Im Gedenken an Graf Berghe v. Trips: Ein feiner Mann

Kolumne von Uwe Mahla
Formel 1
Graf Berghe von Trips

Graf Berghe von Trips

Uwe Mahla hat in fast 50 Jahren ungezählte Artikel veröffentlicht. Heute erinnert er sich an ein Zusammentreffen mit Wolfgang Graf Berghe v. Trips, der heute vor 93 Jahren geboren wurde.

1000 km-Rennen am Nürburgring 1958: Als 13-jähriger Rennfan konnte ich meine Mutter überreden, mich zum WM-Lauf in die Eifel zu fahren.

Sie setzte sich in der Südkehre an die Hecke und begann zu stricken, während ich mit großem Interesse den Rennverlauf verfolgte. Dort wurde es mir allmählich langweilig und ich schlenderte Richtung Nordkehre bis zum Mercedes-Haus (ja, ja, lang ist´s her!).

Weil dort außer ein paar kleineren Publikums-Grüppchen nichts los war, wollte ich schon zurückgehen. Und da stand er einfach rum - im Gespräch mit zwei, drei anderen Männern: Wolfgang Graf Berghe v. Trips, höchstpersönlich.

Ich wollte es nicht glauben. Doch je länger ich hinschaute, desto klarer wurde mir: Das isser! Er hatte Pause, Olivier Gendebien fuhr den Ferrari 250 TR - die beiden landeten schließlich auf Gesamtrang drei.

Zunächst fehlte mir der Mut, ihn anzusprechen. Aber dann fasste ich mir doch ein Herz und bat artig um ein Autogramm. Das gefiel dem Grafen offenbar. Ich bekam die Unterschrift, und dann wollte er wissen, wie es mir gefällt oder sowas. Ich plapperte drauflos, ich sei ein Riesenfan und ich wünschte mir nichts mehr, als einmal ins Fahrerlager zu gelangen.

Was Minuten zuvor noch ein unerfüllbarer Traum gewesen war - v. Trips erfüllte ihn mir und nahm mich mit. Der Wächter am Fahrerlager-Eingang verlangte meine Einlass-Karte, da sagte der Star bloß: «Lassen Sie mal - dieser Jüngling gehört zu mir.»

Damit war die Sache erledigt - und ich mittendrin. Was für ein feiner Mann!

Uwe Mahla hat als Reporter, Pressesprecher und Buchautor vieles erlebt, was bisher nicht erzählt wurde. Der aus Marburg/Lahn stammende 76-Jährige hat für Fachmagazine wie «Sportfahrer» und «rallye racing» über den Motorsport und Autos berichtet, ehe er 1981 zu BMW wechselte und dort zunächst die Motorsport- und später die Inlandspresse betreute. Er erlebte die Erfolge in der Tourenwagenszene mit und in der Formel 1. Als SPEEDWEEK.com-Kolumnist meldet sich Uwe Mahla mit lesenswerten Storys aus seinem Blickwinkel zu Wort.


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