Superbike: Die Negativfolgen einer Winter-WM 2020

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM

Supersport-Weltmeister Randy Krummenacher macht sich Gedanken wie nur wenige andere Rennfahrer. Der Schweizer hinterfragt die Dinge – und kommt zu plausiblen Erklärungen.

Promoter Dorna geht davon aus, dass es nach der Coronakrise spätestens Anfang August mit den Weltmeisterschaften der Klassen Superbike, Supersport und Supersport 300 weitergehen kann. Idealerweise sollen bis Mitte November die restlichen elf Events stattfinden. Die Rennen in Katar (ursprünglich Mitte März) können voraussichtlich nicht nachgeholt werden, weil der Losail Circuit bis Januar 2021 frisch asphaltiert wird.

Vor allem aus den Reihen der Privatteams ist seit Wochen der Vorschlag zu hören, den Winter hindurch zu fahren, falls sich der Notfallplan der Dorna nicht umsetzen lässt.

«Wir können auch an Weihnachten fahren», sagt Ducati-Teamchef Marco Barnabo. «Die Saison könnte dann im Januar oder Februar enden. Ich bin überzeugt, dass jeder die Sommer- und Weihnachtsferien opfern würde, um seinen Job zu behalten.»

Was sich erst einmal interessant anhört, ist bei weiterem Überlegen kaum umsetzbar.

«Ich glaube nicht an eine Winter-WM», betonte Supersport-Weltmeister Randy Krummenacher im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Meine ganzen Verträge laufen am 31. Dezember aus, das wird bei vielen anderen auch so sein. Man müsste also alle Verträge ändern, was teilweise gar nicht so einfach wäre. Der eine Fahrer geht vom Grand-Prix-Sport in die Superbike-WM, bei anderen sind die Deals schon halb fertig und der Wechsel steht bevor. Das sind alles Sachen, die dann ein großes Fragezeichen ergeben und wahrscheinlich auch nicht lösbar wären.»

Hinzu kommt: Für eine Winter-WM bräuchte es auch Verträge mit Rennstrecken, auf denen ab Mitte November gefahren werden kann. Natürlich werden Destinationen wie Malaysia und Thailand genannt, doch so einfach ist das nicht.

«In Thailand ging es ja nicht darum, dass kein Datum gefunden werden konnte, weshalb wir dort nicht fahren», verdeutlichte Krummi. «Es liegt daran, dass Buriram den SBK-Event finanziert hat, damit wir dort fahren konnten. Jetzt ist MotoGP dort und Buriram zahlt – sie sagen, dass sie Superbike nicht auch noch bezahlen können. In Sepang waren keine Zuschauer. Mit MotoGP sind sie genug glücklich, weshalb sollten sie Superbike machen? Außerdem habe ich gehört, dass die Dorna lieber große Einschränkungen für dieses Jahr in Kauf nimmt, und wir 2021 wieder ein normales volles Jahr haben. Wenn wir jetzt den Winter durch fahren, dann ist nächstes Jahr bereits vor der Saison negativ belastet. Dann gibt es auch nächstes Jahr kein normales Jahr. Wie sollen wir den Winter durch fahren und dann im Februar nach Phillip Island gehen? Das geht nicht. Lieber machen wir dieses Jahr was geht, und haben nächstes Jahr wieder ein normales Jahr.»

Kalender SBK-WM 2020, Stand 6. April:

28.02.–01.03. Phillip Island/Australien
12.06.–14.06. Misano/Italien
03.07.–05.07. Donington Park/Großbritannien
31.07.–02.08. Oschersleben/Deutschland
21.07.–23.08. Assen/Niederlande
04.09.–06.09. Portimão/Portugal
18.09.–20.09. Cataluñya/Spanien
02.10.–04.10. Magny-Cours/Frankreich
09.10.–11.10. San Juan/Argentinien
23.10.–25.10. Jerez/Spanien

Vorerst ohne neuen Termin: Imola/Italien, Aragón/Spanien und Losail/Katar

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