Franz Tost (AlphaTauri): Sebastian Vettel war Vorbild

Von Werner Jessner
Formel 1
Franz Tost bei den Wintertests 2020, damals noch ohne Maskenpflicht

Franz Tost bei den Wintertests 2020, damals noch ohne Maskenpflicht

Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo oder Max Verstappen: Seit 2006 kümmert sich Franz Tost um junge Talente, die bei AlphaTauri (früher Toro Rosso) ausgebildet werden. Letzter Teil unserer grossen Story.

Sinn und Zweck des GP-Rennstalls AlphaTauri (vormals Toro Rosso) besteht darin, junge Red Bull-Piloten in die Formel-1-Schule zu schicken. Unter der fachkundigen Hand von Teamchef Franz Tost sollen sie zu kommenden Siegern und WM-Anwärtern ausgebildet werden. In der Red Bull-Fahrerlagerzeitung «The Red Bulletin» hat Tost ausführlich über seine Arbeit gesprochen.

Im ersten Teil ging es darum, wie der Trinser bei den jungen Piloten die Spreu vom Weizen trennt, auf welche Aspekte er achtet, um zu sehen, ob es sich bei einem aufstrebenden Piloten um einen durchschnittlich begabten Fahrer oder um ein Ausnahmetalent handelt. Dazu gehört auch, welchen Stellenwert der Rennsport im Leben dieses Fahrers einnimmt, Stichwort Leidenschaft.

Im zweiten Teil sprach Franz Tost darüber, wie ein Formel-1-Neuling zu Beginn von der Welle namens Königsklasse überrollt wird und wieso Tost einen Piloten drei Jahre im Team haben will, um ihn komplett auszubilden. Es geht um Disziplin, etwa bei der Frage, was auf den Teller kommt, und um die zahlreichen Aufgaben, die ein Fahrer bewältigen muss, auch abseits der Rennstrecke. Tost hebt hervor, was Fahrer wie Vettel oder Ricciardo abhob. Im dritten Teil kommt Franz Tost zum Thema:

Liebe und Intelligenz
«Champions sind Perfektionisten. Stundenlang an der perfekten Sitzposition zu tüfteln, das ist nicht kindisch, sondern normal. Das Gleiche gilt für die Abstimmung des Fahrzeugs. Champions wissen, welche Teile am eigenen Auto und an jenem des Teamkollegen verbaut sind, denn er ist immer der erste Gegner. Nur wer Zeit mit den Mechanikern und Ingenieuren verbringt, wer nach dem letzten Meeting noch einmal in die Garage zu seinem Auto geht, kennt all die Winzigkeiten.»

«Nächster Punkt: Man muss Strecken und Gegner verstehen lernen. Wer bremst wie, wie hoch war die Streckentemperatur im letzten Jahr im Vergleich zu diesem, und was heißt das für meinen Fahrstil? Das ist Arbeit, das ist anstrengend; aber ich garantiere, dass jene, die das auf die leichte Schulter nehmen, nicht lange im Geschäft bleiben.»

«Um die Wichtigkeit dessen zu verstehen, braucht man Intelligenz, und Sebastian Vettel war in dieser Hinsicht ein Vorbild. Er hinterfragte alles, er stellte sich nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden. Es ist kein Wunder, dass er vier Mal Weltmeister wurde.»

Die Piloten bei Toro Rosso und AlphaTauri

2006: Tonio Liuzzi (I) und Scott Speed (USA)
2007: Tonio Liuzzi (I), Scott Speed (USA) und Sebastian Vettel (D)
2008: Sebastian Vettel (D) und Sébastien Bourdais (F)
2009: Sébastien Bourdais (F), Jaime Alguersuari (E) und Sébastien Buemi (CH)
2010: Sébastien Buemi (CH) und Jaime Alguersuari (E)
2011: Sébastien Buemi (CH) und Jaime Alguersuari (E)
2012: Daniel Ricciardo (AUS) und Jean-Éric Vergne (F)
2013: Daniel Ricciardo (AUS) und Jean-Éric Vergne (F)
2014: Jean-Éric Vergne (F) und Daniil Kvyat (RU)
2015: Max Verstappen (NL) und Carlos Sainz (E)
2016: Daniil Kvyat (RU), Max Verstappen (NL) und Carlos Sainz (E)
2017: Pierre Gasly (F), Daniil Kvyat (RU), Brendon Hartley (NZ) und Carlos Sainz (E)
2018: Pierre Gasly (F) und Brendon Hartley (NZ)
2019: Pierre Gasly (F), Alexander Albon (T) und Daniil Kvyat (RU)
2020: Pierre Gasly (F) und Daniil Kvyat (RU)

Franz Tost verfasste diesen Artikel für die Red Bull-Fahrerlagerzeitung «The Red Bulletin». Das Neueste aus «The Red Bulletin» erfahren Sie hier.

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