Christian Engelhart spricht über den Wechsel zu SSR

Von Felix Schmucker
ADAC GT Masters
Im ADAC GT Masters immer erfolgreich: Christian Engelhart

Im ADAC GT Masters immer erfolgreich: Christian Engelhart

2020 steht für Christian Engelhart eine neue Herausforderung im ADAC GT Masters an. Nach vier Jahren im Lamborghini von GRT kehrt er nun ins Porsche-Cockpit zurück und fährt für das neue Team SSR Performance.

Für Christian Engelhart steht die kommende Saison im ADAC GT Masters unter dem Motto 'Back to the Roots'. Nach vier Jahren im Lamborghini Huracán GT3 des GRT Grasser Racing Team sitzt der 33-Jährige bei Neueinsteiger SSR Performance wieder in einem Porsche. Mit dem Sportwagen aus Stuttgart feierte der Bayer 2011 in Spielberg ein siegreiches Debüt in der 'Liga der Supersportwagen' und auch in den Folgejahren trat er immer wieder im Elfer an. Insgesamt sechs Siege holte er mit Porsche bis 2015 und wurde 2012 mit den meisten Saisonsiegen Gesamtdritter. Im Interview spricht Engelhart über die Hintergründe des neuen Engagements bei SSR Performance.

Herr Engelhart, wie kam es zum Teamwechsel?

Christian Engelhart: «Der Kontakt zum Team kam Ende 2019 zustande. Ich habe das Projekt und die Menschen, die dahinterstehen, kennengelernt, und das alles hat mich sehr überzeugt. Ich war auch schon ein paarmal im neuen High Performance Automotive Center von SSR Performance in München. Das ist wirklich sehr beeindruckend. Zudem war Porsche für mich schon immer eine Marke mit einer hohen Anziehungskraft. Das ist wirklich ein cooles Projekt. Ich freue mich sehr darauf.»

Mit dem Weggang vom GRT Grasser Racing Team geht für Sie sicherlich eine kleine Ära zu Ende ...

«Auf jeden Fall. Wir hatten vier wirklich tolle und sehr erfolgreiche Jahre. Das hat uns natürlich sehr zusammengeschweißt. Wir alle - Rolf Ineichen, Mirko Bortolotti, Gottfried Grasser und ich - werden weiter gut befreundet sein. Auch wenn wir jetzt neue Wege beschreiten.»

Mit insgesamt zwölf Siegen sind Sie der zweiterfolgreichste Fahrer in der Geschichte des ADAC GT Masters. Zudem waren Sie bereits Meisterschaftszweiter und -dritter. Da fehlt jetzt eigentlich nur noch der Titel, oder sehen Sie 2020 eher als Lehrjahr - schließlich ist es die erste Saison von SSR Performance überhaupt?

«Für mich ist die Rückkehr zu Porsche natürlich etwas Besonderes. Ich habe sechs meiner zwölf Siege im ADAC GT Masters mit Porsche geholt - da möchte ich jetzt natürlich noch weitere folgen lassen. Für mich ist der Titel ganz klar das Ziel. Ich war ja 2012 bis zum Reifenschaden nah dran. Im vergangenen Jahr hatten wir in der ersten Saisonhälfte viel Pech, aber in der zweiten haben wir mehr Punkte geholt als die späteren Meister. Das hat gut gezeigt, dass man im Motorsport nicht alles steuern kann. Natürlich versuchen wir jetzt alles so vorzubereiten, dass wir für die kommende Saison die bestmöglichen Karten haben. Man kann dann in der Saison nur versuchen, keine Fehler zu machen und alles abzurufen. Ob es dann klappt, wird man sehen müssen. Denn es spielen dabei immer viele Faktoren eine Rolle.»

Denken Sie, dass Sie nach vier Jahren im Lamborghini anfangs eine Eingewöhnungsphase auf den 911 GT3 R brauchen?

«Nein, denn ich bin mit Porsche und dem Heckmotor ja praktisch groß geworden. Daher bin ich das gewöhnt. Das neue Auto ist natürlich anders als die Vorgängermodelle, aber ich habe mich damit bei ersten Testfahrten schon angefreundet. Es ist ein wirklich guter Sprung nach vorn. Es fühlt sich sehr, sehr gut an - auch im Vergleich zu den anderen GT3-Autos, die ich schon getestet habe. Da haben sich die Ingenieure in Weissach sehr viele Gedanken gemacht.»

Wie wird die Zusammenarbeit mit Manthey-Racing aussehen, die SSR Performance im ersten Jahr unterstützen werden?

«Da SSR ein ganz neues Team ist, haben wir einen starken Partner gesucht, der über viel Erfahrung verfügt. So haben wir einen Lerneffekt und können unser junges Team schnell aufbauen. Denn wir wollen gleich vorne mitfahren. Wir werden daher eine Mannschaft haben, die sich aus SSR- und Manthey-Leuten zusammensetzt.»

Ihr Teamkollege Michael Ammermüller ist ein alter Bekannter von Ihnen. Vor allem in den Porsche-Markenpokalen sind Sie viele Jahre gegeneinander gefahren ...

«Wir kennen uns sehr gut als Konkurrenten, aber jetzt fahren wir tatsächlich das erste Mal zusammen in einem Team. Ich bin in Rennen schon oft hinter ihm oder er hinter mir gefahren. Daher kann ich ihn schon sehr gut einschätzen. Wir ergänzen uns fahrerisch sehr gut und haben bei den ersten Tests schon gut harmoniert. Ich schätze ihn sehr und bin stolz, mit ihm zusammen fahren zu dürfen.»

Die aktuelle Situation beeinflusst gerade alle Lebensbereiche. Wie bereiten Sie sich derzeit auf die Saison vor?

«Ich halte mich fit und bin viel mit dem Rad unterwegs. Ich verbringe derzeit so viel Zeit mit meiner Familie wie noch nie und mache sehr viel mit meinen Kindern. Das ist schön. Aber natürlich vermisse ich es auch, im Rennwagen zu sitzen. Denn Motorsport ist mein Leben. Ich bin in diesem Jahr zudem das erste Mal seit zehn Jahren keine Rennen im Winter gefahren, daher ist die Pause schon sehr lang. Deshalb hoffe ich, dass es bald wieder weitergeht.»

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