenheitsstarts noch zwei Jahre in der DTM, am Ende sogar unter seinem richtigen Namen Louis Krages. Unschöner Höhepunkt dabei war sein Feuerunfall 1994 auf der Berliner Avus, den er im Opel Calibra zwar unverletzt überstand, ihn aber trauriger Weise in Deutschland bekannter machte als durch seinen Le Mans-Sieg.

Nach 1995 wurde es sportlich ruhig um Louis Krages. Seine Firma geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten, was ihn viel Geld kostete, aber auch persönlich zu schaffen machte.

Am 11. Januar 2001 wählte Louis Krages in Atlanta den Freitod.

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