Vettel & Co.: So laufen die Verhandlungen der Fahrer

Von Andreas Reiners
Formel 1
Alex Wurz und Sebastian Vettel

Alex Wurz und Sebastian Vettel

Das aktuelle Beispiel Sebastian Vettel zeigt: Nicht alle Verträge werden in der Formel 1 gleich verhandelt. Meist dringt nicht viel nach aussen – wenn doch, geschieht das aus einem guten Grund, wie Gerhard Berger weiss.

Sebastian Vettel verriet es im Rahmen des zweiten Formel-1-Wochenendes in Spielberg fast nebenbei: Der viermalige Weltmeister hat in den vergangenen Wochen auch mit Renault gesprochen. Die Gespräche seien aber «zu keinem Zeitpunkt wirklich konkret» geworden, räumte der Deutsche ein.

Was auffällt: Nach außen gedrungen ist davon nichts. In dem Fall wohl auch, weil die Franzosen nicht als tatsächliche Option für Vettel, der nach seinem Ferrari-Aus nach der Saison 2020 ein Sieger-Auto haben will, galten.

Nun heißt es, dass Vettel kurz vor einer Unterschrift bei Racing Point stehen soll. Fix ist noch nichts. Fakt ist aber: Gespräche haben stattgefunden, auch hier hinter den Kulissen.

«In der Formel 1 ist es meistens so, dass die Themen oft schon erledigt sind, wenn sie diskutiert werden», sagte Gerhard Berger bei Servus TV. «Darum kann ich mir gut vorstellen, dass Sebastian bei Racing Point auftauchen wird. Das könnte für ihn die einzige Alternative sein, wo er sagt: 'Mit dem Ding kann ich auch Rennen gewinnen.'»

Ex-Fahrer Alexander Wurz bestätigt, dass dies eine beliebte Variante ist: Gespräche beziehungsweise Verhandlungen, von denen die Öffentlichkeit nichts mitbekommt. «Grundsätzlich ist bei der Formel 1 immer viel Show dabei», sagte er redbull.com.

«Aber bei Vertragsverhandlungen gibt es schwarz oder weiß. Das heißt, entweder passieren die Verhandlungen komplett hinter den Kulissen, ganz still und heimlich und dann meistens extrem schnell. Oder es wird in aller Öffentlichkeit verhandelt, mit dem Zweck über Medien und manchmal auch über Falschmeldungen Druck aufzubauen. Das ist typisch Formel 1», fügt der 46-Jährige an.

Das gelte für alle Verträge, also für Fahrer, Teams, Sponsoren oder Promoter, so Wurz, der als Präsident der Grand Prix Drivers’ Association aktuelle Einblicke hat. Wer bei den Verhandlungen den Hut aufhat, ist ganz unterschiedlich. So gibt es einige Fahrer, die ganz genau wissen, was sie wollen und die sich teilweise auch mit den rechtlichen Details auskennen.

«Sebastian Vettel zum Beispiel hat seine Verträge bis zum Komma immer selbst gemacht und verhandelt. Um das zu schaffen, muss man als Fahrer mitdenken und auf Zack sein. Du musst dabei immer auch wissen, wo die Konkurrenz steht. Denn wenn du zur falschen Zeit am Markt stehst, dann hast du keine Chance, zu einem guten Deal zu kommen. Wenn man eine Option nur um einen Monat falsch gesetzt hat, dann kann das die Karriere kosten», erzählt der Österreicher.

Nicht alle machen es deshalb selbst: «Weil das alles sehr komplex ist, gibt es auch einige Fahrer, die sich zu 100 Prozent auf den Manager verlassen», so Wurz.

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