Lucy Glöckner: Keine Quotenfrau!

Von Thomas Kohler und Andreas Gemeinhardt
Yamaha R6 Cup
Lucy Glöckner (#3) und ihr Verfolger Ben Gädke (68)

Lucy Glöckner (#3) und ihr Verfolger Ben Gädke (68)

Am Wochenende gastiert der Yamaha R6 Dunlop Cup zum zweiten Saisonlauf in der Motorsport Arena Oschersleben. Lucy Glöckner reist als Tabellenerste in die Börde.

Mit seiner Premieren-Vorstellung vor drei Wochen in der Lausitz gab der 2010er Cup-Jahrgang bereits einen Vorgeschmack auf eine weitere spannende Saison. Das mit 47 Teilnehmern gut gefüllte Starterfeld, eine enorme Leistungsdichte und das hohe sportliche Niveau unterstreichen auch in diesem Jahr die Ausnahmestellung der populären Marken-Serie.

Am EuroSpeedway stand erstmals in der langen Geschichte des Cups eine Dame ganz oben auf dem Podest. Damit dokumentierte Lucy Glöckner (Krumhermersdorf, Team Brandstädter ADAC Sachsen), dass sie alles andere ist als die Quotenfrau. Aufgrund ihrer tollen Entwicklung im Vorjahr musste man die sympathische 19-jährige, die bei ihrem Yamaha-Händler eine Ausbildung als Motorrad-Mechanikerin absolviert und bei den Fahrerkollegen großen Respekt genießt, ohnehin auf der Rechnung haben. Vom Sieg gleich beim ersten Rennen war die Powerfrau allerdings selbst etwas überrascht. Unter Druck lässt sie sich von dem Erfolg dennoch nicht setzen: «Der Titel ist noch kein Thema für mich, ich denke einfach von Rennen zu Rennen, will locker bleiben und Spass haben», verrät sie ihren Plan.

Den möchten die Verfolger verständlicherweise gerne durchkreuzen. Allen voran ihr sächsischer Landsmann Ben Gädke (Oelsnitz, Motorradtke-Senger ADAC Sachsen). Der Vize-Meister des Vorjahres hatte beim Auftakt die Trainingsbestzeit markiert und führte lange Zeit das Rennen an, bis er im Kampf mit Lucy stürzte. Dabei hatte der 17-jährige Schüler noch Glück im Unglück. Das Rennen wurde abgebrochen und die Runde zuvor gewertet, was ihm Rang zwei und wichtige 20 Punkte einbrachte.

Der Dritte auf dem Podest steht für die internationale Besetzung des Cups mit Teilnehmern aus zehn verschiedenen Nationen. Takumi Endo (Niigata, Yamaha Zentrum Düsseldorf) repräsentiert dabei Japan, das Heimatland von Yamaha. Der 25-jährige hat sich für seine zweite Cup-Saison viel vorgenommen, dafür schlägt der ehrgeizige Asiate sechs Monate lang seine Zelte in Düsseldorf auf. Während die drei Erstplatzierten allesamt ihr zweites Cup-Jahr absolvieren, klassierte sich auf Rang vier mit Robert Neubert (Chemnitz, Motorradtke ADAC Sachsen) der erste Newcomer. Der Aufsteiger aus dem ADAC-Junior-Cup, aber auch Luca Hansen (Midlum, enperadce Zweirad Voiges) mit der schnellste Rennrunde, sowie vier weitere Cup-Novizen in der Top-10, machen deutlich, dass die Etablierten den Titel nicht untereinander ausmachen werden.

«Schon das erste Rennen hat gezeigt, dass man sich schnell an einige neue Namen gewöhnen muss», erklärt Cup-Chef Thomas Kohler. «Erfreulicherweise sind wieder viele ganz junge Talente dabei, überhaupt ist der Altersschnitt im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal deutlich gesunken.» Ganz im Gegensatz zur Leistungsdichte. Selbst der Letzte unterbot im Training die Qualifikationszeit um mehr als sieben Sekunden. Damit verspricht der aktuelle Cup-Jahrgang einmal mehr viel Qualität, was auch die IDM-Verantwortlichen freut, schliesslich gilt der Yamaha R6 Dunlop Cup als wichtigster Zulieferbetrieb für die Supersport-Klasse. Dort stehen in dieser Saison elf Fahrer am Start, die aus der erfolgreichen Rennschule von Yamaha Deutschland stammen.
 

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