Audi holt Titel: Demonstration einer DTM-Dominanz

Von Andreas Reiners
DTM
Nico Müller bejubelt seinen Sieg

Nico Müller bejubelt seinen Sieg

Das ging schneller, und zwar schneller als je zuvor: Bereits nach zwölf von 18 Saisonrennen hat sich Audi den Hersteller-Titel in der DTM gesichert. Auch der Teamtitel geht nach Ingolstadt.

Nico Müller wurde komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Er hatte damit gerechnet, nach seinem fünften Saisonsieg vorwiegend über sein dominantes Rennen oder den Titelkampf zu sprechen.

Da konnte er seine Führung ausbauen, der Audi-Pilot steht bei 242 Punkten, sein Verfolger, Teamkollege Robin Frijns, nach seinem zweiten Platz bei 224. Titelverteidiger René Rast ist mit 195 Zählern Dritter.

Stattdessen ging es in dem Interview nicht nur um einen Titelkampf, sondern auch um einen Titelgewinn. Ja, die ersten Meisterschaften in der DTM sind entschieden: Audi hat sich im zwölften von 18 Saisonrennen den Hersteller-Titel gesichert. Auch der Teamtitel wird nach Ingolstadt gehen, auch das steht bereits jetzt fest.

Der Herstelletitel ist so früh wie noch nie in der Geschichte der DTM seit 2000 unter Dach und Fach, womit Audi den eigenen Rekord verbessert: 2019 stand der Titelgewinn «erst» nach dem 14. Saisonrennen fest. Für Audi ist es nach 2004, 2014, 2016, 2017 und 2019 der sechste Hersteller-Titel.

Vor allem ist es aber erneut eine Demonstration der Dominanz in der Class-1-Ära. Bereits 2019 räumte Audi mit den Vierzylinder-Turboautos alle drei Titel ab, auch 2020 wird das so sein. Für Audi wäre es das vierte Triple aus Hersteller-, Fahrer- und Teammeisterschaft nach 2004, 2017 und 2019. BMW ist wie schon in der vergangenen Saison chancenlos, was durch die Hersteller-Wertung eindrucksvoll untermauert wird.

Die Dominanz in Zahlen: Audi steht bei 827 Punkten, BMW bei 356.

Für Audi ist das wunderbar, für einen abwechslungsreichen Wettbewerb ist es allerdings schmerzlich, für BMW selbst eine Fortsetzung des sportlichen Trauerspiels. Schließlich tritt man in der DTM an, um Siege und Titel einzufahren. Doch Siege gab es lediglich deren zwei. Insgesamt sind es in der Class-1-Ära acht in 30 Rennen.

In der Teamwertung ist das Team RMG die beste BMW-Mannschaft mit 159 Punkten. Bedeutet: Der Teamtitel ist Audi auch nicht mehr zu nehmen, den machen Abt (466 Punkte) und Rosberg (248) unter sich aus.

In der Fahrerwertung hat der beste BMW-Mann Sheldon van der Linde 154 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Müller (242). Damit dürfte beim nächsten Rennwochenende in Zolder Audi auch der Fahrertitel rechnerisch und damit offiziell nicht mehr zu nehmen sein.

«Wir müssen in diesem Jahr anerkennen, dass Nico Müller, Robin Frijns und René Rast die Messlatte darstellen. Ich gratuliere Audi zum Gewinn des Herstellertitels. Für uns geht es an den kommenden Rennwochenenden darum, noch ein paar Highlights zu setzen», sagte Rudolf Dittrich, Leiter der BMW-Motorsport-Fahrzeugentwicklung.

«Das ist sehr verdient», sagte Müller, der in der Fahrerwertung auch der Gesamtführende ist. «Das es so früh passiert, damit habe ich gar nicht gerechnet. Es ist eine Auszeichnung für alle, die an diesem Projekt arbeiten und das Bild in diesem Jahr oft gesehen haben. Es ist ein starkes Statement. Wir können nur danke sagen, dass sie uns mit dem RS 5 ein so großartiges Tool gegeben haben. Wenn ich damit aus der Boxengasse rausfahre, habe ich immer ein Grinsen im Gesicht.»

«Das zeigt, wie stark unser Auto ist», sagte Titelverteidiger René Rast. «Das können sich viele auf die Schulter klopfen, dass sie uns ein so geniales Auto hingestellt haben.»

Audi-Motorsportchef Dieter Gass. «Wir sind angetreten, im letzten Jahr mit dem Audi RS 5 DTM noch einmal alles zu geben. Die Ergebnisse sprechen für sich. Das ist ‚Vorsprung durch Technik‘ pur. Schon jetzt möchte ich der ganzen Mannschaft und den Mitarbeitern in Ingolstadt, Neuburg und Neckarsulm dafür danken, dass sie sich in dieser letzten Saison mit den Class-1-Rennwagen noch einmal derart reingehängt haben. Nach drei harten Rennwochenenden am Stück hat nun jeder vor dem Endspurt eine kleine Verschnaufpause verdient.“

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