Sebastian Vettel: 5000 Euro Strafe für Roller-Ausflug

Von Adam Cooper
Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

Die Rennkommissare wollten vom vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel wissen, was er sich dabei nur gedacht habe: Der Aston Martin-Fahrer rollte nach seinem Ausfall gemütlich mit dem Roller zur Box zurück.

Die Fans standen auf und applaudierten: Es kommt nicht jeden Tag vor, dass sie einen Formel-1-Weltmeister auf dem Motorroller vorbeigondeln sehen. Sebastian Vettel hatte sich nach dem ersten freien Training den Roller geschnappt, um damit locker zur Box zurückzufahren, den Helm aufgesetzt wie eine Kappe, teilweise freihändig, in die Menge winkend.

Die Rennkommissare Gerd Ennser (Deutschland), Dennis Dean (USA), Enrique Bernoldi (Brasilien) und Matthew Selley (Australien) fanden die Einlage gar nicht komisch und luden den 53-fachen GP-Sieger zum Gespräch.

Die Regelhüter wollen nicht als Spassbremse gelten, aber Fakt ist: Bis fünf Minuten nach Abschluss von Training oder Rennen gilt die Bahn als gesperrt, und das gilt auch für Formel-1-Weltmeister, mit oder ohne Roller.

Keine Regel ohne Ausnahme: Im Reglement ist auch verankert, dass die Piste betreten (oder befahren) werden darf, «wenn sie dazu von einem Streckenposten die Erlaubnis erhalten haben».

Vettel sagt zur Szene, als sein Aston Martin den Dienst einstellte: «Da war Rauch, ich bemerkte auch einen Leistungsverlust und musste den Wagen zur Seite stellen, um den Schaden möglichst in Grenzen zu halten. Dann wollte ich sichergehen, dass der Wagen nicht weiter beschädigt wird. Der Streckenposten war sehr hilfreich, er hatte ein Multifunktions-Werkzeug dabei, und wir konnten die Verkleidung abnehmen, damit das Auto nicht überhitzt.»

«Als klar war, dass der Wagen nicht mehr zu brennen beginnt, war auch das Training vorbei, und ich fragte, ob mich wohl jemand abholen komme. Dann nahte ein Streckenposten mit dem Roller und meinte, ich könne aufspringen. Ich fragte, ob ich selber fahren dürfe. Dazu gab er mir die Erlaubnis, und ich fuhr los.»

Das reichte den Kommissaren nicht: Regel ist Regel, und Vettel erhielt eine Strafe in Höhe von 5000 Euro.

Die Aston Martin-Mechaniker machten sich sofort an die Arbeit, nachdem der grüne Rennwagen zurück an der Box war, aber die Zeit reichte nicht, damit Vettel im zweiten Training auf die Bahn kam. «Das tut doppelt weh, weil ich an den ersten beiden GP-Wochenenden nicht teilnehmen konnte. Dazu ist die Bahn umgebaut worden. Ich hätte also jede Runde gebraucht. Morgen wird alles in Ordnung sein, aber ich wäre schon gerne länger gefahren.»

Zum Fahrverhalten seines Aston Martin meint Vettel: «Der Wagen hat sich ungefähr so angefühlt wie beim Wintertest in Bahrain. Seither haben wir einige neue Teile ans Auto bekommen. Ich musste mich wieder ans Auto gewöhnen nach meiner Pause und auch ans neue Layout der Strecke. Aber eigentlich war ich recht schnell wieder in einem ordentlichen Rhythmus.»

2. Training, Melbourne

01. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:18,978 min
02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:19,223
03. Carlos Sainz (E), Ferrari, 1:19,376
04. Fernando Alonso (E), Alpine, 1:19,537
05. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, 1:19,658
06. Esteban Ocon (F), Alpine, 1:19,842
07. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, 1:20,055
08. Lando Norris (GB), McLaren, 1:20,100
09. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, 1:20,142
10. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, 1:20,203
11. George Russell (GB), Mercedes, 1:20,212
12. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, 1:20,424
13. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:20,521
14. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:20,611
15. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, 1:21,063
16. Kevin Magnussen (DK), Haas, 1:21,191
17. Alex Albon (T), Williams, 1:21,912
18. Mick Schumacher (D), Haas, 1:21,974
19. Nicholas Latifi (CDN), Williams, 1:22,307
20. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, keine Zeit

1. Training, Melbourne

01. Carlos Sainz (E), Ferrari, 1:19,806 min
02. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:20,377
03. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, 1:20,399
04. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:20,626
05. Lando Norris (GB), McLaren, 1:20,878
06. Esteban Ocon (F), Alpine, 1:21.004
07. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:21,027
08. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, 1:21,155
09. Fernando Alonso (E), Alpine, 1:21,229
10. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, 1:21,247
11. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, 1:21,289
12. George Russell (GB), Mercedes, 1:21,457
13. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, 1:21,661
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, 1:21,701
15. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, 1:21,821
16. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:21,869
17. Alex Albon (T), Williams, 1:22,754
18. Kevin Magnussen (DK), Haas, 1:23,186
19. Nicholas Latifi (CDN), Williams, 1:23,924
20. Mick Schumacher (D), Haas, 1:24,349

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