Latina: Massencrash in der Supermoto-EM

Von Markus Niegtsch
Supermoto-EM
Borella (20) sucht das Weite, Vermeulen (188) schießt Lapini (16) ab

Borella (20) sucht das Weite, Vermeulen (188) schießt Lapini (16) ab

Devon Vermeulen musste in Latina die Führung in der Supermoto-EM an Malachi Mitchel-Thomas abgeben, obwohl dieser ebenfalls patzte.

In den letzten Rennen der Supermoto-EM war der junge Brite «MMT» Malachi Mitchel-Thomas dem Führenden Devon Vermeulen immer näher auf die Pelle gerückt, hat seine erste Pole-Position und den ersten Sieg feiern können. Vermeulens Punktevorsprung schmolz dahin. Während der SHR-Pilot auch in Latina auf Pole fuhr, schien Vermeulen das ganze Wochenende mit sich, dem Bike, den Reifen und überhaupt mit allem zu kämpfen.

Im ersten Lauf hatte KTM-Pilot Vermeulen bei der Verfolgung von Mitchel-Thomas eingangs des Offroad-Teils bei einem Zweikampf mit dessen Teamkollege Sami Salstola einen heftigen Abflug, bei dem er sich das Knie verdrehte. Er fuhr danach mit reduzierter Geschwindigkeit das Rennen zu Ende, um wenigstens einige Punkte für die Meisterschaft zu bekommen. «MMT» musste im ersten Rennen zwar Diego Monticelli und Teamkollege Salstola, Sieger von Arensburg, den Vortritt lassen, konnte aber mit Platz 3 die virtuelle Führung in der EM übernehmen.

Vermeulen rammte Lapini

Wie hoch der Druck auf Vermeulen war, zeigte sich zu Beginn des zweiten Rennens. In der ersten Kurve eingangs Offroad konnte Vermeulen seine Linie nicht halten und rammte Lapini, der quer ging, übelst stürzte und Monticelli von der Strecke schickte, bevor das halbe Feld in das Knäuel raste uns sich verkeilte oder sein Heil in weiten Linien abseits der Strecke suchte. Bis sich alle sortiert hatten, war Borella, der wie schon im ersten Lauf den Holeshot gewann und vom Startunfall unbehelligt blieb, über alle Berge. Konnte er sich sonst nie bis zum Ende an der Spitze halten und wurde nach hinten durchgereicht, so reichte der Vorsprung dieses Mal für den Laufsieg und damit auch seinen ersten Tagessieg in der EM.

«Im ersten Lauf hatte ich Probleme mit den Reifen. Nachdem ich für den zweiten Lauf auf eine andere Mischung gewechselt habe, hat es besser geklappt und ich konnte meinen ersten Sieg einfahren», freute sich der schlaksige Italiener. «Das war mein Heimrennen. Ich mag die Strecke und bin froh für das Team, dass ich gewinnen konnte.»

MMT jetzt EM-Leader

Die Finnen Asseri Kingelin und Sami Salstola komplettierten das Podium in der Tageswertung. «MMT» konnte sich erneut vor Vermeulen klassieren und übernahm damit die Rote Plakette des Meisterschaftsführenden von dem Niederländer. «Ich bin absolut froh, die Führung in der Meisterschaft zu haben und bin nicht voll auf Angriff, sondern eher auf Punkte gefahren – und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Wichtigste war, dass ich keinen Unfall hatte», freut sich der Brite.

So gut die Laune bei dem Briten, so schlecht war sie bei Vermeulen. «Es war ein bescheidener Tag. Ich hatte Probleme mit den Reifen und auch mit dem Bike. Und dann kam noch der Unfall mit Sami dazu», war der KTM-Pilot frustriert, der mit 9 Punkten Rückstand auf Rang 3 der Meisterschaft sogar hinter Borella abrutschte. «Das Gute an der Situation ist, dass ich den Druck los bin und er jetzt auf Malachi liegt. Er ist jetzt der Gejagte und muss mit der Situation klarkommen», übte er sich in Zweckoptimismus.

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