Quoten-Verluste: «Motorsport muss sichtbar bleiben!»

Von Andreas Reiners
Auch die DTM hat Zuschauer verloren

Auch die DTM hat Zuschauer verloren

Die DTM musste 2021 ein dickes Quoten-Minus einstecken, die Formel 1 erlebte in Deutschland ein regelrechtes Debakel, was allerdings dem Wechsel zum Pay-TV zu verdanken ist. Wie schlimm ist die Lage?

Die Formel 1 hat gelitten, die DTM deutliche Verluste hinnehmen müssen – der Motorsport hat es weiterhin nicht leicht im deutschen Fernsehen. Das Quoten-Desaster in der Königsklasse mit Verlusten von über 50 Prozent ist dabei keine Überraschung, sondern das Ergebnis des Wechsels vom Free- ins Pay-TV.

Eine deutliche Besserung hin zu den Quoten der vergangenen Jahre, die im Schnitt bei mindestens vier Millionen Zuschauern lagen, ist utopisch.

Sky schaffte im Bestfall Quoten knapp über der Millionen-Grenze, und die vier Rennen, die RTL 2022 wie schon 2021 zeigen wird, reißen es auch nicht raus. In der DTM ist der Rückgang nicht so dramatisch, von 581.000 auf 440.000 aber markant.

Hat der Motorsport generell ein Zuschauer-Problem? «Motorsport muss sichtbar bleiben. Ich finde es zum Beispiel schade, dass die Formel 1 in Deutschland nur noch bei Sky zu sehen ist, das sieht man auch an den Zahlen. Man muss die jungen Leute zum Motorsport ziehen, denn sie sind die Zukunft», sagte Sat.1-Moderatorin Andrea Kaiser im Interview mit SPEEDWEEK.com.

Ihr fünf Jahre alter Sohn findet zum Beispiel viele andere Dinge interessanter als ein zweistündiges Formel-1-Rennen, verriet sie. Aber: «Der Motorsport befindet sich angesichts der Umweltschutz- und Klima-Diskussionen in einem Wandel, der aber auch befruchtend und positiv sein kann. Es wird immer Veränderungen geben, es wird aber auch immer einen Platz für Motorsport geben.»

Fans gewinne man durch «Identifikation», so Kaiser: «Durch Nähe. Oder Stars, die zum Anfassen sind. Man muss sich öffnen und die Menschen sichtbar machen. Wir haben in der DTM coolere Typen als in vielen anderen Sportarten.»

Wie zum Beispiel Kelvin van der Linde. «Wenn ich den beim FC Bayern hätte – diese Interviews wären großartig. Der ist cool, locker, nahbar. Der denkt nicht nach, ist nicht politisch. Jeder Interviewpartner, der seinen Pressemann nicht fragt, was er sagen kann und was nicht, ist ein Geschenk.»

Was fehlt der DTM? «Wir hatten sehr gute Rennen, wir hatten Spannung. Ich würde mir wünschen, dass wir noch größere Rivalitäten haben, um geile Geschichten erzählen zu können. Dass zwei Fahrer, die total gegensätzlich sind und sich nicht ausstehen können, um den Titel kämpfen. So wie zum Beispiel Niki Lauda und James Hunt.»


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