Nebel, Crash, Titeldrama: Denkwürdiger DTM-Chaostag

Von Andreas Reiners
Sheldon van der Linde

Sheldon van der Linde

Big Points für Sheldon van der Linde. Der Südafrikaner profitierte im neunten DTM-Saisonrennen von einem Crash zwischen Felipa Fraga und Mirko Bortolotti, den van der Linde an der Spitze der Gesamtwertung ablöst.

Titeldrama an einem denkwürdigen Chaos-Tag auf dem Nürburgring! Sheldon van der Linde hat einen Crash von Felipe Fraga und Mirko Bortolotti in der Schlussphase des neunten Saisonrennens auf dem Nürburgring ausgenutzt, den Sieg eingefahren und die Tabellenführung übernommen.

Der Südafrikaner (Schubert-BMW) steht nach seinem dritten Saisonsieg bei 105 Punkten. Bortolotti hat nach seinem unnötigen und bitteren Aus weiterhin 89 Zähler. Er hatte sich mit Fraga einen fast das ganze Rennen lang einen sehenswerten Zweikampf um den Sieg geliefert und in der Schlussphase dann die Nerven verloren.

Er attackierte den Ferrari von Fraga in der letzten Kurve viel zu ungestüm, stach innen rein und kollidierte mit dem Ferrari von Fraga, wodurch beide ausfielen. Bortolotti ließ so den möglichen ersten Sieg für ihn und für Lamborghini fahrlässig liegen. Gesamtdritter ist René Rast, der trotz Startplatz drei nach einem schwierigen Rennen nur Neunter wurde und jetzt 81 Punkte hat.

Erstes gemeinsames Podium

Bei den van der Lindes war der Jubel besonders groß, denn Bruder Kelvin wurde im Abt-Audi Zweiter und sorgte dafür, dass die beiden Brüder erstmals in der DTM gemeinsam auf dem Podium stehen. Dritter wurde Kelvins Teamkollege Ricardo Feller.

«Ich war noch nie sprachlos, jetzt bin ich es. Als mein Ingenieur den Funk abdrehte, habe ich so laut geschrien wie noch nie. Das war diese Saison unser Ziel und ein Traum, zusammen auf dem Podest zu stehen. Das ist unfassbar», sagte Sheldon. Und Kelvin ergänzte: «Ich habe nicht gewonnen, ich bin aber so glücklich wie noch nie zuvor. Wenn man mit seinem besten Kumpel, seinem Bruder, auf dem Podest steht - das ist wow.»

Das irre neunte Saisonrennen war der passende Abschluss eines Chaos-Tags in der unberechenbaren Eifel. Dichter Nebel hatte vom Morgen an jegliche Fahraktivitäten vereitelt, unter anderen war das Qualifying der DTM ausgefallen, weshalb die Startaufstellung durch den Stand in der Meisterschaft gebildet wurde.

Lange stand sogar eine Absage des Rennens im Raum, ehe sich der Nebel am späten Nachmittag doch noch lichtete – der Start erfolgte mit fast vierstündiger Verspätung.

Bortolotti verliert die Nerven

Und der ging an Fraga, der von Startplatz sechs aus schnell die Führung übernahm vor Bortolotti. Pech hatte Rast, der in der Startphase einige Plätze verlor und bis auf Platz neun zurückfiel. Fraga und Bortolotti trennten in der ersten Rennhälfte nur eine halbe Sekunde, der Brasilianer hielt sich wacker vor GT-Spezialist Bortolotti.

25 Minuten vor dem Ende absolvierte Fraga seinen Pflichtstopp, eine Runde später Bortolotti, der den Overcut aber nicht zum Überholen nutzen konnte. Stattdessen arbeitete er sich immer näher an Fraga heran, ehe er mit ihm kollidierte und beiden das Rennen ruinierte,


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