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DTM-Projekt mit dickem Minus: HWA will Schadenersatz

Das DTM-Projekt von HWA und R-Motorsport ging 2019 in die Brüche. Für HWA war die Rückkehr in die DTM ein Verlustgeschäft. Außerdem verfolgt man Schadenersatzansprüche.

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Im Motorsport wird ungerne über Zahlen gesprochen. Als börsennotiertes Unternehmen ist man jedoch dazu verpflichtet, die Zahlen offenzulegen. Deshalb musste jetzt auch HWA einen Blick in die Bücher zulassen. Und der ließ eine Bombe platzen: Das DTM-Projekt mit R-Motorsport war nicht nur ein dickes Verlustgeschäft.

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Mehr noch: HWA will Schadenersatzansprüche gegenüber dem früheren DTM-Partner R-Motorsport geltend machen. Die Rede ist von einem Verlust in niedriger zweistelliger Millionenhöhe. Für das Unternehmen ist das ohne Frage ein Schlag.

Gerüchte über finanzielle Probleme des Projekts gab es zwar schon länger, die Beteiligten verwiesen aber wie R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger auf ein "solide" finanziertes Projekt oder äußerten sich zu dem Thema nicht im Detail, wie HWA, erst Recht nicht zu konkreten Zahlen.

Kamelger sprach zuletzt lediglich von "keinem gemeinsamen unternehmerischen Nenner". Die Folge war die Trennung beim DTM-Projekt im Oktober 2019. Am 24. Januar gab schließlich R-Motorsport den Ausstieg aus der DTM bekannt. Aus Kostengründen – das Budget lag bei 20 Millionen Euro – in Kombination mit den sportlichen Problemen. Viel Aufwand, wenig Ertrag also.

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Nun ließ HWA die Katze in einer sogenannten "ad hoc-Meldung" aus dem Sack: Die DTM war 2019 ein Verlustgeschäft und Stand jetzt bleibt man offenbar auf dem Schaden sitzen, heißt es aus Affalterbach. "Im Zusammenhang mit dem Joint Venture und den Aktivitäten der HWA AG für das DTM-Projekt in 2019 hatte die HWA AG einen entsprechenden Kostenaufwand, der nach aktuellem Stand von den Partnern in der DTM nicht kompensiert wird", hieß es in der Mitteilung. Das Projekt wurde konkret von der Vynamic GmbH, einem Joint Venture von AF Racing und HWA, gestemmt. R-Motorsport ist wiederum das Rennteam des Motorsport-Unternehmens AF Racing.

Den in der HWA AG entstandenen Verlust des DTM Projektes trage die HWA AG alleine, heißt es weiter, "was insgesamt einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag ausmacht. Gegenüber den Partnern des DTM-Engagements verfolgt der Vorstand der HWA AG die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen".

HWA-CEO Uli Fritz hatte das zuletzt bestätigt. Von einem Rechtsstreit wollte er aber - auch Stand jetzt - noch nicht sprechen, "denn wir sind daran interessiert, uns außergerichtlich zu einigen. Wir wollen keinen riesigen Gerichtsstreit, aber inwieweit wir uns da einigen können, das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten herauskristallisieren."

Er hatte auch durchblicken lassen, dass man nicht nur Herzblut in die eigentlich langfristig geplante Zusammenarbeit gesteckt hatte. "Das Ziel war nicht, nach einem Jahr mit dem DTM-Projekt schon wieder aufzuhören. Die HWA ist im Motorsport groß geworden, wir müssen im Motorsport Geld verdienen und können deshalb nicht jedes Jahr ein neues Abenteuer wagen. Das muss sehr gut durchdacht sein." Vor dem Hintergrund verwundert der Dauerverweis auf die Kosten und die Finanzierung bei einer eventuellen Hilfe durch HWA nach dem Aston-Martin-Ausstieg nicht mehr.

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Denn das DTM-Projekt und die unklare finanzielle Situation reißt wenig überraschend ein tiefes Loch in die Finanzen. Das Traditionsunternehmen aus Affalterbach hatte eigentlich das Ziel ausgegeben, beim Gewinn das Jahr 2019 im positiven Bereich abzuschließen. Stattdessen gab es eine sogenannte Gewinnwarnung: HWA rechnet mit einem dicken Minus von neun Millionen Euro.

Immerhin: Durch die Trennung beim DTM-Projekt sollen die Aussichten für 2020 wieder deutlich besser sein, verbunden mit weniger Umsatz, aber eben auch einer erheblichen Kostenentlastung. Die anderen Bereiche wie Formel 2, Formel 3 oder Fahrzeuge/Fahrzeugkomponenten laufen positiv.

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