Zoff zwischen DTM und ADAC: GT-Teams wehren sich

Von Andreas Reiners
DTM
DTM-Chef Gerhard Berger

DTM-Chef Gerhard Berger

Im Zoff zwischen der DTM und dem ADAC GT Masters wehren sich inzwischen auch die Teams. Die Meistermannschaft Rutronik lädt DTM-Chef Gerhard Berger ein.

Der Streit zwischen dem ADAC GT Masters und der DTM lodert weiter. Inzwischen wehren sich auch die Teams des GT Masters gegen die Aussagen von DTM-Chef Gerhard Berger, der das GT Masters als «Hobby-Rennmeisterschaft» bezeichnet hatte.

ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk hatte wiederum kritisiert, dass die Tourenwagenserie nach den Ausstiegen von Audi und BMW mit einem GT3-Reglement gerettet werden soll und das dies dem deutschen Motorsport schade.

Der Konter ließ nicht lange auf sich warten. «Es wäre keine Gefahr für den deutschen Motorsport, sondern eine Gefahr für seine Plattform - nur um das richtig zu stellen», sagte Berger im Rahmen einer internationalen Medienrunde.

Er sieht es natürlich komplett anders als Tomczyk, er betont, eine Fortführung der DTM, «egal unter welchem technischen Reglement, wäre großartig für den deutschen Motorsport. Die DTM ist seit 30 Jahren der deutsche Motorsport - nicht der ADAC Deutschland. 1,2 Millionen Menschen sitzen an einem Wochenende vor dem Fernseher, mit 30.000 bis 50.000 Menschen an der Rennstrecke.»

Keine Frage, dass die Aussagen, vor allem die, was die «Hobbyserie» betrifft, auch im Fahrerlager des GT Masters nicht gut ankommen. «Das GT-Masters ist für mich nicht nur europa-, sondern weltweit die höchst angesiedelte GT3-Serie beziehungsweise die GT3-Rennserie mit dem höchsten Rang. Sonst gibt es keine GT3-Rennserie, in der so ein Sport geboten wird. Vor allem nicht mit dieser Leistungsdichte», sagte Teammanager Christian Land von Land Motorsport bei motorsport.com.

«Das soll sich Gerhard Berger mal anschauen - die Hobby-Rennserie, in der 32 Autos in einer Sekunde fahren, und das bei acht Marken. Und in seiner Super-Profi-Rennserie habe ich zwölf Autos in einer Sekunde, während das 13. Auto ist schon 1,4 Sekunden weg ist. Da zeigt sich für mich, in welcher Rennserie die Profis im Auto sitzen», so Land weiter.

Ein weiterer Beweis für die Qualität des GT Masters: Fahrer wie der zweimalige Meister Rene Rast kamen über das GT Masters zur DTM. «Also scheint die Qualität im GT-Masters ja nicht so schlecht zu sein.»

Dass diese Serie nicht einfach sei, hätten Namen wie Kevin Estre, Timo Bernhard, Lucas Luhr oder Timo Scheider gezeigt, so Land weiter. «Wenn ich jetzt einfach egal welchen [DTM-]Werksfahrer in ein GT-Masters-Rennen schicken würde, der wäre [ganz ohne Vorbereitung] definitiv nicht unter den ersten 15. Das garantiere ich.»

Auch das Meisterteam Rutronik hatte sich in einem Statement gewehrt: «Wenn grundsätzlich alle Rennserien, bei denen Kundenteams auftreten, als unprofessionell oder gar Hobby-Rennserien bezeichnet werden, dann wäre die Formel 1 eine der größten Hobby-Rennserien. Teams wie Haas oder Racing Point sind ebenfalls private Teams, die beispielsweise für Antriebskomponenten als Kunde bei den großen Herstellern auftreten.»

Hinzu kommt, dass in der DTM lange Kunden- oder Privatteams das Bild prägten und inzwischen mit WRT und ART auch wieder zurück sind. Mit WRT ein Kundenteam, «welches im Übrigen auch in den 'Hobbymeisterschaften' des GT3-Sports zu Hause ist. Für uns sind es im Übrigen genau diese Kundenteams, die oftmals den Motorsport prägen. Sie müssen sich selbst finanzieren, arbeiten mit viel Leidenschaft und Emotionen und sind häufig näher an den Fans», heißt es weiter.

Einen Seitenhieb in Richtung Berger und DTM-Aus in der jetzigen Form kann man sich dabei nicht verkneifen. «Für den Erfolg genauso auch für den Misserfolg einiger Rennserien gibt es für uns klare Gründe. Die kürzlich getroffenen Aussagen bestätigen das für uns nur zu gut», heißt es in der Stellungnahme. «Wir laden hiermit die Herren, die unsere Arbeit als 'Hobbysport' bezeichnen, sehr gerne einmal zu uns in die Werkstatt oder auch zu einer Veranstaltung ein. Ich bin gespannt, ob man diese Einladung annimmt, um sich ein klares Bild der Situation zu machen», so das Meisterteam.


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