Dan Fallows (Aston Martin): Red Bull Racing ärgern

Von Mathias Brunner und Andreas Reiners
​Der Engländer Dan Fallows tritt bei der Präsentation des neuen Aston Martin AMR24 selbstsicher auf. Der Technikchef der Grünen ist überzeugt davon, dass Aston Martin die Klassenbesten ärgern kann.

Keiner muss Dan Fallows erklären, wie Red Bull Racing tickt: Der heute 50-jährige Brite arbeitete von 2006 bis 2021 bei diesem Rennstall und war zuletzt dort als leitender Aerodynamiker am Werk. Dann wechselte er als Technikchef zu Aston Martin.

2023 fuhr Aston Martin unter technischer Führung von Dan Fallows acht Podestplatzierungen ein, im ersten Teil der Saison waren die Grünen zweite Kraft hinter Red Bull Racing.

2024 soll Aston Martin den nächsten Schritt tun: öfter ein Wörtchen um Podestränge mitreden, den Top-Teams tüchtig auf die Nerven gehen, idealerweise den ersten Sieg einfahren.

Bei der Präsentation des neuen Aston Martin AMR24-Mercedes sagt Fallows, wie das gehen soll: «Wir haben am ganzen Auto Änderungen vorgenommen. Es ist in vielerlei Hinsicht sehr anders, im Kern aber eine Weiterentwicklung des letztjährigen Autos. Wir haben also auf der letzten Version des AMR23 aufgebaut.»

«Die offensichtlichen Veränderungen sind Fahrzeugnase und Frontflügel. Die Karosserie ist anders geformt. Das Layout der Vorderradaufhängung ist ähnlich wie beim AMR23, also immer noch nach dem Schubstrebenprinzip. Wir haben eine neue Hinterradaufhängung von Mercedes bekommen, von ihnen haben wir ja auch das Getriebe und den Motor. Das hat sich also im Vergleich zum letzten Jahr auch leicht verändert.»

«Das wird ein herausforderndes Jahr. Der Umzug der Fabrik 2023 in diesen neuen, erstaunlichen Technologie-Campus war eine Herausforderung, aber ich bin unglaublich beeindruckt, wie alle damit umgegangen sind. Wir haben schon Tage nach dem Einzug mit der Produktion von Teilen begonnen. Es wäre nicht fair zu behaupten, dass sich der Umzug in eine neue Anlage negativ auf unsere Leistungen auf der Rennstrecke ausgewirkt hätten. Es war einfach eine große Herausforderung für alle, aber das ist ein Merkmal dieses Teams – jeder ist bereit für knifflige Aufgaben.»

Einige Teams, die bisher Autos gezeigt haben, haben die Dinge etwas heruntergespielt oder angedeutet, dass das Auto vielleicht noch nicht da ist, wo sie es haben wollen, oder dass sie einen etwas schwierigen Start in die Saison haben könnten. Wie sieht das bei Aston Martin aus?

Dan Fallows führt weiter aus: «Wir sind sehr zufrieden mit dem Schritt, den wir über den Winter getan haben. Wir haben Dinge, die für dieses Jahr relevant sind, erst recht spät in der Saison 2023 entwickelt. Unser Hauptziel ist es also sicherzustellen, dass dieses neue Auto eine gute Plattform ist, auf der wir die Entwicklungen während der Saison umsetzen können.»

«Wir haben vor allem in der vergangenen Saison, aber auch in der Saison davor gesehen, dass der Entwicklungswettkampf während der Saison brutal ist. Also haben wir uns darauf konzentriert, eine gute, stabile Basis zu haben, um das Auto weiterzuentwickeln und die Updates und die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.»

Wie viele Red Bull Racing-Klone werden wir 2024 im Feld entdecken? Dan Fallows: «Wenn ein Team so gut abschneidet wie Red Bull Racing seit 2022, dann ist es unvermeidlich, dass es eine gewisse Annäherung bei den Lösungen gibt. Mit dem aktuellen Reglement ist es nicht besonders einfach, Autos zu haben, die sich optisch stark unterscheiden.»

«Die Teams kommen sich sehr nahe, und ich denke, das deutet darauf hin, dass die Teams wahrscheinlich weniger in der Lage sind, einen großen konzeptionellen Schritt weg von den Dingen zu machen, die wir bei der Mehrheit der Autos sehen. Aber das tut dem Interesse keinen Abbruch. Jetzt geht es darum, Fortschritte zu erreichen, die aus Details bestehen. Wir gehen davon aus, dass Red Bull Racing schlagbar ist. Das ist es, was wir anstreben.»

