Sebastian Vettel: «Aston Martin hat einen Vorteil»

Von Mathias Brunner
​Formel-1-Champion Sebastian Vettel sieht Aston Martin nach den Weltmeister-Teams Red Bull Racing und Ferrari durchaus nicht als Rückschritt: «Ganz im Gegenteil haben wir sogar einen Vorteil.»

Für Sebastian Vettel ist Aston Martin der vierte Rennstall in seiner GP-Karriere, nach Toro Rosso, Red Bull Racing und Ferrari. RBR und Ferrari hatten die Ressourcen, um meist regelmässig um Siege und Titel mitzufahren, mit der Infrastruktur eines Top-Teams. Da backte der Rennstall aus Silverstone in den vergangenen Jahren kleinere Brötchen.

Aber der vierfache Weltmeister Vettel differenziert: «Als ich damals zu Red Bull Racing wechselte, befand sich jener Rennstall ebenfalls in einer Aufbauphase, RBR war 2008 und 2009 nicht das gleiche Team wie heute, was die Grösse betrifft. Das ist also schon vergleichbar.»

«Aber die Formel 1 befindet sich im Wandel, zunächst mal mit der Einführung des Kostendeckels. Dann haben wir den Unterschied, dass Aston Martin den Motor nicht selber baut, sondern bezieht. Da fällt also gewissermassen die Hälfte des Projekts weg. Die Grösse eines Rennstalls kann täuschen. Ferrari war da natürlich für mich am eindrucksvollsten, weil das Auto fast komplett im eigenen Haus entstanden ist.»

«Aber ob nun die Büros top-modern eingerichtet sind oder das Gebäude brandneu ist, das ist unterm Strich alles nicht so wichtig. Die Qualität zählt, und da ist Aston Martin sehr gut aufgestellt. Das Team hat in den vergangenen Jahren bewiesen, welch hervorragende Arbeit hier geleistet wird. Nun bekommt der Rennstall finanziell bessere Bedingungen.»

«Das Team ist es gewohnt, mit einem Budget effizient zu arbeiten, und gerade vor dem Hintergrund der Budgetobergrenze ist das ein Vorteil. Die fetten Jahre mit dem ganz dicken Portemonnaie der bestfinanzierten Rennställe sind vorbei. Diese Teams müssen Stellen abbauen, wir sind hingegen in den letzten Jahren sachte gewachsen und daher jetzt in Sachen Grösse optimal aufgestellt.»

Vor dem Hintergrund eines stabilen Reglements: Wird das Kräfteverhältnis ungefähr das gleiche bleiben? Sebastian meint: «Die Favoritenrolle ist vergeben, an Mercedes. Dahinter folgt Red Bull Racing-Honda als Herausforderer. Dann haben wir ein sehr starkes Mittelfeld, aber in dieser frühen Phase der Saison ist es so gut wie unmöglich, etwas Genaus sagen zu können. Es ist eigentlich wie immer – nach dem Wintertest haben wir eine erste Ahnung, wo sich das hinentwickeln könnte, aber Gewissheit werden wir nach den ersten WM-Läufen haben.»

«Das Reglement sieht auf den ersten Blick sehr ähnlich auf, aber bei einem zweiten Blick zeigt sich: Da gibt es schon einige Elemente, welche das Gefüge etwas verändern könnten. Wie sich die auswirken wird, werden wir dann sehen. Aber grundsätzlich glaube ich, dass der Mittelfeldkampf so heftig bleibt wie bis anhin. Und natürlich hoffe ich, dass wir da ein Wörtchen mitreden und der Spitze näherrücken können.»

Wenn Vettel seinen Renner mit den bisher gezeigten, anderen Autos von 2021 vergleicht, was fällt ihm da auf? Sebastian lacht: «Natürlich ist unser Auto das schönste! Aber ernsthaft – die ganzen Teams fliegen alle ein wenig unterm Radar, hier ist der Frontflügel nicht auf dem letzten Stand, da wird ein Bereich eingeschwärzt, um die Karten nicht vorzeitig aufzudecken. Radikale Änderungen sind bei einem stabilen Reglement nicht zu erwarten, aber wie immer in der Formel 1 steckt der Teufel im Detail. Auch ich finde es spannend zu sehen, wie sich die Rennställe den geänderten Regeln anzupassen versuchen.»

Provisorischer Formel-1-Kalender 2021

Präsentationen
04. März: Haas (Internet)
05. März: Williams (Internet)
10. März: Ferrari Auto (Internet)

Wintertests
12.–14. März in Sakhir, Bahrain

Saison
28. März: Sakhir, Bahrain
18. April: Imola, Italien
02. Mai: Portimão, Portugal
09. Mai: Barcelona, Spanien
23. Mai: Monte Carlo, Monaco
06. Juni: Baku, Aserbaidschan
13. Juni: Montreal, Kanada
27. Juni: Le Castellet, Frankreich
04. Juli: Spielberg, Österreich
18. Juli: Silverstone, Grossbritannien
01. August: Budapest, Ungarn
29. August: Spa, Belgien
05. September: Zandvoort, Niederlande
12. September: Monza, Italien
26. September: Sotschi, Russland
03. Oktober: Singapur, Singapur
10. Oktober: Suzuka, Japan
24. Oktober: Austin, USA
31. Oktober: Mexiko-Stadt, Mexiko
07. November: São Paulo, Brasilien
21. November: Melbourne, Australien
05. Dezember: Dschidda, Saudi-Arabien
12. Dezember: Yas Marina, Abu Dhabi



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