Mika Häkkinen über Gasly-Sieg: «Kein Geschenk»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Mika Häkkinen betont: Pierre Gasly hat den Sieg in Monza nicht geschenkt bekommen

Mika Häkkinen betont: Pierre Gasly hat den Sieg in Monza nicht geschenkt bekommen

Auch der zweifache Formel-1-Champion Mika Häkkinen ist voll des Lobes für Monza-Überraschungssieger Pierre Gasly. Der Finne erklärt: «Dieser Sieg war besonders emotional.»

Mika Häkkinen weiss aus eigener Erfahrung, wie besonders sich der erste GP-Sieg für einen Rennfahrer anfühlt. Der frühere GP-Pilot, der in seiner Formel-1-Karriere 20 Rennen und zwei WM-Titel gewinnen konnte, schreibt in seiner «Unibet.co.uk»-Kolumne angesichts von Pierre Gaslys erstem Triumph in der Königsklasse: «Der erste GP-Sieg ist immer ein grossartiger Augenblick, aber der Sieg von Pierre Gasly am Sonntag war besonders emotional.»

«Vor einem Jahr verlor er seinen guten Freund Anthoine Hubert in einem tragischen Formel-2-Unfall in Spa, gleichzeitig wurde er vom Red Bull Racing-Team zu Toro Rosso zurückgeschickt. Dass er nun mit dieser Mannschaft, die mittlerweile unter dem Namen AlphaTauri antritt, seinen ersten Sieg feiern konnte, und das auch noch in Italien, dem Heimatland seines Teams, ist einfach eine grossartige Story», fügt der 51-Jährige an.

«Es war auch ein grossartiges Rennen, genau diese Sorte Grand Prix wollen wir alle sehen. Ein WM-Lauf, in dem die Fahrer bis zum Fallen der Zielflagge pushen mussten. Ich habe am Sonntag gehört, dass es 146 Rennen her ist, seit ein anderes Team als Mercedes, Red Bull Racing oder Ferrari gewonnen hat – letztmals war das bei Kimi Räikkönens Lotus-Sieg im Australien-GP von 2013. Das Warten hat sich gelohnt, denn wir haben nicht nur einen neuen Rennsieger, sondern ein brillantes Beispiel dafür, wie stark das Mittelfeld ist, wenn die Jungs an der Spitze Fehler machen», betont Häkkinen.

Und der GP-Veteran erinnert sich: «Das letzte Mal, als ein französischer Fahrer ein Formel-1-Rennen gewann, 1996 in Monaco, hatte ich nicht einmal meinen ersten Grand Prix gewonnen! Ich erinnere mich sehr gut an dieses Rennen, denn die nassen Bedingungen und die schlechte Sicht machten es extrem schwierig, das Auto zu kontrollieren. Im Ziel waren nur drei Autos, wobei Olivier Panis im Ligier seinen berühmten Sieg feierte.»

«Der Erfolg von Pierre am Sonntag kam zum Schluss eines ebenso dramatischen Rennens, nur dass diesmal am Ende noch 16 Autos unterwegs waren, darunter beide Mercedes. Letztendlich haben Pierre und sein Team einfach einen besseren Job gemacht als alle anderen, und er hat den Sieg wirklich erobert», lobt Häkkinen, der auch gleich klarstellt: «Das war kein Geschenk.»

«Pierre qualifizierte sich als Zehnter, das Team holte ihn kurz vor dem Safety-Car und damit im richtigen Moment an die Box, und als das Rennen nach dem Crash von Charles Leclerc wieder aufgenommen wurde, drängte Pierre darauf, Lance Stroll zu überholen und die zweite Position hinter Lewis Hamilton zu erobern. Da der WM-Leader anhalten musste, um eine 10-Sekunden-Strafe abzusitzen, wusste Pierre, dass dies sein Rennen zum Sieg war – und er nutzte diese Chance», schildert der 161-fache GP-Teilnehmer.

Italien-GP in Monza

1. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, 1.20:11,783h
2. Carlos Sainz (E), McLaren, +0,415 sec
3. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +3,358
4. Lando Norris (GB), McLaren, +6,000
5. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +7,108
6. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +8,391
7. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +17,245
8. Esteban Ocon (F), Renault, +18,691
9. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +22,208
10. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +23,224
11. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +32,876
12. Romain Grosjean (F), Haas, +35,164
13. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +36,312
14. George Russell (GB), Williams, +36,593
15. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +37,533
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +55,199
Out
Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, Motor
Charles Leclerc (MC), Ferrari, Crash
Kevin Magnussen (DK), Haas, Antriebsschaden
Sebastian Vettel (D), Ferrari, Bremsen

WM-Stand Fahrer nach 8 von 17 Rennen

1. Hamilton 164 Punkte
2. Bottas 117
3. Verstappen 110
4. Stroll 57
5. Norris 57
6. Albon 48
7. Leclerc 45
8. Gasly 43
9. Sainz 41
10. Ricciardo 41
11. Pérez 34
12. Ocon 30
13. Vettel 16
14. Nico Hülkenberg (D) 6
15. Kvyat 4
16. Giovinazzi 2
17. Magnussen 1
18. Latifi 0
19. Räikkönen 0
20. Grosjean 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 281
2. Red Bull Racing 158
3. McLaren 98
4. Racing Point 82 (81)*
5. Renault 71
6. Ferrari 61
7. AlphaTauri 47
8. Alfa Romeo 2
9. Haas 1
10. Williams 0

* 15 Punkte Abzug wegen Einsatzes illegal kopierter Bremsbelüfung

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Sa. 28.11., 07:55, Sky Sport 2
    Formel 1: Großer Preis von Bahrain
  • Sa. 28.11., 08:55, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Sa. 28.11., 09:25, Motorvision TV
    Chateaux Impney Hill Climb
  • Sa. 28.11., 09:25, Sky Sport 2
    Formel 2
  • Sa. 28.11., 10:05, Sky Sport 2
    Formel 2
  • Sa. 28.11., 10:10, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Sa. 28.11., 10:15, Hamburg 1
    car port
  • Sa. 28.11., 11:00, Spiegel TV Wissen
    Rosberg über Rosberg
  • Sa. 28.11., 11:25, Sky Sport 2
    Formel 1: Großer Preis von Bahrain
  • Sa. 28.11., 11:55, Sky Sport 2
    Formel 1: Großer Preis von Bahrain
» zum TV-Programm
7DE