Alain Prost schockiert: «Niki Lauda war mein Idol»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Niki Lauda und Alain Prost haben sich 1984 die knappste WM-Entscheidung geliefert: Am Ende stand es 72:71,5 für den Wiener. Der 64jährige Prost sagt: «Als ich jung war, da war Niki mein Idol.»

Niki Lauda hat uns verlassen. Sein früherer McLaren-Stallgefährte Alain Prost bringt das gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France Presse so auf den Punkt: «Die Formel 1 hat eine einzigartige Persönlichkeit verloren, einen wahren Herrn. Es gibt Champions, es gibt Fahrer mit schönem Palmarès, aber das bedeutet nicht automatisch Grösse. Niki war ein Mann, der sich nie beklagt hat, ganz egal, was ihm alles in den Weg geworfen wurde, auch nicht nach seinem Unfall auf dem Nürburgring. Er hat immer nach vorne geblickt. Ich bin bestürzt, bewegt, sein Tod ist ein Schock.»

«Ich muss zugeben: Der Tod von Niki löst stärkere Gefühle aus als ich erwartet hatte. Ich meine, ich kannte ihn vierzig Jahre lang, er hat mir sehr viel bedeutet. Niki war das Idol meiner Jugend, ich habe zu ihm aufgeblickt, als ich Kart gefahren bin.»

«Die Phase als wir bei McLaren Stallgefährten waren, also 1984 und 1985, das war die glücklichste Zeit, die ich mit einem Teamkollegen verbracht habe. Als die WM 1984 in Portugal entschieden wurde, habe ich mich für ihn gefreut, dies obschon ich der Verlierer war. Es war die perfekte Mischung, er holte den WM-Titel 1984, ich konnte 1985 Weltmeister werden, wir hatten eine freundschaftliche Verbindung, und diese Freundschaft ist über all die Jahre geblieben.»

«Niki wurde bei der Rechner genannt. Ich fand das immer ein wenig seltsam, weil ich ihn überhaupt nicht so wahrgenommen habe. Ich fand vielmehr, er konnte die Arbeit sehr gut vom Privatleben trennen. Er konnte prima abschalten, ich habe viel von ihm gelernt. Wenn ich jeweils ausgeschieden bin, sagen wir wegen eines technischen Defekts, dann war ich angewidert. Eines Abends hat er mich in einen Nachtklub mitgeschleppt, wir haben ein paar Whisky-Cola getrunken, das war mir noch nie passiert. Er hat sich königlich amüsiert und zu mir gesagt: ‘Schau, du musst vergessen können, was passiert ist, und ab morgen denkst du nicht mehr daran, was hinter dir liegt.’ Das war seine Philosophie – es gibt die Arbeit, dann gibt es aber auch die Freizeit. Das hat mich Niki gelehrt.»

«Wir haben den Kontakt nie verloren, auch über unsere Zeit als Rennfahrer hinaus oder in Phasen, in welchen wir nicht so stark der Formel 1 verbunden waren. Wenn du mit ihm geredet hast, dann hast du immer gewusst, woran du bist. Du hast dich nie fragen müssen, was er andeuten will oder welchen Plan er vielleicht verfolgt. Niki hat immer Klartext geredet, ein Mann, ein Wort, das war Lauda.»

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