Jean Todt: «Arbeitete 18 Stunden pro Tag»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
FIA-Präsident Jean Todt

FIA-Präsident Jean Todt

FIA-Präsident Jean Todt macht sich im Gegensatz zu vielen im GP-Zirkus keine Sorgen, wegen der steigenden Anzahl Rennen und der immer grösseren Arbeitsbelastung der Teammitglieder. «Wir alle sind privilegiert», sagt er.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 werden die Teams und ihre Stars in diesem Jahr 22 Formel-1-Rennwochenenden bewältigen müssen, da mit Vietnam und den Niederlanden gleich zwei neue GP-Austragungsstätten in den WM-Kalender aufgenommen wurden, obwohl mit Hockenheim nur ein bisheriges Rennen wegfällt.

Bereits jetzt klagen viele Teammitglieder über die Arbeitsbelastung, die in den folgenden Jahren weiter steigen könnte, da die Regeln sogar 25 Grands Prix im Jahr erlauben. Das bereitet auch vielen Teamverantwortlichen Kopfzerbrechen, so betonte beispielsweise Claire Williams im vergangenen November: «25 Rennen sind schon sehr viel, bereits 22 WM-Läufe sind eine ganze Menge und wir dürfen dabei die Auswirkungen auf das Personal nicht vergessen.» F1-CEO Chase Carey weiss, dass die Überbelastung der Mitarbeiter ein Problem sein könnte, während FIA-Präsident Jean Todt keine Bedenken hat.

Der Franzose winkt im Autosport-Gespräch ab: «Ich denke, es wird noch eine Weile dauern, bis wir uns der 25-Rennen-Marke nähern. Es wird so viel darüber spekuliert, dabei sollten wir uns auf die aktuelle Situation konzentrieren, und das sind 22 Rennen im Jahr. Ich habe da eine etwas andere Sicht der Dinge, denn ich spüre wirklich, dass wir alle gesegnet sind, und da schliesse ich mich nicht aus.»

«Wir dürfen in einer Welt sein, in der wir lieben, was wir tun», schwärmt der 73-Jährige. «Das ist unsere Leidenschaft, und deshalb sind wir alle auch privilegiert. Jeder in der Formel 1 ist das», erklärt Todt, und fügt an: «Natürlich haben wir unsere Verpflichtungen. Früher, als ich andere Positionen innehatte, arbeitete ich 18 Stunden pro Tag, sechs oder sieben Tage die Woche.»

Dies tat der frühere Ferrari-Teamchef aus Leidenschaft, seine Familie zeigte Verständnis dafür, wie er erzählt: «Ich wollte Ergebnisse und wenn du eine liebende Familie hast, versteht sie das auch. Du machst so etwas ja auch nicht dein ganzes Leben lang.»

Als UN-Botschafter für Strassensicherheit bekomme er auch viele arme Menschen zu Gesicht, offenbart Todt, der selbst über ein stolzes Vermögen verfügt. «Es gibt Leute, die mit Glück 30 Dollar im Monat verdienen, das ist die Realität in gewissen Ländern, die wir nicht vergessen dürfen. Wir sollten bescheiden sein und dürfen nicht vergessen, dass von acht Milliarden Menschen rund 800 Millionen nicht genügend Nahrung, Wasser oder Medikamente haben. Wir reden hier über die Formel 1 aber wir dürfen unsere Augen nicht davor verschliessen, was mit anderen Leuten und Gesellschaften passiert.»

DER FORMEL-1-KALENDER 2020

Präsentationen
11. Februar: Ferrari (Maranello)
12. Februar: Renault (Paris)
13. Februar: McLaren (Woking)
14. Februar: AlphaTauri (Salzburg), Mercedes (Silverstone)

Wintertests
19.–21. Februar: Montmeló, Circuit de Barcelona-Catalunya/E
26.–28. Februar: Montmeló, Circuit de Barcelona-Catalunya/E

Rennen
15. März: Melbourne, Albert Park Circuit/AUS
22. März: Bahrain, Bahrain International Circuit/BRN
5. April: Hanoi, Street Circuit Hanoi/VN
19. April: Shanghai, Shanghai International Circuit/RCH
3. Mai: Zandvoort, Circuit Park Zandvoort/NL
10. Mai: Montmeló bei Barcelona, Circuit de Barcelona-Catalunya/E
24. Mai: Monte Carlo, Circuit de Monaco/MC
7. Juni Aserbaidschan, Baku City Circuit/AZ
14. Juni: Montreal, Circuit Gilles Villeneuve/CDN
28. Juni: Le Castellet, Circuit Paul Ricard/F
5. Juli: Spielberg, Red Bull Ring/A
19. Juli: Silverstone, Silverstone Circuit/GB
2. August: Mogyoród bei Budapest, Hungaroring/H
30. August: Francorchamps, Circuit de Spa-Francorchamps/B
6. September: Monza, Autodromo Nazionale/I
20. September: Singapur, Marina Bay Street Circuit/SGP
27. September: Sotschi, Sochi Autodrom/RUS
11. Oktober: Suzuka, Suzuka Circuit/J
25. Oktober: Austin, Circuit of the Americas/USA
1. November: Mexico City, Autódromo Hermanos Rodríguez/MEX
15. November: São Paulo, Autódromo José Carlos Pace/BR
29. November: Abu Dhabi, Yas Marina Circuit/UAE

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