Arthur Leclerc: Auf den Spuren von Bruder Charles

Von Andreas Reiners
Arthur Leclerc

Arthur Leclerc

Arthur Leclerc ist drei Jahre jünger als Bruder Charles, legt aber ein starkes Tempo an den Tag, um dem Ferrari-Star zu folgen. Auch angetrieben durch die Familien-Rivalität.

Brüder sind so. Schon immer gewesen. Das wird sich auch nicht ändern. Und deshalb ist es auch bei Arthur und Charles Leclerc so. Höher. Weiter. Schneller. Besser. Geschwister sind sich im Idealfall nicht nur nahe, Freunde fürs Leben, sondern auch Gegner. Konkurrenten.

Eine Dauer-Rivalität, auf gesundem Niveau versteht sich. «Wir messen uns immer, wer der Beste ist», sagt Arthur über sein Verhältnis zu Charles.

Der eine, Charles, 22 und damit drei Jahre älter, hat das ultimative Ziel bereits erreicht. Er geht 2020 in sein drittes Formel-1-Jahr und ist Stammfahrer bei Ferrari. Teamkollege von Sebastian Vettel.

Bereits auf der Überholspur, denn in seiner Ferrari-Debütsaison hat er den viermaligen Weltmeister bereits hinter sich gelassen, einige Male düpiert, den Nummer-1-Status des Deutschen zerbröselt.
Der andere Arthur, 19, steht noch in den Startlöchern, um im Bild zu bleiben. Er arbeitet noch an seinem Aufstieg.

Er bestritt 2018 seine erste Formelsport-Meisterschaft in der französischen Formel 4 und zeigte von Anfang an, was in ihm steckte: Gleich sein zweites Rennen in Nogaro krönte er mit dem Sieg, dieses Kunststück wiederholte der Teenager später auch in Magny-Cours.

2019 absolvierte er mit dem Meisterteam US Racing CHRS sein Debütjahr in der Formel 4, holte dort einen Sieg in Hockenheim und sieben weitere Podestplätze. Am Ende belegte er den dritten Gesamtrang.

2020 wird er in der Formula Regional an der Seite des Brasilianers Gianluca Petecof für das Prema Powerteam antreten. Das Gute: Er kann bei seinem Bruder hautnah beobachten, wie viel harte Arbeit neben dem Talent dazugehört, um es ganz nach oben zu schaffen.

Denn einen Fuß hat er bereits in der Tür, 2019 war er Teil des Sauber Junior-Teams.

Für ihn war es etwas Besonderes. Er konnte einem Superstar wie Kimi Räikkönen über die Schulter schauen, und außerdem war Sauber das erste F1-Team seines Bruders. Über den Schweizer Rennstall fand Charles den Weg in die Königsklasse.

Ein Team, das in der Vergangenheit oft genug bewiesen hat, dass es den Nachwuchs formen kann. Teamchef Frederic Vasseur hat selbst 20 Jahre im Nachwuchsrennsport gearbeitet. Ein Talenteflüsterer.

Jetzt folgt der nächste Schritt mit der Berufung in die Nachwuchsakademie von Ferrari.

«Ich bin überglücklich, mit einem der stärksten Nachwuchsteams überhaupt in der Formula Regional antreten zu dürfen. Seit meinem ersten Formelsport-Test mit der Prema-Mannschaft träumte ich davon, eines Tages für diesen Rennstall fahren zu dürfen.

Auch dass ich nun zur Ferrari Driver Academy gehöre, ist eine großartige Chance für mich. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich bekomme, und das Vertrauen, das man mir schenkt. Nun kann ich es kaum erwarten, wieder ins Cockpit zu steigen», sagte Arthur.

Er weiß aber, dass es trotz allem kein Selbstläufer ist, die Konkurrenz ist groß, alle haben das gleiche Ziel. Der wichtigste Tipp seines Bruders: «Ruhig bleiben, was nicht einfach ist für mich.»

Er hat es aber durch seinen Bruder gelernt: «Es ist ein langer Weg, ein guter Fahrer zu werden. Es ist harte Arbeit. Charles arbeitet immer und versucht immer etwas zu finden, was ihn besser macht.»
Alleine schon deshalb, um besser als Arthur zu sein. Brüder sind nun mal so.


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