Stefan Mücke: 2020 volle Konzentration auf GT Masters

Von Martina Müller
ADAC GT Masters
Stefan Mücke fährt auch 2020 wieder im ADAC GT Masters

Stefan Mücke fährt auch 2020 wieder im ADAC GT Masters

Nach dem Ende des WEC-Projekts von Ford geht der Fokus von Stefan Mücke nun zu einhundert Prozent auf das ADAC GT Masters. Dort will er um Siege kämpfen. Im Interview spricht der Berliner über die anstehende Saison.

In den letzten Jahren hatte Stefan Mücke ein Doppelprogramm zu absolvieren. Auf der einen Seite war er als Werksfahrer für Ford in der Sportwagen-WM (FIA WEC) unterwegs. Dazu kamen die Einsätze im ADAC GT Masters für den Rennstall seines Vaters. Durch das Ende des WEC-Engagements des amerikanischen Herstellers kann Mücke die Prioritäten für 2020 neu einordnen.

Auch in dieser Saison wird der Berliner wieder für Mücke Motorsport in der 'Liga der Supersportwagen' antreten. Mücke teilt sich einen Audi R8 LMS mit dem Schweizer Ricardo Feller. Einen zweiten Audi fahren Mike Beckhusen und Igor Walilko. Beide sind neu im ADAC GT Masters. Im Interview spricht Stefan Mücke über die Herausforderungen und Ziele für die Saison.

Herr Mücke, wie geht es Ihnen und BWT Mücke Motorsport im Moment?

Stefan Mücke: «Es ist schade, dass wir derzeit nicht fahren können. Denn wir haben uns sehr gut auf die Saison vorbereitet. Wir sitzen daher wie auf heißen Kohlen. Aber die aktuelle Situation ist natürlich sehr dramatisch - und betrifft ja nicht nur den Motorsport, sondern das ganze Leben weltweit. Sie hat dementsprechend auch Handlungen wie den Lock-down erfordert.»

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise aktuell auf Mücke Motorsport?

«Im Formel-4-Bereich haben wir aktuell nichts zu tun, da die Autos für die ADAC Formel 4 bereits fertig sind und sofort eingesetzt werden könnten. Die Autos, mit denen wir Anfang des Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefahren sind, sind noch in Containern unterwegs und sollten demnächst wieder bei uns eintreffen. Im ADAC GT Masters hatten wir bereits ein paar Tests und waren jetzt in der Vorbereitung der Autos für die offiziellen Testfahrten, die ja eigentlich in Oschersleben hätten stattfinden sollen. Da haben wir natürlich auch die Arbeiten erst mal gestoppt. In unserer Klassik-Abteilung sieht es dagegen etwas anders aus. Natürlich besteht dort ein Teil der Tätigkeiten auch daraus, historische Rennen zu fahren. Das geht aktuell natürlich nicht. Aber wir haben auch noch zahlreiche längerfristige Projekte wie Fahrzeugrestaurationen oder Motorrevisionen. Damit geht es natürlich weiter. Zum Glück haben wir diese Arbeit und können unsere Leute beschäftigen. Wenn es dann mit dem Motorsport wieder losgeht, sind wir startklar und ich hoffe, dass wir dann unsere eigentlich geplanten Programme bestreiten können. Aber die aktuelle Situation ist auch für den Motorsport ein gewaltiger Einschnitt.»

Im ADAC GT Masters setzt Mücke Motorsport in diesem Jahr zwei statt drei Audi R8 LMS ein. Was war der Grund für diesen Schritt?

«Grundsätzlich wollten wir strukturell etwas umstellen und haben uns intensiv Gedanken gemacht: Wie können wir uns verbessern, uns besser aufstellen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir in diesem Jahr an die Sache anders herangehen und ein siegfähiges sowie ein reines Juniorenauto einsetzen wollen. Wir können uns auf zwei Autos konzentrieren, und alle Änderungen haben sich bisher gut angefühlt.»

Den ersten Audi R8 LMS teilen Sie sich mit Ricardo Feller, der nach einem Jahr zu BWT Mücke Motorsport zurückkehrt.

«Genau. Ricardo ist ein alter Bekannter und fuhr bereits 2018 für uns im ADAC GT Masters. Wir freuen uns, dass wir ihn zurückgewinnen konnten, denn er passt menschlich sehr gut in unser Team. Da stimmt einfach die Chemie. Ricardo hat, seitdem er im ADAC GT Masters fährt, in jedem Jahr einen großen Schritt gemacht und zählt inzwischen zu den Siegfahrern. Er hat viel dazugelernt und ist auch inzwischen schon international gefahren. Da das Ford-WEC-Projekt beendet ist, kann ich mich zudem in diesem Jahr erstmals zu 100 Prozent auf das ADAC GT Masters konzentrieren. Denn es war in den letzten Jahren immer ein Kompromiss, da man sich immer wieder auf ein anderes Auto einstellen musste. Wir rechnen uns daher hier ganz klar Siege aus. Wir sind sehr gut aufgestellt, um ganz vorn dabei zu sein.»

Im Schwesterauto sitzen mit Mike Beckhusen und Igor Walilko zwei ADAC GT Masters-Neulinge. Was sind hier die Ziele?

«Wir haben mit Mike und Igor in den Wintertests zwei sehr gute Fahrer gefunden, von denen wir überzeugt sind. Beide haben auch bei den bisherigen Tests in diesem Jahr eine sehr gute Arbeit gemacht und ihren Speed gezeigt. Mit ihnen haben wir zwei Topfahrer, die schon jetzt auf einem richtig guten Niveau sind und ganz klar um den Titel in der Pirelli-Junior-Wertung kämpfen sollen. Wir haben ein wirklich gutes Gefühl, dass wir mit den beiden Autos in den jeweiligen Kategorien gute Erfolge einfahren können. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Aufstellung.»

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