Mick Schumacher: Auf der Überholspur zur Formel 1?

Von Andreas Reiners
Formel 1
Mick Schumacher nach seinem dritten Platz am Samstag auf dem Podium

Mick Schumacher nach seinem dritten Platz am Samstag auf dem Podium

Mick Schumacher mischt im Titelkampf der Formel 2 oben mit. Was dem 21-Jährigen noch fehlt, ist ein Sieg, ein echtes Ausrufezeichen im Kampf gegen die Konkurrenz.

Mick Schumacher schnappte sich am Samstag nach seinem dritten Platz die französische Flagge und enterte noch einmal das Podium. An seiner Seite Rennsieger Yuki Tsunoda und der Zweite Nikita Masepin.

Die Geste war eine der vielen für den im vergangenen Jahr verstorbenen Anthoine Hubert. Die Gedanken waren im gesamten Fahrerlager bei Hubert, der am 31. August 2019 beim Formel-2-Rennen tödlich verunglückte.

Schumacher setzte am Wochenende mit seinem dritten und zweiten Platz in Haupt- und Sprintrennen auch ein Zeichen für seine Zukunft. Denn die beiden Podiumsplätze, Nummer fünf und sechs in dieser Saison, kommen kurz nach interessanten Aussagen von Alfa-Romeo-Teamchef Frederic Vasseur. Sozusagen als Bestätigung für den Teamchef von Alfa Romeo.

«Ich denke, er wird vor dem Saisonende die Möglichkeit haben, ein Formel-1-Auto zu testen», sagte Vasseur bei Sky. Schumacher (21) gehört der Ferrari-Akademie an, Alfa bildet immer wieder Nachwuchsfahrer der Scuderia aus.

«Er hat noch einige Rennen in seiner Meisterschaft zu absolvieren und kämpft dort um den Titel, also werden wir sehen», sagte Vasseur mit Blick auf einen möglichen Termin.

Das passt zu Aussagen von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, der zuletzt in der Bild angekündigt hatte, in Kürze mit Schumacher die Zukunft zu besprechen, was man mit ihm vorhabe. Binotto meinte: «Ich denke, der logische nächste Schritt wäre erst mal ein kleineres Formel-1-Team bei dem er alles kennenlernen kann und dann langsam weiter aufsteigt.» Alfa Romeo also.

GP-Sieger Ralf Schumacher schätzt, dass Alfa Romeo 2021 ein neues Fahrerduo erhält. Kimi Räikkönen hört wohl auf, Antonio Giovinazzi wird kaum bleiben. Fahren 2021 Nico Hülkenberg und Schumacher? Komplett unmöglich ist dieses Szenario nicht.
«Betrachte es als Kompliment»

«Es hat mich sehr gefreut, so eine Aussage zu hören von Mattia. Ich betrachte es als Kompliment», sagte Schumacher der Süddeutschen Zeitung. «Es zeigt, dass ich mich in allen Punkten verbessert habe, in denen ich mich verbessern sollte.» Und eines sei klar: «Mein großes Ziel ist selbstverständlich die Formel 1.»

Doch er weiß auch, dass er zunächst Leistung bringen muss: «Nichtsdestotrotz befinde ich mich gerade in der zweiten Saison in der Formel 2 – und dementsprechend ist mein Fokus zu hundert Prozent auf die Formel 2 gerichtet.»

Für dieses Ziel schnappte sich Schumacher wichtige Punkte.

Gleichzeitig stellte Schumacher seine Qualitäten unter Beweis, verbesserte sich nach einem eher durchwachsenen Qualifying und Startplatz sieben um vier Plätze, am Sonntag gleich um deren fünf.

«Ich hatte nicht den besten Start und habe eine Position an Nikita verloren, aber dann habe ich mich gut zurückgekämpft», sagte Schumacher nach dem Rennen am Sonntag. «Ich konnte einige Jungs überholen und wieder viele Punkte sammeln. Ich bin happy über die Konstanz unseres Teams und freue mich auf die nächsten Rennen in Italien.»

Fakt ist: Es geht eng zu, die Spitze rückt mehr und mehr zusammen. Schumacher ist jetzt mit 106 Punkten Gesamtvierter. Robert Schwarzman (132 Punkte), Callum Ilott (122) und Yuki Tsunoda (111) liegen vor ihm, hinter ihm Masepin (101) und Guanyu Zhou (92).

Fakt ist aber auch: In der zweiten Saison im Unterbau der Formel 1 geht es zur Sache, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Konkurrenzkampf tobt: Sowohl Schwarzman als auch Ilott sind ebenfalls Ferrari-Junioren, und was Mick bei allem bislang erlittenen Pech wie einer falschen Strategie oder einem explodierenden Feuerlöscher und trotz der Podiumsplätze noch fehlt, sind Siege.

Schwarzman feierte am Sonntag seinen dritten Saisonsieg, Ilott hat zwei auf dem Konto. Mick kommt ganz offensichtlich in Fahrt, auf der Überholspur sind Siege allerdings Highlights, mit denen er nicht nur bestätigt, dass er ein vielversprechendes Talent ist.

Sondern hinter der Annahme, dass er reif für die Formel 1 sei, ein Ausrufezeichen setzt. 

Stand nach 14 von 24 Rennen

1. Schwarzman 132 Punkte
2. Ilott 122
3. Tsunoda 111
4. Schumacher 106
5. Mazepin 101
6. Zhou 92
7. Lundgaard 89
8. Delétraz 81
9. Ticktum 71
10. Drugovich 67
11. Ghiotto 51
12. Matsushita 42
13. Armstrong 34
14. Aitken 33
15. Daruvala 18
16. Alesi 8
17. Nissany 5
18. Sean Gelael (RI) 3
18. Piquet 2
20. Markelov 1
21. Vips 0
22. Sato 0
23. Samaia 0

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