Ein versöhnlicher Saisonabschluss

Kolumne von Eckart Rösinger
Euro-Cup
Eckart Rösinger und Andy Kolloch auf dem Frohburger Dreieck.

Eckart Rösinger und Andy Kolloch auf dem Frohburger Dreieck.

Erneut musste ich meinen immer noch verletzten Beifahrer Bastian Born ersetzen. Mit Andy Kolloch habe ich einen würdigen Ersatz gefunden.

Zum Saisonfinale des Sidecar Eurocups in Frohburg ging schon morgens der Stress los. Der Motor liess sich nicht starten. Es war wohl etwas zu kalt und die Batterie nicht mehr hundert Prozent intakt. So etwas bin ich nicht gewöhnt. Aber die Freunde im Fahrerlager helfen einem bis zur Startlinie. Dann ist allerdings Schluss mit lustig. Nach erfolgreichem Anschieben und Batterietausch ging es los. Beim letzten Lauf in England erfuhr ich, dass der von mir verwendete Suzuki-Motor ein kleines optimales Temperaturfenster hat. Das wollte ich ausloten, habe aber den Kühler zu viel abgeklebt. Nach anderthalb Runden klopfte Andy und wies mich auf überlaufendes Wasser hin. 120 Grad - das war zuviel. Wir stoppten am Ende der langen Geraden, und füllten drei Liter Mineralwasser nach. Andy hat das von den Streckenposten bekommen, es war sonst auf die Schnelle nichts greifbar. Er ist aber später zu den Posten gegangen und hat die Sache geklärt. Wir konnten die Trainingsfahrt fortsetzten, doch der Motor lief etwas rau, ohne das ein Leistungsverlust spürbar war.

Das zweite Training ging problemlos über die Bühne. Wir haben uns bis auf Startplatz 7 nach vorne geschoben. Die dritte Startreihe versprach Brisanz. Mit Currie/Biggs, Rösinger/Kolloch und Gall/ Smithies standen die drei schnellsten F2-Gespanne nebeneinander. Mit einem Raketenstart auf Platz 2 entledigte ich mich vorerst meinen direkten Gegnern. Ging es doch mit Gall noch um den Vizetitel bei der F2-Challenge. Currie/Biggs haben diese Wertung vorzeitig mit sieben Siegen gewonnen. Schnell waren Currie/Biggs aber wieder an uns dran. Unser Gespann geht schon gut aber die haben irgendwie «KERS» drin. Aber wir hatten in den superschnellen Passagen unsere Vorteile. Für Andy war es eine neue Erfahrung bei 230 km/h ohne Zucker an der Gashand den Hintern aus dem Seitenwagen zu schieben. Aber es hat ihm gefallen. Am Ende wurden wir Sechster in der Gesamtwertung und wieder mal Zweite in der F2-Challenge. Der direkte Konkurrent Tassilo Gall wurde Dritter und lag somit punktemassig noch knapp vor uns.

Das Rennen am Sonntag über zwölf Runden musste also zum Showdown führen. Erneut gelang uns ein guter Start. Andy gab mir genau das richtige Mass an Grip, das ich brauchte. Einfach toll! Dann hatten wir immer die richtigen vor uns, die uns mit dem passenden Windschatten auf den Geraden versorgten. In den Kurven und den Bremszonen konnte wir den Vorsprung, den sie sich dank stärkerer Motorisierung einfahren haben, wieder kompensieren. Es lief optimal für uns. Ausserdem lief der Motor in dem angestrebten Temperaturbereich. Wir warteten auf einen Angriff von Currie/Biggs oder Gall/Smithies. Dass Currie ausgefallen war (Visier des Beifahrers defekt), merkten wir erst nach dem Rennen. Unserer Freund Tassilo konnte auf Grund eines schlechteren Starts keinen Angriff setzen.

So haben wir wenigstens das Formel 2 Rennen gewinnen können. Allerdings sicherte sich Gall mit Platz 2 im Rennen und einem Punkt Vorsprung den Vizetitel hinter Currie/Biggs. Aber der dritte Platz mit zwei Nullern ist ok. Im Winter wird aufgerüstet, die Teile liegen schon da. Montag geht es los. Es war für uns eine Saison mit vielen Auf und Abs, aber so ist es immer im Rennsport. Wir haben zwei Jahre von der Tatsache profitiert, eines der besten Gespanne zu haben. Jetzt hat die Konkurrenz aufgerüstet. Das blieb nicht ohne Folgen, wie wir gemerkt haben.
 

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