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Bahrain-Tag 2: Sainz vor Pérez, Red Bull Racing cool

Von Mathias Brunner
​Ferrari hat mit Carlos Sainz am zweiten Bahrain-Testtag Bestzeit erzielt. Red Bull Racing liegt mit Sergio Pérez auf Rang 2. RBR-Teamchef Christian Horner ist mit der Arbeit sehr zufrieden.

Der zweite Formel-1-Wintertesttag auf dem Bahrain International Circuit ist gelaufen. Am 22. Februar hatte Formel-1-Champion Max Verstappen mit einer erdrückenden Darbietung gleich mal angesagt, wo die Reise 2024 hingehen könnte.

Einen Tag später sieht das mit Sergio Pérez am Lenkrad des Red Bull Racing RB20 vergleichbar erfreulich aus, Probleme mit der Standfestigkeit (Bremsen, Elektrik) mal beiseite – Platz 2. Die Bestzeit am zweiten Testtag schnappt sich Carlos Sainz im Ferrari, er hat die Bestzeit von Max Verstappen vom Mittwoch pulverisiert. Das war zu erwarten: Die Bahn baut mehr Grip auf, und der Spanier war mit weicheren Reifen unterwegs als Pérez.

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner ist zufrieden. Der Engländer zieht diese Zwischenbilanz: «Wir sind in Sachen Tests inzwischen sehr eingeschränkt. Da ist es ganz wichtig, dass du aus der knapp bemessenen Zeit das Beste herausholst.»

«Wir hatten einen ermutigenden Start der Wintertests mit Max. Wir konnten jede Menge Runden drehen, die Zuverlässigkeit war gut. Das Auto hat sich so verhalten wie wir es erwartet hatten. Es hat sich gezeigt, dass die Daten aus dem Windkanal und aus der Simulation jenen Werten entsprechen, die auf der Rennstrecke messbar sind. Das ist elementar für den Erfolg.»

«Max hatte einen erfreulichen Tag und war entsprechend zufrieden. Er fährt ein Auto, das die Ideen des RB19 konsequent weiterführt, aber wir haben auch frische Ideen einfließen lassen, mit welchen wir hoffentlich den Gegnern das Leben schwermachen.»

«Auch wenn wir am Mittwoch sehr zufrieden waren – wir sind zu lange in diesem Geschäft, um voreilige Schlüsse zu ziehen, was das Kräfteverhältnis angeht. Wir wissen nicht, mit welcher Spritlast die Rivalen unterwegs gewesen sind, und wir kennen auch nicht deren Motoreinstellungen. In dieser Phase der Saisonvorbereitung ist es besser, sich ganz auf die eigene Arbeit zu konzentrieren.»

«Dennoch wissen wir: Wir haben ein anständiges Auto. Die Fahrer mögen das Handling und sind angetan davon, wie der Wagen auf Änderungen der Abstimmung reagiert. Und ich freue mich, dass unsere Techniker den Mut hatten, neue Wege zu gehen.»

Zur Donnerstag-Bestzeit von Ferrari mit Carlos Sainz sagt dessen Stallgefährte Charles Leclerc: «Meine ersten Eindrücke sind, dass wir in Sachen Reifenverschleiß besser dastehen, das macht Mumm für die Saison 2024. Aber ganz ehrlich: Was Red Bull Racing am 21. Februar mit Max Verstappen gezeigt hat, das war schon sehr eindrucksvoll. Nicht nur wegen der Bestzeit von Max. Er hat auch bärenstarke Dauerläufe hingelegt. Für mich liegen die noch immer vorne.»

Sainz gönnte sich zwei Sätze der weichen C4-Reifen, die am Bahrain-GP-Wochenende gar nicht zum Einsatz kommen werden. Es geht hier mehr darum, ein Gefühl für den Wagen mit wenig Sprit im Tank und haftfreudigen Reifen zu erhalten.

