Kritik an W Series: Flörsch kassiert dicken Shitstorm

Von Andreas Reiners
Sophia Flörsch

Sophia Flörsch

Sophia Flörsch hat bereits in der Vergangenheit Kritik an der W Series geübt. Zum Saisonstart der Formelserie für Frauen wiederholte sie die Kritik und musste jede Menge Gegenwind hinnehmen.

Der Schuss ging nach hinten los: Sophia Flörsch hat für ihre erneute Kritik an der W Series einen dicken Shitstorm kassiert. Sie hatte nach dem ersten Rennen der Formelserie für Frauen auf Twitter geschrieben: «Die Gewinnerin ist 28 Jahre alt. Das Durchschnittsalter auf dem Podium? Keine Chance um gegen Männer in höheren Klassen anzutreten. Am Ende 15 Superlizenz-Punkte – wofür? Und die ganzen Zuschauer sehen Frauen, die einfach zu langsam sind. Das ist der einzige Beweis, den die W Series zeigt. Der falsche Weg!»

Flörsch ist seit der ersten Saison der W Series 2019 eine der größten Kritikerinnen. Ihrer Meinung nach bringt die W Series keinen Mehrwert für mehr Gleichberechtigung im Motorsport, da die Frauen in der Serie unter sich bleiben. Unter dem Strich ist die W Series so nur ein Umweg, trotz der Punkte für den Formel-1-Führerschein und des Preisgelds in Höhe von 500.000 Dollar, findet Flörsch.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis es in den sozialen Medien heftigen Gegenwind gab. Was gerne angeführt wurde: Die fehlenden Erfolge Flörschs auf dem Papier in der Formel 3 und der DTM.

2020 blieb sie in der Formel 3 ohne Punkte, beim DTM-Saisonstart in Monza hatte sie zweimal als 16. mit den Punkten nichts zu tun. Die 20-Jährige hat trotz des Wechsels in die GT3-DTM stets betont, dass sie weiterhin an ihrem großen Traum Formel 1 arbeiten wolle. 

Funfact: Flörsch landete in beiden Qualifyings sowie im ersten DTM-Rennen in Monza auch hinter Esmee Hawkey, die 2019 in der W Series fuhr und damals nur zwei Punkte holte. Hawkey fährt 2021 in der DTM für T3 Motorsport in einem Lamborghini Huracan GT3, Flörsch für Abt Sportsline einen Audi R8 LMS GT3.

«Ich bin lieber Schlusslicht im wirklichen Motorsport als Siegerin in einem Show-Event», antwortete Flörsch auf die Kritik, sie fahre dem Feld in der DTM nur hinterher. Zudem schrieb sie: «Immer noch viel schneller als jede in der W Series. Wo ist die Siegerin 2019 mit den 500.000 Dollar?»

Siegerin 2019 war Jamie Chadwick, die Britin fährt 2021 erneut in der W Series und ist zudem Entwicklungsfahrerin für das Formel-1-Team Williams. «Sophia, du bist in keiner Weise besser als alle anderen in der W Series. Du wirst derzeit in der DTM von jemandem geschlagen, der in der letzten W-Series-Saison 15. war. Du hast keine Beweise dafür, dass du besser bist, du hast keine Karriereergebnisse. Wenn du besser bist, gewinne die W Series», schrieb ein User.

Auch die 28 Jahre alte Siegerin Alice Powell meldete sich zu Wort, meinte: «Das Alter ist nur eine Zahl, sollte ich mit 28 also nicht gewinnen?»

Flörsch meinte dazu: «Glückwunsch zu deinem Sieg. Du solltest das Argument in der F1-Startaufstellung anbringen, wenn du die 15 Superlizenzpunkte nutzen willst.»

Auf das Argument, die W Series inspiriere junge Frauen, entgegnete Flörsch: «Was inspiriert sie mehr? Fahrer ohne jede Chance im echten Motorsport oder eine Frau, die sich mit den Besten misst? Kämpfst du für eine Frauen-Universität? Oder gehst du lieber auf die gleiche Uni wie Jungs?»

Teilweise wurde es nicht nur heftig, sondern auch hässlich («Deine Tweets sind ein schlimmerer Unfall als dein Abflug in Macau»). Flörsch löschte schließlich ihren Ursprungstweet.


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