MotoGP: Abfuhr als Befreiungsschlag?

Neues Rätsel Racing-Raritäten: Der Rechen-Künstler

Von Mathias Brunner
​Bei unserem Rätsel Racing-Raritäten ist ein Fahrer zu sehen, der seine Chancen im Rennen besser berechnen konnte als manch anderer. Wer ist das? Wo und wann ist dieses Bild geschossen worden?

Meist aus dem Archiv unserer Partner der britischen Foto-Agentur LAT stellen wir jede Woche ein kleines Stück Motorsporthistorie vor. Das Vorgehen ist kinderleicht – sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Namen, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com.
Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

Die richtige Lösung vom letzten Mal: Der Chinese Ma Qing Hua bewegt im freien Training zum Großen Preis von Singapur 2012 einen Rennwagen von HRT.

Ma Qing Hua hoffte vor Jahren darauf, der erste Chinese am Start eines Formel-1-WM-Laufs zu werden. Aber daraus wurde nichts. Das schaffte erst Guanyu Zhou 2022 mit Alfa Romeo (Sauber).

Hua, der chinesische Tourenwagen-Meister von 2011, kam über Test- und Trainings-Einsätze bei HRT (Hispania Racing Team) 2012 und bei Caterham 2013 nicht hinaus.

2014 fuhr er für Citroen in der Tourenwagen-WM (und gewann in Russland ein Rennen, als erster Fahrer seines Landes bei einem FIA-WM-Lauf), ab 2015 war er in der Formel E unterwegs – für einige Jahre, dann verschwand der von der internationalen Bildfläche.

Hua war nicht der erste Chinese in der Formel 1. Der in den Niederlanden geborene Ho Pin Tung war 2010 Teil der Renault-Nachwuchsförderung. Tung fuhr 2003 in der asiatischen Formel BMW und wurde überlegen Meister (10 Siege in 14 Rennen, 13 Mal auf dem Podest). Als Belohnung für seinen Titelgewinn durfte er einen Williams testen – als erster Chinese in einem Formel-1-Renner. Weil Ho-Pin jedoch nicht in China geboren wurde, erachteten ihn viele Chinesen nicht als echten Landsmann.

Das Hispania Racing Team (HRT) konnte unter verschiedenen Besitzern drei Jahre lang keine Punkte einfahren und serbelte seinem Ende entgegen.

Als die Spanier im November die Nenngebühr für die Formel-1-WM 2013 nicht bezahlen konnten, war das Ende unausweichlich. Es folgten Entlassungen und Tumulte in der Fabrik und ein Chef.

Der frühere Formel-1-Fahrer Luis Pérez Sala hatte wie ein Löwe um den Erhalt von HRT gekämpft. «Aber wir konnten so einfach nicht mehr weitermachen.» Der 1988er und 1989er Pilot von Minardi (heute Racing Bulls) sagte, wieso der Rennstall zum Scheitern verurteilt war: «Uns wurde Hilfe zugesichert, die nie gekommen ist.»

Pérez Sala vermied es aus rechtlichen Gründen, mit dem Finger zu zeigen. Aber in Spanien war klar, worauf der 32-fache GP-Teilnehmer anspielte: Zu wenige Sponsoren aus Spanien, zu wenig Unterstützung von regionaler Seite, eine logische Folge der angespannten wirtschaftlichen Situation im Land, die Beteiligung der Finanzgruppe Thesan ein Schlag ins Wasser, Kontakte zum Verkauf des Teams nach China verliefen im Sand, und – last but not least – der damalige «Mr. Formula One» Bernie Ecclestone, der für einmal nicht gewillt war, einem kränkelnden Team unter die Arme zu greifen.

Damit zum neuen Rätsel: Dieser Fahrer konnte sich seine Chancen besser ausrechnen als die meisten Gegner.

Machen auch Sie mit! Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

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