Lewis Hamilton bei FIA-Experten: Suche nach Klarheit

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

​Im Italien-GP wurde alles auf den Kopf gestellt. Es ist üblich, dass die Rennkommissare einen Fahrer einladen und befragen. Dass ein Pilot unaufgefordert erscheint, um die FIA-Experten zu befragen, das ist neu.

Zum Glück erleben wir in der Formel 1 solch verrückte Rennen wie den Grossen Preis von Italien 2020 – hochdramatisch, mit einem überraschenden Sieger und mit einem Podest-Trio, auf das kein Mensch Geld gewettet hätte, Pierre Gasly (AlphaTauri) vor Carlos Sainz (McLaren) und Lance Stroll (Racing Point).

Es passt wunderbar zu diesem ungewöhnlichen Rennen, dass Lewis Hamilton unaufgefordert bei den Rennkommissaren Garry Connelly (Australien), Mathieu Remmerie (Belgien), Tom Kristensen (Dänemark) und Paolo Longoni (Italien) auftauchte. Üblich ist in der Formel 1, dass ein Rennfahrer nach einem Vergehen von den Regelhütern zur Erklärung eingeladen wird. Dass ein Pilot aus freien Stücken auftaucht, um seinerseits die FIA-Experten zu befragen, das ist neu.

Lewis Hamilton hatte nach dem Vergehen eines Reifenwechsels trotz offiziell geschlossener Boxengasse eine Strafe erhalten. Zu diesem Zeitpunkt war das Rennen mit der roten Flagge abgebrochen, um den Unfallwagen von Charles Leclerc wegzuschleppen und die beschädigte Pistenbegrenzung zu reparieren.

Hamilton nutzte die Pause, um beim Kommissaren-Quartett vorzusprechen. Am Sonntagabend sagte der sechsfache Weltmeister zu dieser ungewöhnlichen Szene: «Ich hatte mit meinem Team über den Vorfall gesprochen, aber wir hatten keine Videoaufnahmen. Ich hätte schwören können, dass es am Eingang zur Boxengasse keine rote Ampel gab. Ich wollte wissen, was mir entgangen war.»

Lewis wurden Aufnahmen gezeigt, die dem Champion klarmachten, dass die Strafe gerechtfertigt ist. «Sie zeigten mir Aufnahmen meiner eigenen Bordkamera. Da sind links tatsächlich zwei Leuchttafeln zu sehen, die ein X zeigen. Im Rennen hatte ich die nicht bemerkt, weil ich woanders hinschaute. Ich hatte nicht gewusst, dass solche Zeichen auf der linken Seite gezeigt werden, das war mir neu.»

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte zur Diskussion gestellt, ob es überhaupt notwendig gewesen war, die Boxenanfahrt zu verbieten – um den liegengebliebenen Wagen von Kevin Magnussen wegzuschieben. Lewis: «Ich weiss nicht, warum der Wagen von Kevin vorwärts Richtung Boxengasse geschoben wurde statt zurück, in eine Lücke in den Leitschienen.»

Italien-GP in Monza

1. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, 1.20:11,783h
2. Carlos Sainz (E), McLaren, +0,415 sec
3. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +3,358
4. Lando Norris (GB), McLaren, +6,000
5. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +7,108
6. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +8,391
7. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +17,245
8. Esteban Ocon (F), Renault, +18,691
9. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +22,208
10. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +23,224
11. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +32,876
12. Romain Grosjean (F), Haas, +35,164
13. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +36,312
14. George Russell (GB), Williams, +36,593
15. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +37,533
16. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +55,199
Out
Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, Motor
Charles Leclerc (MC), Ferrari, Crash
Kevin Magnussen (DK), Haas, Antriebsschaden
Sebastian Vettel (D), Ferrari, Bremsen

WM-Stand Fahrer nach 8 von 17 Rennen

1. Hamilton 164 Punkte
2. Bottas 117
3. Verstappen 110
4. Stroll 57
5. Norris 57
6. Albon 48
7. Leclerc 45
8. Gasly 43
9. Sainz 41
10. Ricciardo 41
11. Pérez 34
12. Ocon 30
13. Vettel 16
14. Nico Hülkenberg (D) 6
15. Kvyat 4
16. Giovinazzi 2
17. Magnussen 1
18. Latifi 0
19. Räikkönen 0
20. Grosjean 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 281
2. Red Bull Racing 158
3. McLaren 98
4. Racing Point 82 (81)*
5. Renault 71
6. Ferrari 61
7. AlphaTauri 47
8. Alfa Romeo 2
9. Haas 1
10. Williams 0

* 15 Punkte Abzug wegen Einsatzes illegal kopierter Bremsbelüfung

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Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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