DTM vs GT Masters: «Überangebot ist kontraproduktiv»

Von Andreas Reiners
DTM
Auch die DTM setzt auf GT3-Autos

Auch die DTM setzt auf GT3-Autos

Mit der DTM gibt es jetzt eine weitere Serie, die auf ein GT3-Reglement setzt. Deutsche Motorsport-Größen würden sich ein Büdeln der Kräfte wünschen.

Wer die DTM oder das GT Masters in der vergangenen Saison intensiver verfolgt hat, wird sich an die Auseinandersetzung zwischen DTM-Chef Gerhard Berger und ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk erinnern.

Hintergrund des Schlagabtauschs waren die Pläne der DTM, auch auf ein GT3-Reglement zu setzen. Verbale Gilftpfeile flogen daraufhin zwischen den Machern hin und her. Zwischenzeitlich schaltete sich auch DTM-Legende Manuel Reuter ein, kritisierte Berger, dass der spalte und polarisiere.

Berger wiederum schoss zurück, rechnete mit seinen Widersachern ab. Und zog sein Ding durch. Letzten Endes will die DTM 2021 ebenfalls mit GT3-Autos an den Start gehen und setzt statt wie bislang auf Werks- auf Kundensport.

Doch während das GT Masters im Februar ein Starterfeld von über 30 Autos präsentieren kann, läuft es bei der DTM weiterhin recht holprig.

Sieben Teams haben sich bislang eingeschrieben, zuletzt Walkenhorst mit einem BMW M6 GT3. Dafür wackelt aber der Einsatz von 2 Seas Motorsport. Immerhin hatte Mercedes die Unterstützung einiger Kundenteams angekündigt. Im Moment sind elf Autos von fünf Marken offiziell bestätigt. Berger hatte sich 20 Autos gewünscht.

Reuter findet es immer noch falsch, dass beide Serien ihr eigenes Süppchen kochen. «Auch ein Überangebot ist kontraproduktiv für den Spitzensport. Wir machen den Sport letztendlich nicht für uns, sondern für die Fans. Ich hatte gehofft, dass man versucht, die Kräfte zu bündeln und das Beste aus beiden Welten zu vereinen», sagte Reuter auf Clubhouse.

Dass man versuche, das, was der Fan sehen will, so gut es geht umzusetzen und das in allen Bereichen. Dass das eigene Ego in den Hintergrund rückt«, so Reuter, der zuvor schon erklärte, «weniger ist mehr» sei für die Zukunft des deutschen Motorsports wichtig.

GT Masters und DTM hätten für das Motto «weniger ist mehr als Vorbild dienen können», so Reuter.

BMW-Langstreckenlegende Dirk Adorf weiß, dass das Thema «politisch nicht ganz einfach» ist. So sehr die gemeinsamen Motorsport Festivals von DTM und GT Masters gelobt wurden, so sehr hatte es hinter den Kulissen gekracht. Beide Egos wurden nicht immer unter einen Hut gebracht.

«Alle Racer würden Hurra schreien, wenn es die Möglichkeit geben würde, die Kräfte zu bündeln. Der Traum lässt sich nur nicht so leicht darstellen», so Adorf.

«Es ist sehr schade, dass der Zirkus Motorsport durch mehr Serien nicht größer wird, sondern nur kleiner gestückelt. Ich glaube aber, dass es noch dauert, bis man es hinbekommt, die Kräfte zu bündeln», so Adorf weiter.


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