Aston Martin begann 2023 bärenstark, dann aber folgte ein Tief. Wie blickt Dan Fallows zurück? «Wir sollten die letzte Saison als eine fantastische Saison für dieses Team betrachten. Es ist die erfolgreichste Saison, die wir je hatten, daher finde ich es schwierig, ihr etwas Negatives abzugewinnen.»

«Wenn wir uns den Verlauf der Saison ansehen, dann haben wir uns selbst einige Herausforderungen gestellt, es jedoch geschafft, diese Probleme zu lösen. Wir haben in Brasilien einen weiteren Podiumsplatz erreicht. Wir haben also gezeigt, dass in diesem Team eine enorme Entschlossenheit und Leistungsfähigkeit steckt.»

«Wir haben im letzten Jahr eine Menge gelernt. Das gilt auch für die Arbeitsweise und die Art und Weise, wie wir an verschiedene Aufgaben herangehen, wie wir Entwicklungen ans Auto bringen. Wenn man ein Auto entwickelt, besteht immer eine gewisse Gefahr, dass man Kompromisse eingehen muss. Und diese Kompromisse sind vielleicht nicht so gut, wie man es gerne hätte. Das ist etwas, womit man als Ingenieur einfach leben muss. Aber wir haben eine Menge über diese Regeln gelernt. Und wir haben viel darüber gelernt, wie die Autos funktionieren müssen und wie man das Beste aus der Aerodynamik des Autos herausholt.»

Einer der wichtigsten Gründe für die Fortschritte von Aston Martin: Fernando Alonso. Dan Fallows sagt: «Fernando ist sehr lautstark, wenn es darum geht, was er am Auto sehen will, wie es sich verhält, und das ist genau die Art von Feedback, die wir wirklich genießen. Die besten Fahrer können einem Techniker wirklich sagen, wo das Auto noch schneller werden kann.»

Die Ausgangslage für Dan Fallows vor der GP-Saison 2024: «Red Bull Racing ist das Maß der Dinge, was die Leistungsfähigkeit angeht, aber aus technischer Sicht müssen wir ein Auto bauen können, das auf jeder Strecke funktioniert und konkurrenzfähig ist. Die Frage, wie nahe wir an Red Bull Racing herankommen, wird danach kommen.»

Formel-1-Präsentationen

13. Februar: Ferrari
14. Februar: Mercedes
14. Februar: McLaren
15. Februar: Red Bull Racing

Formel-1-Wintertests

21.02. bis 23.2. in Bahrain

Formel-1-WM 2024

02.03. Bahrain-GP, Bahrain International Circuit, Sakhir
09.03. Saudi-Arabien-GP, Jeddah Corniche Circuit, Dschidda
24.03. Australien-GP, Albert Park Circuit, Melbourne
07.04. Japan-GP, Suzuka International Racing Course, Suzuka
21.04. China-GP, Shanghai International Circuit, Shanghai *
05.05. Miami-GP, Miami International Autodrome, Miami *
19.05. Emilia Romagna-GP, Autodromo Enzo e Dino Ferrari, Imola
26.05. Monaco-GP, Circuit de Monaco, Monte Carlo
09.06. Kanada-GP, Circuit Gilles Villeneuve, Montreal
23.06. Spanien-GP, Circuit de Barcelona-Catalunya, Montmeló
30.06. Österreich-GP, Red Bull Ring, Spielberg *
07.07. Großbritannien-GP, Silverstone Circuit, Silverstone
21.07. Ungarn-GP, Hungaroring, Budapest
28.07. Belgien-GP, Circuit de Spa-Francorchamps, Spa
25.08. Niederlande-GP, Circuit Zandvoort, Zandvoort
01.09. Italien-GP, Autodromo Nazionale di Monza, Monza
15.09. Aserbaidschan-GP, Baku City Circuit, Baku
22.09. Singapur-GP, Marina Bay Street Circuit, Singapur
20.10. Austin-GP, Circuit of the Americas, Austin *
27.10. Mexiko-GP, Autódromo Hermann Rodríguez, Mexiko-Stadt
03.11. Brasilien-GP, Autódromo José Carlos Pace, Interlagos *
23.11. Las Vegas-GP, Las Vegas Street Circuit, Las Vegas
01.12. Katar-GP, Losail International Circuit, Doha *
08.12. Abu Dhabi-GP, Yas Marina Circuit, Yas Island

* im Sprint-Format




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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
Mit 31 Jahren startet der achtfache Weltmeister in den Herbst seiner Karriere. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Die MotoGP wäre sehr viel ärmer ohne ihn.
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