David Coulthard: Analyse von Hamilton und Verstappen

Von Gerhard Kuntschik
David Coulthard und Max Verstappen

David Coulthard und Max Verstappen

​David Coulthard (49) nimmt die WM-Favoriten Lewis Hamilton und Max Verstappen unter die Lupe und sagt, wie unterschiedlich ihre Ausgangslage ist. Der Schotte spricht auch über die Oldtimer Alonso und Räikkönen.

Als David Coulthard vor 2001 WM-Zweiter hinter Michael Schumacher wurde, bestritt ein junger Finne namens Kimi Räikkönen seine erste Saison in der Formel 1. 20 Jahre später treffen sich Kimi und David noch immer im Fahrerlager: Räikkönen als Fahrer im Alfa Romeo und Coulthard als TV-Kommentator, derzeit für den britischen Channel 4. Dazu ist Coulthard Markenbotschafter für Mercedes-Benz und Red Bull und sagt: «Ich bin der Einzige, der für beide Unternehmen tätig ist, eine große Ehre für mich.»

Am Samstag des Auftaktwochenendes der Formel 1 in Bahrain wird der Schotte (246 Formel-1-Rennen von 1994 bis 2008 für Williams, McLaren und Red Bull Racing mit 13 Siegen) runde 50 Jahre alt. Zum Feiern bleibt während der Arbeit aber wenig Zeit, wie sich im SPEEDWEEK.com-Interview zeigt.

David, welche Eindrücke hast du von den Wintertests erhalten?

Weil es dieses Mal nur drei Testtage gab, lastet auf den Teams mehr Druck. Mit dem Test und dem ersten Rennen auf derselben Strecke wären mehr Testtage nicht kostspieliger gewesen. Die relativ stabilen Regeln begünstigen die Teams, die zum Ende der vergangenen Saison eine hohe Standfestigkeit hatten und schnell waren. Das spricht derzeit vor allem für Red Bull Racing. Aber wir werden erst nach der Qualifikation vom 27. März mehr wissen.

Also könnte die Mercedes-Dominanz zu Ende gehen?

Nicht unbedingt. Aus den Testzeiten erkennt man nicht, wer experimentiert hat und wer nicht, wer mit wie viel Sprit an Bord fuhr oder welche Motorleistung freigab.

Wird Lewis Hamilton nach 2021 aufhören?

Das ist eine Möglichkeit. Das wird auch vom Saisonverlauf abhängen. Er ist eine Siegesmaschine. Die Frage wird sein, wie viel Motivation er als sieggewohnter Fahrer noch aufbringt. Nur er wird genau wissen, wie es um seine Motivation steht. Das ist anders als bei Fernando Alonso, der zurückkommt, weil seine Mission noch unvollendet ist. Der will es nochmals wissen.

Erleben wir einen Generationswechsel? Alonso wird 40 Jahre alt, Räikkönen war im Oktober schon 41, Hamilton ist auch 36.

Die Zeit wird kommen, wenn Hamilton, Vettel, Räikkönen, Alonso nicht mehr dabei sind. Wir haben immer Perioden erlebt, in denen Generationenwechsel stattfanden. Bei Räikkönen zum Beispiel muss man sagen, dass ein Pilot mit seiner Erfahrung für Alfa Romeo ganz wichtig ist, mit zwei Youngsters wäre das Risiko viel größer. Und junge Fahrer wie Max Verstappen kommen nicht alle Tage. Wenn du alt und gut genug bist, bist du nicht zu alt.

Wie groß ist Max Verstappens Chance auf den Titel?

Er ist fokussiert, schnell, im Team gut etabliert und unterstützt von allen Seiten, hat mittlerweile sehr viel Erfahrung. Er ist in guter körperlicher Verfassung. Ja, seine Chancen stehen ziemlich gut, weil jetzt alle Puzzleteile vorhanden sind.

Sind die geplanten Sprintrennen als Qualifikation eine gute Idee?

Ich bin nicht der Typ, der ständig Verbesserungsvorschläge macht. Da gibt es eine große Tradition in der Formel 1. Ich wäre bei kürzeren Rennen sehr besorgt. Ich verstehe, dass man Freitag und Samstag stärker ins Blickfeld rücken will, aber wir hatten ja schon Qualifying an beiden Tagen. Dann kamen die Beschränkungen bei Reifen, bei Trainingszeit, zuletzt bei den Kosten, das war nicht im Sinn der Hardcore-Fans. Eine Qualifikation auch am Freitag machte den ersten Tag viel interessanter und war eine simple Lösung. Bei einem neuen Format wird es immer Befürworter und Kritiker geben. Am Ende wird aber immer der Schnellste Champion sein.

Wie wirst du deinen runden Geburtstag feiern?

Ich werde in Bahrain sein, aber nicht feiern. Ich hatte meine letzte Geburtstagsparty mit 21. An meinem Geburtstag bin ich seit Jahren bei irgendeinem Rennen, früher als Fahrer, jetzt als Kommentator. Ich bin sehr entspannt, aber eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere. Es erstaunt mich aber schon, wie schnell man 50 wird.

Ich bin total zufrieden und relaxed mit meiner Karriere. Ich holte mit meinem damaligen Wissenstand und Können das Bestmögliche heraus. Ich weiß, dass ich mein Bestes gab. Ich lebe ein großartiges Leben, bin dankbar für meine Kindheit und Jugend in Schottland und für das privilegierte Leben als F1-Fahrer und nun als Geschäftsmann mit Wohnort Monaco. Ich bin glücklich und bedaure nichts.

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