Formel 1: Selbst Nico Hülkenberg war überrascht

Adrian Newey: So gut ist Max Verstappen wirklich

Von Mathias Brunner
Adrian Newey und Max Verstappen in Monaco 2021

Adrian Newey und Max Verstappen in Monaco 2021

Adrian Newey (62), Leiter von Red Bull Technology, spricht über das spannende WM-Duell der Ausnahmekönner Max Verstappen (Red Bull Racing-Honda) und Lewis Hamilton (Mercedes-Benz).

Seit Jahren haben die Fans darauf gewartet – dass ein Rennstall Dauer-Weltmeister Mercedes-Benz unter Druck setzen kann, nicht nur für ein paar Rennen, sondern konstant. An diesem Moment sind wir angelangt: Red Bull Racing-Honda und Mercedes-Benz liefern sich mit den Ausnahme-Rennfahrern Max Verstappen und Lewis Hamilton ein spannendes WM-Duell.

Zu diesem Duell gehört auch, dass mit allen Mitteln und auf jeder Ebene um WM-Punkte gekämpft wird. So machte Red Bull Racing im Anschluss an den Silverstone-GP und die Kollision zwischen Verstappen und Hamilton vom Recht auf Revision Gebrauch. Aber der Antrag von RBR wurde abgewiesen.

Adrian Newey, Leiter von Red Bull Technology, sagt dazu: «Ich bin noch immer davon überzeugt, dass wir den richtigen Weg verfolgt haben. Das Recht auf Revision erlaubt es, neue Erkenntnisse auf den Tisch zu bringen. Die Regel ist schon ziemlich alt und geht auf eine Zeit zurück, als davon ausgegangen wurde – vielleicht ist einem Zuschauer auf der Tribüne ein Foto oder ein Video gelungen, das eine frische Perspektive des Geschehenen erlaubt.»

«In unserem Falle handelte es sich um GPS-Daten, die zwar am Wochenende schon gesammelt wurden, die aber zum Zeitpunkt des Urteils den Rennkommissaren nicht zur Verfügung standen. Ich fand es sehr enttäuschend, dass diese Daten von den Offiziellen nicht als neue Erkenntnis eingestuft wurden. Aber letztlich ist das ihre Entscheidung, und die müssen wir respektieren.»

Kollision mit Hamilton in England, Unfall, keine Punkte, schwere Unfallschäden in Ungarn, wieder unverschuldet, nur Rang 9 auf dem Hungaroring – wie wird Max Verstappen diese Rückschläge verdauen? Adrian Newey: «Max hat die stählerne Entschlossenheit eines Champions, solche Fahrer wachsen an Widerständen. Max lässt einen Rückschlag sehr schnell hinter sind und konzentriert sich bald auf die kommenden Aufgaben.»

«Über seine Qualitäten als Rennfahrer brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Er ist zu einem absoluten Top-Piloten herangereift, der kaum Fehler macht. Bei jenen Rennen, in welchen er fast leer ausgegangen ist, also Baku, Silverstone und Hungaroring, gingen die entgangenen Punkte nicht auf seine Schuld zurück. Ich glaube nicht, dass ihm Druck sehr viel ausmacht.»

«Ich kann mich mit Max über alles Mögliche unterhalten, und das finde ich bei einem Piloten wichtig. Wenn du nur die Formel 1 im Kopf hast, dann kann der Druck zu gross werden. Bei Max ist das anders. Er hat da eine sehr gesunde Balance gefunden.»

«Die Formel 1 ist zu einem enormen Geschäft herangewachsen, damit gingen einher – eine veränderte Medienlandschaft und mehr politisches Gerangel. Was uns angeht, so haben wir uns nie verändert: Ja, wir wollen natürlich gewinnen, aber wir wollen das auf saubere Art und Weise tun, wir wollen stolz sein, wenn wir einen Sieg erreicht haben. Wir spielen mit offenen Karten, intern und extern. Wir zeigen unsere Emotionen. Ich finde diese Freimütigkeit ein erfrischendes Arbeitsumfeld.»

«Wir haben 2021 einige fabelhafte Rennen erlebt, aber das Leitthema bleibt das Duell zwischen Max und Lewis. Ich finde es als Zuschauer grandios, wenn zwei solche Rennfahrer auf der Höhe ihres Könnens um Siege kämpfen. Wenn diese beiden Piloten für verschiedene Rennställe fahren, so wird das Duell noch interessanter.»

Schafft es Adrian Newey eigentlich, sich eine Pause zu gönnen? Der Engländer antwortet: «Normalerweise brauche ich ein paar Tage, um herunterzukommen. In der ersten Ferienwoche gelingt mir das noch nicht so gut, aber in der zweiten sehr wohl. In einer normalen Welt würde ich mit der Familie an einen schönen Ort in die Wärme reisen, aber das ist heute mit den ganzen Reisebeschränkungen und Quarantäne-Regeln ein wenig schwierig. Also verbringen wir einen Teil der Ferien in England und dann noch ein paar Tage in Kroatien. Ich fahre gerne Wasserski und bin ein begeisterter Steh-Paddler. Ich mag das Meer, aber ich bin nicht der Typ, der nur am Strand herumliegt. Wenn ich wohin reise, dann will ich etwas unternehmen.»

Ungarn-GP, Budapest (nach Ausschluss Vettel)

01. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:40:00,248h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +2,736
03. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +15,018
04. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +15,651
05. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +1:03,614 min
06. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:15,803
07. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1:17,910
08. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1:19,094
09. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:20,244
10. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
11. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1 Runde
12. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
13. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
Out
Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, Kollision
Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, Kollision
Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, Kollision
Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, Kollision
Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, Kollision
Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, Kollision
Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, Disqualifikation, zu wenig Sprit

WM-Stand nach 11 von 23 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 195 Punkte
2. Verstappen 187
3. Norris 113
4. Bottas 108
5. Pérez 104
6. Sainz 83
7. Leclerc 80
8. Gasly 50
9. Ricciardo 50
10. Ocon 39
11. Alonso 38
12. Vettel 30
13. Tsunoda 18
14. Stroll 18
15. Latifi 6
16. Russell 4
17. Räikkönen 2
18. Giovinazzi 1
19. Schumacher 0
20. Mazepin 0

Teams
1. Mercedes 303
2. Red Bull Racing 291
3. Ferrari 163
4. McLaren 163
5. Alpine 77
6. AlphaTauri 68
7. Aston Martin 48
8. Williams 10
9. Alfa Romeo 3
10. Haas 0

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