Glock: Das wird für uns alle ein Stück weit komisch

Von Andreas Reiners
DTM
Timo Glock

Timo Glock

Die DTM startet Anfang August in ihre neue Saison, und das unter strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Timo Glock gibt zu: Das war schon bei den Tests seltsam.

Die DTM steht in den Startlöchern: Am 1./2. August beginnt die Corona-Saison. Eine Saison unter ganz neuen, ungewohnten und seltsamen Bedingungen.

Die Vorfreude auf Spa ist bei den Fahrern nicht zu überhören. Allerdings wird es auch für sie ganz anders werden. «Es ist einfach schön, wieder im Auto sitzen zu können und Spa-Francorchamps ist zum Auftakt eine absolute Highlight-Strecke. Allerdings wird es ohne Zuschauer trotz allem für uns alle ein Stück weit komisch sein», sagte Glock bei ran.de.

Auch die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen sorgen für ein seltsames Gefühl, denn viele Routinen sind gar nicht mehr durchführbar. Das fängt schon bei einfachen Begrüßungsritualen an.

«Das ist schon nicht ganz so einfach, wir hatten ja bereits am Nürburgring Tests unter diesen Bedingungen und da wussten wir alle zum Teil gar nicht so recht, wie wir uns begegnen sollen. Normalerweise gehe ich zu Beginn eines Tages beispielsweise immer zu meinen Mechanikern und drücke sie alle einmal ganz herzlich, doch das darf ich nun ja nicht mehr», sagte Glock.

Glock hatte sich auch die vergangenen beiden Formel-1-Rennen in Spielberg am TV angeschaut, «und das ist dann schon eigenartig, wenn die Fahrer auf dem Podium ihre Pokale von einem Roboter geliefert bekommen und sowohl die Mechaniker, als auch die Medien ein Stück weit in ihrer eigenen Welt leben und diese auch nicht verlassen dürfen. Da steckt schon ein enormer Aufwand dahinter und es ist für alle eine große Umstellung. Aber so sind aktuell nun einmal die Gegebenheiten und damit müssen wir zurechtkommen.»

Die DTM hat derweil noch Hoffnung, dass 2020 noch vor Fans gefahren werden kann. So hat zum Beispiel die Deutsche Fußball Liga in dieser Woche Pläne veröffentlicht, wie die Bundesliga zum Start der neuen Saison ab September wieder mit Fans im Stadion plant.

Dabei sollen die Infektionszahlen bestimmen, ob ein Stadion gar nicht, teilweise oder sogar ganz geöffnet werden darf.

Entscheidend: Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz im Landkreis des Klubs sowie in den angrenzenden Landkreisen. Anhand dieser Zahl wird bestimmt, wie viele Menschen in einer Region in sieben Tagen neu erkrankt sind, auf 100.000 Einwohner bezogen.

Glock ist bei dem Thema nicht so optimistisch. «Ehrlich gesagt sehe ich das aktuell noch überhaupt nicht. Dafür ebbt die Corona-Welle einfach nicht genug ab, es gibt ja immer mal wieder neue und zum Teil regional hohe, neue Infektionen», sagte er. Er glaubt, dass sich die Lage erst deutlich stabilisieren muss, bevor man wieder über Zuschauer auf den Tribünen nachdenken kann.

Denn für die Fans könnte es das letzte Mal sein, dass sie die DTM sehen können. Berger sagte in dieser Woche, dass man entweder mit GT3-Autos weitermache oder die Serie abwickle.

Glock lässt das «natürlich nicht kalt, man beobachtet das alles sehr genau, keine Frage. Ich würde auch gerne helfen, bin aber leider nicht in der Position, Entscheidungen zu treffen», sagte er: «Ich hoffe einfach, dass Gerhard Berger es schafft, die DTM zu retten, weil es ansonsten aus meiner Sicht dramatisch für den Motorsport in Deutschland wäre.»

Denn natürlich wäre der Verlust einer ganzen Plattform nicht einfach so wegzustecken. Auch der Nachwuchs hätte eine Karriere-Möglichkeit weniger. «Die Corona-Krise hat den Motorsport und somit automatisch auch den Nachwuchs aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation hart getroffen. Sponsoren oder auch andere Partner überdenken ihr finanzielles Engagement aktuell drei Mal, bevor sie irgendwas investieren. Ich glaube, dass sich das leider auch erst dann ändern wird, wenn irgendwann wieder eine gewisse Normalität einkehrt und die Wirtschaft sich ein wenig erholt hat», so Glock.


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