Ralf Schumacher: «Weiß nicht, wie es weitergeht»

Von Andreas Reiners und Gerhard Kuntschik
DTM
Ralf Schumacher

Ralf Schumacher

Die DTM steht nach dem angekündigten Audi-Ausstieg vor dem Aus. Ralf Schumacher ist skeptisch, ob die Tourenwagenserie noch eine Zukunft hat.

In einem Monat startet die DTM in die Saison 2020. In Spa findet der Auftakt in eine Meisterschaft statt, die vorerst die letzte der Tourenwagenserie sein könnte. Denn nach dem Audi-Ausstieg kämpft DTM-Chef Gerhard Berger zwar um die Zukunft, doch die Situation ist mit nur noch einem Hersteller (BMW) verfahren und kompliziert.

Hat die DTM noch eine Zukunft? «Nein. Leider. Extrem schade, es war aber abzusehen. Audi geht es im Moment nicht gut, der Ausstieg ist nachvollziehbar», sagte Schumacher SPEEDWEEK.com.

Er fuhr nach der Formel-1-Karriere selbst in der DTM, zwischen 2008 und 2012 absolvierte er 52 Starts, zwei Podestplätze waren die größten Erfolge in der Zeit.

Schumacher denkt aber noch einen Schritt weiter. Denn wenn die DTM von der Bildfläche verschwinden würde, würde das einen Rattenschwanz an negativen Folgen nach sich ziehen.

Vor allem für den Nachwuchs wäre es ein harter Schlag, denn die DTM war neben der Formel 1 immer ein Ziel für die deutschen Rennfahrer. Vor allem war es eines, bei dem man nicht selbst noch Geld mitbringen musste, sondern als Werksfahrer auch bezahlt wurde.

Schumacher kennt das Problem des deutschen Motorsport-Nachwuchses gut. Denn zusammen mit dem früheren HWA-Vorstandschef Gerhard Ungar führt Schumacher das Motorsport-Team US Racing. Und das überaus erfolgreich: Das Team ist seit der Premierensaison der ADAC Formel 4 2015 dabei, zu Beginn noch unter anderem Namen.

Ungar führte den Rennstall bereits unter anderen Konstellationen, als Schumacher Ende 2015 dazu stieß. Beide kennen sich aus der gemeinsamen DTM-Zeit bei Mercedes. 2018 und 2019 dominierte die Mannschaft das Geschehen in der Formel 4, holte jeweils Fahrer-, Team- und Rookie-Titel.

«Schlimm ist, dass ohne DTM dem Motorsport und damit auch dem Nachwuchs eine wichtige Plattform verloren geht. Der Motorsport in Deutschland braucht aber eine zweite Plattform neben der des ADAC. Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird», sagte Schumacher.

Audi hatte bei der Verkündung des Ausstiegs betont, sich vor allem auf die Formel E konzentrieren zu wollen. Die Elektrorennserie ist weiterhin «in», neben Audi fahren aus Deutschland auch Mercedes, BMW und Porsche mit.

Schumacher sieht in der Formel E naber icht die alleinige Rennsportzukunft: «Das kann ich mir so nicht vorstellen. Die Formel E wird wichtiger Bestandteil sein. Aber man muss einmal ehrlich sein: Im Fahrerlager stehen die dicken Generatoren hinter den Ladestationen, keiner sagt, wie die Batterien einmal entsorgt werden», sagte er.

Aber: «Motorsport soll Facetten haben. So ist die Formel E gut. Mich würde die echte Umweltbilanz im Vergleich eines Formel-1- und eines Formel-E-Rennens interessieren! Die Formel E ist nicht so emissionsarm, wie es heißt, aber sie macht einen Anfang.»


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