Williams schwimmt im Mittelfeld mit, hat aber weiter Sorgen: Dieses Mal ein Problem mit dem Brake-by-wire (der elektrisch kontrollierten Bremse). Heute saß Logan Sargeant den ganzen Tag im Wagen, am 23. Februar ist dann die Reihe am Londoner Alex Albon. Der erzählte heute: «Das Auto ist in seiner Charakteristik so radikal anders, dass es sich fast so anfühlt, als hätte ich den Rennstall gewechselt.»

Das Problem mit dem Abflussgitter führte dazu, dass zahleiche Fahrer am Morgen keine schnelle Runde drehen konnten, das verzerrt das Bild. Es bleibt dabei: Das richtige Kräfteverhältnis werden wir erst im Abschlusstraining zum Bahrain-GP erleben, am 1. März.

Bahrain-Test 22. Februar

1. Carlos Sainz (E), Ferrari SF-24, 1:29,921 (84 Runden)
2. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB20-Honda RBPT, 1:30,679 (129)
3. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W15, 1:31,066 (123)
4. Lando Norris (GB), McLaren MCL38-Mercedes, 1:31,256 (52)
5. Daniel Ricciardo (AUS), VCARB 01-Honda RBPT, 1:31,361 (88)
6. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF-24, 1:31,750 (54)
7. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR24-Mercedes, 1:32,029 (96)
8. Esteban Ocon (F), Alpine A524-Renault, 1:32,199 (78)
9. Valtteri Bottas (FIN), Kick-Sauber C44-Ferrari, 1:32,227 (97)
10. Oscar Piastri (AUS), McLaren MCL38-Mercedes, 1:32,328 (35)
11. Logan Sargeant (USA), Williams FW46-Mercedes, 1:32,578 (43)
12. Fernando Alonso (E), Aston Martin AMR24-Mercedes, 1:33,053 (31)
13. Guanyu Zhou (RCH), Kick-Sauber C44-Ferrari, 1:33,715 (38)
14. Pierre Gasly (F), Alpine A524-Renault, 1:33,804 (33)
15. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-24-Ferrari, 1:36,611 (93)
16. Nico Hülkenberg (D), Haas VF-24-Ferrari, 1:37,509 (31)
17. Yuki Tsunoda (J), VCARB 01-Honda RBPT, 1:38,074 (40)
Erst am 22. Februar wieder im Einsatz:
Alex Albon (T), Williams FW46-Mercedes
Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB20-Honda RBPT


Bahrain-Test 21. Februar

1. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB20-Honda RBPT, 1:31,344 min (142 Runden)
2. Lando Norris (GB), McLaren MCL38-Mercedes, 1:32,484 (72)
3. Carlos Sainz (E), Ferrari SF-24, 1:32,584 (69)
4. Daniel Ricciardo (AUS), VCARB 01-Honda RBPT, 1:32,599 (51)
5. Pierre Gasly (F), Alpine A524-Renault, 1:32,805 (60)
6. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR24-Mercedes, 1:33,007 (53)
7. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF-24, 1:33,247 (64)
8. Fernando Alonso (E), Aston Martin AMR24-Mercedes, 1:33,385 (77)
9. Oscar Piastri (AUS), McLaren MCL38-Mercedes, 1:33,658 (57)
10. Guanyu Zhou (RCH), Kick-Sauber C44-Ferrari, 1:33,871 (62)
11. Logan Sargeant (USA), Williams FW46-Mercedes, 1:33,882 (21)
12. George Russell (GB), Mercedes W15, 1:34,109 (121)
13. Yuki Tsunoda (J), VCARB 01-Honda RBPT, 1:34,136 (64)
14. Valtteri Bottas (FIN), Kick-Sauber C44-Ferrari, 1:34,431 (68)
15. Alex Albon (T), Williams FW46-Mercedes, 1:34,587 (40)
16. Esteban Ocon (F), Alpine A524-Renault, 1:34,677 (60)
17. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-24-Ferrari, 1:35,692 (66)
18. Nico Hülkenberg (D), Haas VF-24-Ferrari, 1:35,906 (81)

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