Lewis Hamilton zu Fernando Alonso: Das war Absicht!

Von Mathias Brunner
Fernando Alonso gegen Lewis Hamilton

Fernando Alonso gegen Lewis Hamilton

​In der Schlussphase des WM-Finales von Abu Dhabi gerieten – wieder einmal – Lewis Hamilton und Fernando Alonso aneinander. Dabei unterstellte der Engländer dem Spanier bei einem Manöver pure Absicht.

Lewis Hamilton meldete sich im Abu Dhabi-GP zornig am Funk. «Er hat mich auflaufen lassen!» deponierte der siebenfache Weltmeister über ein Manöver seines langjährigen Rivalen Fernando Alonso.

Im Englischen nennen die Rennfahrer das einen «brake test» – absichtlich vom Gas gehen oder sogar bremsen, um den dahinter fahrenden Piloten in eine Falle zu locken. Eine solche Aktion ist nicht nur verboten, sie kann auch schnell zum Eigentor werden: Kommt es zu einer Kollision, kann das vorne fahrende Auto genauso beschädigt werden wie jenes des Verfolgers.

Es fiel jedenfalls auf, dass Alonso, nach einem Reifenwechsel aus der Box kommend, nach rechts guckt, dann seinen Aston Martin-Rennwagen nach rechts tragen lässt und vor Kurve 5 markant langsamer wird.

Hamilton wollte nach dem Rennen über seine Äusserungen im Funk kein Benzin ins Feuer giessen. Er sagte zur haarigen Aktion nur: «Nun, wir befinden uns 300 oder 400 Meter vor der Kurve und fahren 280 Sachen. Und auf einmal verlangsamt er so drastisch.»

Aber die Aktion von Alonso hat möglicherweise einen ganz anderen Grund. An jener Stelle befindet sich die so genannte «DRS detection line», ein Messpunkt, der vorgibt, welches Auto wo liegt, um auf der folgenden Geraden den Heckflügel zum Angreifen öffnen zu dürfen.

Alonso zog nach rechts und wollte so wohl Hamilton links passieren lassen, um dann selber auf der Geraden den Genuss des flachgestellten Flügels zu erhalten – statt selber angegriffen zu werden.

Rennhistoriker wissen: Ein solches Manöver hat Alonso gegen Hamilton schon vor zehn Jahren in Kanada gezeigt – da liess er sich, damals im Ferrari, in Montreal auch hinter den Mercedes von Hamilton zurückfallen, um dann selber attackieren zu können.

Der 32-fache GP-Sieger Alonso in der Nacht von Abu Dhabi: «In beiden Fällen bin ich vor Lewis ins Ziel gekommen, also schätze ich, ist das okay.»

Auf die Frage, was er zum Vorwurf von Lewis Hamilton zu sagen habe, meint der Asturier: «Nicht. Es ist klar, dass Lewis sehr clever ist und den Sport durch und durch versteht. Er hat sehr viel Erfahrung. Aber ich habe noch mehr.»

Die Rennkommissare erkannten keinen Grund für eine Untersuchung.

Fernando Alonso wurde beim WM-Finale Siebter, Lewis Hamilton Neunter.

Abu Dhabi-GP, Yas Marina Circuit

01. Max Verstappen (NL), Red Bull, 1:27:02,624 h
02. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +17,993 sec
03. George Russell (GB), Mercedes, +20,328
04. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +21,453
05. Lando Norris (GB), McLaren, +24,284
06. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +31,487
07. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +39,512
08. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, +43,088
09. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +44,424
10. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, + 55,632
11. Daniel Ricciardo (AUS), AlphaTauri, +56,229
12. Esteban Ocon (F), Alpine, +1:06,373 min
13. Pierre Gasly (F), Alpine, +1:10,360
14. Alex Albon (T), Williams, +1:13,184
15. Nico Hülkenberg (D), Haas, +1:23,696
16. Logan Sargeant (USA), Williams, +1:27,791
17. Guanyu Zhou (RCH), Alfa Romeo, +1:29,422
18. Carlos Sainz (E), Ferrari, +1 Runde
19. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
20. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde

WM-Schlussstand (22 WM-Läufe, 6 Sprints)

Fahrer
01. Verstappen 575 Punkte
02. Pérez 285
03. Hamilton 234
04. Alonso 206
05. Leclerc 206
06. Norris 205
07. Sainz 200
08. Russell 175
09. Piastri 97
10. Stroll 74
11. Gasly 62
12. Ocon 58
13. Albon 27
14. Tsunoda 17
15. Bottas 10
16. Hülkenberg 9
17. Ricciardo 6
18. Zhou 6
19. Magnussen 3
20. Lawson 2
21. Sargeant 1
22. De Vries 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 860 Punkte
02. Mercedes 409
03. Ferrari 406
04. McLaren 302
05. Aston Martin 280
06. Alpine 120
07. Williams 28
08. AlphaTauri 25
09. Alfa Romeo 16
10. Haas 12

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