Ralf Schumacher: «Ferrari lässt Vettel aussen vor»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ralf Schumacher 2019 am Hungaroring

Ralf Schumacher 2019 am Hungaroring

​Der sechsfache Grand-Prix-Sieger Ralf Schumacher (45) sagt über die Saison 2020 von Ferrari: «Die Italiener konzentrieren sich meist auf Charles Leclerc und lassen Sebastian Vettel dabei aussen vor.»

Der Blick auf den WM-Stand sagt Vieles: Charles Leclerc ist mit Ferrari derzeit WM-Fünfter, der junge Monegasse hat bislang 85 Punkte sammeln können. Sebastian Vettel ist auf WM-Rang 14 abgesackt, mit kümmerlichen 18 Zählern.

Auch der 180fache GP-Teilnehmer Ralf Schumacher weiss: Natürlich hat Sebastian Vettel nicht vergessen, wie man Rennwagen fährt. Im AvD Motorsport Magazin von Sport1 rügt der 45jährige Schumacher: «Ferrari hat sich wirklich auf einen Fahrer konzentriert und Vettel dabei aussen vor gelassen.»

Der sechsfache GP-Sieger weiter: «Was man Charles schon zugestehen muss – er stellt sich gut auf die Situation bei Ferrari ein, vielleicht liegt das auch daran, dass er jünger ist. Er steht offen zu seinen Fehlern und ist damit in der Lage, das Ferrari-Team hinter sich zu bringen.»

Das entschuldigt aber nicht, weitgehend auf nur einen Fahrer zu setzen. Schumacher, WM-Vierter von 2001 und 2002, gibt zu bedenken: «Letztes Jahr gab es Rennen, bei welchen Vettel eine ganz andere Klasse war. Ich möchte nur an Kanada erinnern oder den Red Bull Ring. Jenen Red Bull Ring, wo er dieses Jahr gar keine Chance hatte.»

Logischerweise hat das damit zu tun, dass Vettel ein künfter Ex-Ferrari-Fahrer ist. Ralf Schumacher: «Sebastian wird doch nur noch gesagt, was er unbedingt wissen muss. Dadurch kann Leclerc oft besser mit dem Auto umgehen und ist schneller unterwegs, weil er in die Entwicklung neuer Teile stärker involviert ist.»

Eine gezielte Benachteiligung von Vettel – wie es in den sozialen Netzwerken Ferrari unterstellt wird – hält Ralf Schumacher für unlogisch. «Im Kampf um Punkte für die Konstrukteurs-WM sind die Italiener auf die Punkte beider Autos angewiesen. Daher ist es nicht zielführend, einen Fahrer zu benachteiligen. Ausserdem hat Vettel immer noch einen grossen Wert für das Team. Er hat in der Vergangenheit dem Team schon oft per Funk gesagt, was sie besser machen können und auch Recht behalten.»

Genau dies macht Vettel gemäss Schumacher für seinen nächsten Rennstall Aston Martin so wichtig. «Die haben ein super Paket entwickelt, doch das Auto hat deutlich mehr Potenzial als derzeit gezeigt wird.»

Emilia Romagna-GP, Imola

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:28:32,430 h
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +5,783 sec
3. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +14,320
4. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +15,141
5. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +19,111
6. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +19,652
7. Carlos Sainz (E), McLaren, +20,230
8. Lando Norris (GB), McLaren, +21,131
9. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +22,224
10. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +26,398
11. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +27,135
12. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +28,453
13. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +29,163
14. Romain Grosjean (F), Haas, +32,935
15. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +57,284
Out
   George Russell (GB), Williams, Crash
   Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, Reifenschaden
   Kevin Magnussen (DK), Haas, Aufgabe
   Esteban Ocon (F), Renault, Getriebe
   Pierre Gasly (F), AlphaTauri, Wasserleck

WM-Stand nach 13 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 282 Punkte
2. Bottas 197
3. Verstappen 162
4. Ricciardo 95
5. Leclerc 85
6. Pérez 82
7. Norris 69
8. Sainz 65
9. Albon 64
10. Gasly 63
11. Stroll 57
12. Ocon 40
13. Kvyat 26
14. Vettel 18
15. Nico Hülkenberg (D) 10
17. Räikkönen 4
16. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 479
2. Red Bull Racing 226
3. Renault 135
4. McLaren 134
5. Racing Point 134
6. Ferrari 103
7. AlphaTauri 89
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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