Formel 1: Reaktion auf Sabotage-Vorwurf

Lewis Hamilton (7.): «Ich bin nicht niedergeschlagen»

Von Mathias Brunner
Parc fermé in Bahrain: Lewis Hamilton geht am Siegerauto von Max Verstappen vorbei

Parc fermé in Bahrain: Lewis Hamilton geht am Siegerauto von Max Verstappen vorbei

​Mercedes-Star Lewis Hamilton (39) hatte beim Formel-1-Saisonbeginn zahlreiche Probleme – mit dem Motor, mit dem Sitz, mit aufmüpfigen Gegnern. Der 103-fache GP-Sieger wurde nur Siebter.

Die meisten Fachleute und Fans witterten vor dem WM-Auftakt in Bahrain: Red Bull Racing wird wohl auch zu Beginn der neuen Formel-1-Saison mit Max Verstappen eine Klasse für sich sein. Und genau so kam es auf dem Bahrain International Circuit. Sergio Pérez fuhr ein starkes Rennen und sicherte RBR einen Doppelsieg auf dem Bahrain International Circuit wie 2023.

Richtig appetitlich wird es hinter Verstappen, wie sich in der Bahrain-Quali angedeutet hatte – vom zweitplatzierten Charles Leclerc (1:29,407 min) bis zum neuntplatzierten Lewis Hamilton (1:29,710) gleich acht Fahrer innerhalb von 303 Tausendstelsekunden.

Eine der spannenden Fragen vor dem WM-Auftakt war: Wie würden sich Ferrari, Mercedes, McLaren und Aston Martin da einordnen? Eine erste Antwort haben wir nun erhalten – genau in dieser Reihenfolge.

Obgleich: Das ist eine Momentaufnahme in Bahrain, und am 9. März auf dem schnellen Kurs von Dschidda in Saudi-Arabien kann das wieder ganz anders aussehen.

George Russell hatte für Mercedes einen starken dritten Startplatz erobert, im Rennen verloren die Silberpfeile ihren Glanz: Russell wurde Fünfter, der siebenfache Weltmeister Lewis Hamilton sogar nur Siebter.

Hamilton wirkt nicht ernüchtert: «Mercedes liegt weiter hinten als gedacht. Da hast du schon Enttäuschung im Team gespürt. Ich hatte erwartet, dass wir eher mitmischen können. Es war ein hartes Rennen und musste mich meiner Haut erwehren.»

Die Probleme, ungefähr in dieser Reihenfolge: Mangel an Batterie-Leistung bei der Antriebseinheit, gebrochener Sitz, überhitzendes Auto.

Hamilton: «Eine ganze Weile lang wollte meine Batterie nicht mehr laden, und ohne die elektrische Energie konnte ich die McLaren nicht halten. Nach ungefähr zehn Runden klappte das zum Glück wieder.»

«Später begann sich der Sitz ganz seltsam zu bewegen, meine linke Körperhälfte sackte ab, in den Bremszonen bewegte ich mich im Cockpit mehr als erwünscht. Dazu neigten meine Bremsen zum Überhitzen.»

«Der Reifenabbau war ziemlich heftig. Es gibt jede Menge Bereiche, in welchen wir zulegen müssen. Der Abstand zu Leader Red Bull Racing ist größer als wir ihn uns ausgerechnet hatten.»

«Das Rennen war ein Ringen um jeden Zentimeter. Ich gab alles, aber gemessen an unseren direkten Gegnern war einfach nicht so viel Leistungsfähigkeit da.»

«Es wäre spannend gewesen zu sehen, was hier drin gelegen wäre, hätte ich mich etwas weiter vorne qualifizieren können als auf Rang 9.»

«Das war für mich ein Rennen des Entdeckens. Ich habe viel über den neuen Wagen gelernt. Und ich weiß, dass wir zulegen können. Der letzte Teil des Grand Prix war ganz anständig, da rock das endlich nach richtigem Rennfahren.

Da konnte Hamilton auf die vor ihm liegenden Russell und Lando Norris im McLaren aufschließen, aber für einen Angriff hat es nicht mehr gereicht.

Fazit des 103-fachen GP-Siegers: «Ich bin nicht niedergeschlagen. Auch wenn wir nur eine durchschnittliche Leistung zeigen konnten. Aber 2024 ist ganz anders als die zwei Jahre davor. 2022 und 2023 hatten wir so viele Schwierigkeiten, dass wir damit beschäftigt waren zu überlegen, wie wir die aus der Welt schaffen sollen. Heute haben wir ein Fundament, auf welchem wir aufbauen können.»

Bahrain-GP, Bahrain International Circuit

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:31:44,742 h
02. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +22,457 sec
03. Carlos Sainz (E), Ferrari, +25,110
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +39,669
05. George Russell (GB), Mercedes, +46,768
06. Lando Norris (GB), McLaren, +48,458
07. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +50,324
08. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +56,082
09. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +1:14,887 min
10. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1:33,216
11. Guanyu Zhou (RCH), Sauber, +1 Runde
12. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1
13. Daniel Ricciardo (AUS), Racing Bulls, +1
14. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, +1
15. Alex Albon (T), Williams, +1
16. Nico Hülkenberg (D), Haas, +1
17. Esteban Ocon (F), Alpine, +1
18. Pierre Gasly (F), Alpine, +1
19. Valtteri Bottas (FIN), Sauber, +1
20. Logan Sargeant (USA), Williams, +2 Runden

WM-Stand (nach 1 von 24 Grands Prix)

Fahrer
01. Verstappen 26 Punkte
02. Pérez 18
03. Sainz 15
04. Leclerc 12
05. Russell 10
06. Norris 8
07. Hamilton 6
08. Piastri 4
09. Alonso 2
10. Stroll 1
11. Zhou 0
12. Magnussen 0
13. Ricciardo 0
14. Tsunoda 0
15. Albon 0
16. Hülkenberg 0
17. Ocon 0
18. Gasly 0
19. Bottas 0
20. Sargeant 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 44 Punkte
02. Ferrari 27
03. Mercedes 16
04. McLaren 12
05. Aston Martin 3
06. Sauber 0
07. Haas 0
08. Racing Bulls 0
09. Williams 0
10. Alpine 0

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